Zöpfe, Nester und Hasen aus Hefeteig

Ostern ohne Hefezopf ist wie Weihnachten ohne Plätzchen. Ob Zöpfe, Nester oder Hasen – der Hefeteig lässt sich nach Lust und Anlass formen. Die Zubereitung von Hefeteig braucht vor allem eines: Wärme und Zeit. Wenn dann noch ein paar Tipps bei der Zubereitung beachtet werden, wird das Osterfrühstück mit frischem Hefegebäck so richtig lecker.

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Hefezopf mit Zuckerstreuseln

Hefegebäck an Ostern hat Tradition

Frisches Gebäck aus Hefeteig schmeckt immer gut, besonders aber zum Frühstücks- oder Kaffeetisch an Ostern - und zwar seit vielen Jahrhunderten. Bereits im zwölften Jahrhundert gibt es erste Belege für Osterfladen und ähnliches Gebäck. Heute freuen wir uns genauso auf die hefehaltigen Backwaren, wie geflochtene Hefezöpfe, Nester mit bunten Eiern, Fladen und gebackene Hasen. 

Das VerbraucherFenster hat folgende Back-Tipps mit "Geling-Garantie".

Was ist besser: Frische Hefe oder Trockenhefe?

Hefegebäck gelingt sowohl mit frischer Hefe als auch mit Trockenhefe. Manche Hobbybäcker finden die Zubereitung des Hefeteiges mit frischer Hefe schwieriger als mit Trockenhefe. Profibäcker bevorzugen aber frische Hefe, weil sie der Meinung sind, dass bei Trockenhefe das Aroma nicht so gut und auch das Gebäck nicht so locker wird. 

Der wesentliche Unterschied von Frisch- und Trockenhefe liegt vor allem in der Haltbarkeit. Trockenhefe kann etwa ein Jahr aufbewahrt werden. Frische Hefe dagegen sollte innerhalb von etwa zehn Tagen verbraucht werden, da sie sonst trocken und bröckelig wird und sogar schimmeln kann.

Trockenhefe: mit Milch anrühren

Auf der Packung von Trockenhefe wird angegeben, dass auf einen Vorteig verzichtet werden kann. Demnach kann die Trockenhefe direkt mit dem Mehl zu einem Teig verarbeitet werden. Besser ist es aber, wenn die Trockenhefe vorher mit lauwarmer Milch angerührt wird, da sonst das Aufgehen des Hefeteiges deutlich länger dauert.

Hefeteig braucht Wärme und Zeit

Wer einen Hefeteig zubereiten möchte, sollte die Backhefe mit lauwarmen Zutaten verarbeiten. Deshalb empfiehlt es sich, Milch, Fett und Eier rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen und auf Zimmertemperatur zu erwärmen. In vielen Rezepten wird die Verwendung von lauwarmer Milch empfohlen. Darunter versteht man Milch mit einer Temperatur von 24 bis 25 Grad Celsius. Wird die Milch zu warm oder gar zu heiß, kann die Hefe sich  nicht richtig entwickeln und der Teig geht nicht gut oder unzureichend auf.

  • Zunächst wird bei der Hefeteigherstellung aus Hefe und Milch ein Vorteig gebildet. Hierzu wird Mehl in eine Schüssel gegeben und in der Mitte des Mehles wird Hefe mit der lauwarmen Milch verrührt. Den Vorteig lässt man etwa eine halbe Stunde gehen. Danach gibt man Zucker, Eier, eine Prise Salz und Butter hinzu und verknetet alle Zutaten zu einem homogenen Teig. 
     
  • Anschließend lässt man den Teig zugedeckt an einem warmen Ort so lange aufgehen, bis er sein Volumen beinahe verdoppelt hat, was etwa zwei bis drei Stunden dauert.
     
  • Nun können aus dem Hefeteig Zöpfe oder Nester geflochten oder Tierfiguren geformt werden. Die fertigen Gebilde etwa zehn Minuten ruhen lassen und dann in den Backofen schieben (bei etwa 170 Grad Celsius).
     
  • Schön glänzend wird der Zopf, wenn er vor dem Backen mit einer Flüssigkeit aus Eigelb und etwas Milch oder Sahne bestrichen wird.
     
  • Die Backdauer im Ofen ist bei Hefeteig sehr unterschiedlich, je nachdem wie groß die einzelnen Teigstücke sind. Ein großer Hefezopf braucht natürlich länger als kleine flache Osterhasen. Deshalb lieber rechtzeitig nachschauen, wie lange die Hefeteilchen noch im Ofen bleiben müssen. Fertig ist das Backwerk, wenn die Oberfläche eine hellbraune Farbe hat und auch an der Unterseite leicht gebräunt ist und sich somit leicht vom Backblech löst.
     
  • Damit Hefegebäck nicht so schnell austrocknet, kann das ofenwarme Gebäck nach dem Backen mit einem Zuckerguss bestrichen werden.

Hefeteig – ideal zum Backen mit Kindern

Backen ist nicht nur was für Große. Kinder kann man in die  Osterbäckerei sehr gut einbeziehen: ob beim Kneten des Teiges  von  Hase, Osterlamm, Nest und Zöpfen beim Teig ausrollen oder beim Ausstechen von Hasen und Lämmchen sowie beim Formen von Tierfiguren. Auch die Verzierung der Tiere  z.B. durch Rosinen, Nüsse oder Schokolinsen für die Augen ist eine tolle Aufgabe für Kinder.

Ältere Kinder können bei einem Hefeteig auch schon die Stränge für kleine Osterkränze oder einen Hefezopf flechten.

Da Kinder auch immer gerne Teig naschen, sollte beim Backen mit ihnen eher ein Ei-freier Hefeteig zubereitet werden. Eier, vor allem ältere, können Salmonellen enthalten, die dann Bauchschmerzen und Durchfall auslösen können. Da die Salmonellen beim Erhitzen auf über 70 Grad Celsius und für zehn Minuten lang abgetötet werden, kann Hefegebäck nach dem Backen unbeschwert genossen werden.

Hefeteig lässt sich einfrieren

Hefeteig kann auch gut eingefroren werden, jedoch nicht länger als sechs Monate. Wichtig dabei ist, den Hefeteig nach der Zubereitung nicht gehen zu lassen, sondern gleich in eine Tüte oder in einem Gefäß verpackt in die Tiefkühltruhe zu legen. Wird der Teig benötigt, legt man ihn am besten zum Auftauen über Nacht in den Kühlschrank, um ihn dann am nächsten Morgen bei Zimmertemperatur gehen zu lassen und weiterzuverarbeiten.

Grundrezept für süßes Hefegebäck

500 g Mehl, 20 g Hefe, knapp ¼ l Milch, 80-100 g Butter oder Margarine, 50-80 g Zucker, 1-2 Eier, 1 Prise Salz, nach Belieben etwas Zitronenschale.

Hefeteig eignet sich das ganze Jahr über auch für Obstkuchen, Nusshörnchen, Bienenstich oder Dampfnudeln.

Grundrezept für süßen Hefeteig ohne Ei

Zum Backen mit Kinder eignet sich vor allem die eifreie Hefeteigvariante:

500 g Mehl, 20 g Hefe (oder 1 Päckchen Trockenhefe), 250 ml Milch, 80 g Butter oder Margarine, 50 g Zucker, 1 Prise Salz

Stand: März 2019