Was tun mit den Resten vom Weihnachtsessen?

Die Weihnachtsfeiertage sind rum und zurück bleiben im Kühlschrank noch zwei, drei Klöße, ein kleiner Rest vom Braten, etwas Brokkoli, eine Schale Spätzle und ein Weihnachtsstollen? Mit den Feiertagsüberbleibseln lassen sich noch viele Leckereien zaubern. Wir haben Ideen!

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Weihnachtsessen

Viel zu kostbar für die Mülltonne

Eins ist klar: So lange sie noch genießbar sind, gehören Lebensmittel nicht einfach so in die Mülltonne. Allerdings sieht die Realität meist anders aus, denn tatsächlich wirft in Deutschland jeder Bürger im Schnitt 75 Kilogramm Nahrungsmittel weg. Dabei handelt es sich um meist noch für den Verzehr geeignete Produkte.

Wer es genau wissen will: Mit dem Resterechner der Verbraucher Initiative e.V. können die Mengen an Energie sowie die Geldsummen, die pro weggeworfenem Lebensmittel im Müll landen, ermittelt werden. Die Ergebnisse sind schockierend! Oder wussten Sie, dass Sie mit der Energie, die in einem 500 Gramm Brot steckt, das Licht in Ihrer Küche über 86 Stunden brennen lassen könnten und mit dem weggeworfenen Fisch (300 Gramm) auch etwa 4 Euro im Abfall landen?

Besonders in der Weihnachtszeit werden meist mehr Lebensmittel eingekauft, als tatsächlich benötigt werden. Doch was kann man tun, um diese Reste der Feiertagsschlemmereien noch zu verwerten, statt sie wegzuwerfen?

Bratenreste: Auch kalt genießbar

Egal ob Gans, Ente oder Rinderfilet: In Scheiben geschnitten, mit frischer Gurke, Radieschen, etwas Kräuterquark, Meerrettich oder Senf, schmeckt die Festtagsspeise zwischen den Jahren auch noch kalt auf einer Scheibe Brot hervorragend. Als Salatbeilage machen sich die kleingeschnittenen Fleischstücke auch gut, etwa mit ebenfalls übriggebliebenem Sellerie, Apfel, Orangen und Chinakohl. Oder wie wäre es mit einem leckeren Wildbraten-Sandwich mit Feldsalat und Preiselbeeren? Wichtig ist bei Fleischgerichten, nicht zu lange mit dem Verzehr zu warten.

Generell gilt bei Fleisch und Wurstwaren: Am längsten bleibt das Fleisch im Kühlschrank frisch, wenn es auf einen Teller gelegt und mit Klarsichtfolie abgedeckt wird. So hält sich Rindfleisch etwa drei bis vier Tage, Schweine- oder Kalbsfleisch ungefähr zwei bis drei Tage. Geflügel sollte hingegen innerhalb von zwei Tagen verzehrt werden.

Spätzle, Kartoffeln, Rotkohl – von der Nebenrolle zum Hauptdarsteller

Die einstigen Beilagen der Feiertagsspeisen können in der zweiten Runde durchaus auch zum Hauptgericht werden. Knödel, Kartoffeln oder Spätzle lassen sich noch einmal mit Butter, Lauch oder Zwiebeln und Petersilie in der Pfanne anbraten und mit frischem Feldsalat servieren. Rotkohl schmeckt auch am zweiten Tag noch lecker im Salat neben Orangen, Apfel, Frühlingszwiebeln, Feldsalat und Walnüssen. Wer noch Platz in der Gefriertruhe hat, kann den Rotkohl, egal ob bereits gekocht oder roh und kurz blanchiert, einfrieren.

Auch übriggebliebenes Kartoffelgratin kann man noch weiterverarbeiten, zum Beispiel zu einer leckeren Kartoffelsuppe. Einfach die Reste mit Gemüsebrühe in einem Topf erhitzen und anschließend pürieren.

Überbleibsel vom Raclette? – Fertig ist der Auflauf!

Neben Braten oder Kartoffelsalat ist Raclette ein beliebtes Weihnachtsessen – allerdings bleiben auch hier häufig Gemüse, Fleisch und Raclettekäse übrig. Doch mit den Resten und etwas Sahne lässt sich ganz schnell ein leckerer Auflauf zaubern und mit dem Käse überbacken.

Was mache ich mit Brot, Baguette oder Toast?

Kinder freuen sich über „Arme Ritter“. Hierfür einfach Eier, Milch und Zucker verrühren und alte Brötchen und Weißbrotreste hinein tunken. In einer Pfanne dann die getränkten Weißbrotscheiben mit Butter anbraten. Armer Ritter schmeckt besonders gut zu Kompott oder mit Zucker und Zimt bestreut.

Außerdem lassen sich Brötchenreste gut zu Semmelknödeln oder Paniermehl weiterverarbeiten. Allerdings: Für die Herstellung von Semmelbröseln müssen die Reste ganz trocken sein. Damit es schneller geht, kann das Brot auch nach dem Backen bei Restwärme im Ofen getrocknet werden. Danach das Trockenbrot in einen Frischhaltebeutel geben und zum Beispiel mit dem Nudelholz zerkleinern.

Genug von den Schoko-Weihnachtsmännern?

Spätestens nach den Feiertagen ist man nicht nur von den herzhaften Leckereien gesättigt, sondern hat meist auch genug von den Weihnachtssüßigkeiten. Aber wohin mit übriggebliebenen Schokokugeln und –weihnachtsmännern?

Die süßen Figuren lassen sich ganz einfach noch zum Backen weiterverwenden, indem sie geraspelt, gehackt oder zusammen mit etwas Sahne eingeschmolzen werden.

Es gibt noch mehr gute Ideen für die Reste vom Feste…

… zum Beispiel auf der Internetplattform Zu gut für die Tonne vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Hier gibt es zum Beispiel weitere Rezepte für übriggebliebene Lebensmittel: Einfach Zutaten angeben, die man noch zu Hause hat. Des Weiteren findet man auf der Website Tipps zu Lagerung und Haltbarkeit von Lebensmitteln sowie Infos dazu, wie man Lebensmittelabfälle vermeiden kann. Die Plattform ist auch als App fürs Smartphone kostenlos im App-Store erhältlich.

Lebensmittelreste tauschen und verschenken

Wer immer noch zu viele Reste übrig hat und nicht weiß wohin mit den Lebensmitteln, kann sie über die Internetseite foodsharing.de verschenken oder zum Tausch anbieten. Voraussetzung: Die Lebensmittel müssen unangebrochen und noch haltbar sein. Hackfleisch, rohe Eier oder Fisch sowie bereits am Buffet angebotene Lebensmittel sind hingegen aus hygienischen Gründen tabu.

Lebensmittelsicherheit beachten

Generell gilt: Bei der Resteverwertung sollte immer darauf geachtet werden, dass die Lebensmittel noch gut riechen, schmecken und aussehen und somit für den Verzehr geeignet sind. Bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fleisch und Fisch sollte man das angegebene Verbrauchsdatum beachten. Ist dieses bereits überschritten, sollte das jeweilige Produkt nicht mehr gegessen werden. (Sie)

Stand: Dezember 2019