Buntstifte – Viele sind mit Schadstoffen belastet

Zu Hause oder in der Schule – Kinder malen gerne. Dabei kommen sowohl Buntstifte als auch Fasermalstifte zum Einsatz. Doch viele dieser Produkte enthalten Schadstoffe. Das gilt auch für Tinten. Stiftung Warentest hat die Malstifte und Tinten getestet und viele ungesunde Produkte bemängelt.

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Buntstifte

Jedes dritte Set mangelhaft

Das Testergebnis von 12 von insgesamt 35 geprüften Produkten lautet „mangelhaft“. Von Allergien auslösenden  Konservierungsstoffen über bedenkliche Azofarbstoffe bis zu möglicherweise krebserregenden PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) waren im Lack oder in den Farben dieser Stifte viele Schadstoffe nachweisbar. Dies ist umso besorgniserregender, als es sich ja um Produkte handelt, die vorwiegend von Kindern benutzt werden, die auch mal an einem Stift lecken, darauf herumkauen oder sich mit den Farben die Hände bemalen.

Von den getesteten Buntstiften wurden nur fünf mit „gut“ bewertet; bestes Set ist mit der Note 1,7 Colour Grip von Faber-Castell. Bei den Fasermalstiften waren die Testergebnisse insgesamt besser als bei den Buntstiften. Von den 12 untersuchten Produkten bekamen sechs die Traumnote „sehr gut“, zwei Produkte waren aufgrund von zu hohen Gehalten von Konservierungsstoffen in den Faserminen „mangelhaft“. Ein eher düsteres Bild gaben die untersuchten Tinten ab: Von sechs geprüften Produkten war nur eines (Schneider Tintenpatronen Königsblau löschbar) „sehr gut“, alle anderen erhielten die Note „mangelhaft“ aufgrund zu hoher Anteile von Konservierungsstoffen.

Sind teure Produkte besser als billige?

Den Testergebnissen zufolge spielt es keine Rolle, ob es sich um teure oder billige Malutensilien beziehungsweise Tinten handelt. So haben zum Beispiel die teuersten Buntstifte von Lamy (Plus Farbstifte) mit sieben verschiedenen, nachgewiesenen PAK am schlechtesten abgeschnitten. Günstigstes mit „gut“ bewertete Set im Test war Kid’s World by Connor Dreikant von Mäc Geiz, das nur etwa ein Zehntel vom Preis des Lamy-Sets kostet. Der Preis allein ist also kein Indikator dafür, ob es sich um schadstoffarme oder schadstoffbelastete Produkte handelt.

Fazit

Viele der von Stiftung Warentest untersuchten Farbmalstifte und Tinten sind schadstoffbelastet. Deshalb sollten Eltern darauf achten, dass ihre Kinder sich immer nach dem Benutzen der Stifte gründlich die Hände waschen und die Stifte möglichst nicht in den Mund nehmen, da die Schadstoffe hauptsächlich in den Lackierungen und Minen nachgewiesen wurden. Auch sollten sich die Kinder mit den Farben wenn möglich keine großen Hautflächen bemalen. Allerdings besteht den Testern zufolge auch kein Grund zur Panik, wenn das doch mal passieren sollte, denn eine akute Gesundheitsgefahr geht von den Produkten offenbar nicht aus.

Falls möglich, sollten Eltern ihren Kindern vorsorglich schadstoffarme Stifte und Tinten zum Malen geben. Dem aktuellen Test zufolge gibt es ja diesbezüglich ausreichend Alternativen bei den Stiften und zumindest eine bei den Tinten.

Stand: Oktober 2018