Plätzchen backen mit Spaß und ohne Risiko

Mit dem Plätzchen backen kann man sich schön auf die Weihnachtszeit einstimmen. Damit Erwachsene und besonders Kinder ihren Spaß bis zum Schluss haben, ist ein sicherer Umgang mit rohen Eiern und heißen Backöfen wichtig. Sonst sind nicht nur die Plätzchen verbrannt, sondern auch die Finger.

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Weihnachtsplätzchen

Mancher denkt, dass Plätzchen backen doch ganz einfach ist: Butter, Zucker, Eier, Mehl und etwas Flüssigkeit zu einem Teig kneten, diesen ausrollen und dann müssen nur noch die ausgestochenen Plätzchen gebacken werden. Damit man nach dem Backen wirklich leckere und schöne goldgelbe Plätzchen genießen kann, dürfen herumliegende Kabel nicht zur Stolperfalle und die heiße Glasur nicht über die Hand gegossen werden. Auch die Lebensmittel sollten sicher sein, damit das Naschen vom rohen Teig nicht zu Bauchschmerzen führt.

Das Beherzigen der nachfolgenden Tipps sorgt für mehr Sicherheit beim Backen. Dies gilt vor allem beim Backen mit Kindern. Je kleiner die Kinder sind, desto mehr ist auf scharfe Messer, heiße Bleche oder herumliegende Stolperfallen zu achten. Doch auch Erwachsene sollten mit Sorgfalt Vanillekipferl formen oder Butterplätzchen ausstechen, damit sie nach getaner Arbeit sich über ihr Backwerk freuen können und nicht ein Verband ihre Hand ziert.

Gute Vorbereitung ist das A und O

Unfälle passieren häufig, wenn es schnell gehen  oder aber vom geplanten Ablauf abgewichen werden muss. Durch eine gute Planung vorab lassen sich Hektik und  Stress weitestgehend vermeiden.

Dazu muss bei der Weihnachtsbäckerei überlegt werden:

  • Welche Plätzchen sollen gebacken werden und welche Zutaten werden benötigt?
  • Sind die erforderlichen Hilfsmittel wie Backpapier, Ausstechförmchen oder Pinsel zum Bestreichen vorhanden?
  • Welche Lebensmittel müssen gekauft werden, welche sind noch vorrätig?
  • Wenn man mehrere Plätzchensorten backen möchte, ist zu überlegen, ob Wartezeiten beim Backen zum Dekorieren bereits gebackener Plätzchen verwendet werden können. Doch Vorsicht: Beim Dekorieren wird der Zeitaufwand leicht unterschätzt und die Zeit vergessen. Schade wäre es, wenn dadurch die Plätzchen im Backofen verbrennen würden.

Mit Ruhe backen

Um sicher zu gehen, dass man wirklich alle  für das Plätzchen backen benötigten Zutaten hat, sollten diese auf die Arbeitsfläche gestellt werden. Denn wenn man erst beim Teig kneten die geriebene Zitronenschale vermisst, dann ist es umständlich, mit Teig an den Händen die Zitrone aus dem Kühlschrank zu holen und zu reiben. Zudem klebt dann Teig am Kühlschrankgriff. Bröckelt der fetthaltige Teig auf dem Weg zum Kühlschrank von den Händen auf den Boden, so kann man leicht ausrutschen und sich verletzen.

Leise Musik im Hintergrund während des Backens mag noch ganz angenehm sein. Doch ein laufender Fernseher verleitet doch zum häufigeren und längeren Hinschauen, so dass der Überblick verloren geht, wie lange die Plätzchen schon im Ofen drin sind. Wenn der Backgeruch dann so intensiv wird, dass man ihn beim Fernsehen wahrnimmt, ist es meist zu spät: Die Plätzchen sind schon verbrannt. Auch Telefonate während des Backens lenken ab und bringen den Zeitplan durcheinander.

Sollten die Plätzchen doch mal schnell aus dem Ofen genommen werden, darf die Sicherheit nicht  vernachlässigt werden. Heiße Bleche sollten nur mit Handschuhen oder Topflappen angefasst werden.

Für Teignascher besser eifreie Teige verwenden

Rohe Eier können Salmonellen enthalten, vor allem, wenn sie älter sind und nicht gekühlt gelagert werden. Diese[BB1]  Bakterien verursachen Durchfall, aber auch Erbrechen und Kopfschmerzen. Beim Kochen und Backen ab 70 Grad Celsius werden Salmonellen jedoch abgetötet. Bei Temperaturen von 7 bis 45 Grad Celsius vermehren sie sich umso schneller, je höher die Temperatur ist.

Fürs Plätzchenbacken gilt deshalb:

  • Frische Eier verwenden.
  • Den Teig möglichst zeitnah backen. Er sollte nicht länger als 30 Minuten in der Küche bei Raumtemperatur stehen. Dies ist deshalb wichtig, da durch das Backen die Raumtemperatur in der Küche aufgeheizt ist, was die Vermehrung der Bakterien fördert.
  • Ist eine rasche Weiterverarbeitung nicht machbar, den Teig in den Kühlschrank zur Aufbewahrung legen. Bei größeren Teigmengen ist es sinnvoll, immer nur die unmittelbar benötigte Menge aus dem Kühlschrank zu holen.
  • Den Teig nicht essen. Da Kinder aber doch immer wieder gerne vom Teig naschen, ist es sehr zu empfehlen, beim Plätzchen backen mit den Kleinen einen Teig ohne Eier herzustellen. Da manche Menschen auch auf Eier allergisch reagieren, gibt es mittlerweile viele Backrezepte ohne Eier.
    (siehe auch: Kochen und Backen – und das ganz ohne Ei! )
  • Nach dem Verarbeiten von rohen Eiern sind die Hände gründlich mit Seife und warmem Wasser zu waschen und sorgfältig abzutrocknen.

Plätzchenteig kann längere Zeit im Kühlschrank ruhen

Wer den Mürbeteig aus Zeitgründen bereits am Vortag machen möchte und ihn dann im Kühlschrank lagert, kann dies gerne tun. Auch  längeres Aufbewahren des Teiges von ein bis zwei Tagen ist im Kühlschrank aus hygienischer Sicht unproblematisch. Bei Kühlschranktemperaturen zwischen vier und sieben Grad können sich Bakterien kaum vermehren. Zudem wird der Teig noch gebacken, so dass hier sämtliche Bakterien abgetötet werden. Wichtig beim Lagern im Kühlschrank ist, dass der Teig in Folie eingewickelt wird, um ihn vor dem Austrocknen und dem Annehmen von Fremdgerüchen zu schützen.

Roher Mürbteig lässt sich auch einfrieren. Er ist dann bei Zimmertemperatur in der Verpackung aufzutauen.

Besondere Vorsicht beim Backen mit Kindern

Viele Gefahrenquellen lauern beim Backen und Kochen mit Kindern in der Küche. Gerade Kinder sind fasziniert von Küchenmaschinen, wenn sie sehen, wie aus den einzelnen Zutaten ein Teig entsteht. Auch der Blick durch die transparente Tür des Backofens ist spannend, denn Plätzchen verändern sich während des Backens. Damit Kinder nicht auf die Idee kommen, mal vom Teig aus der Schüssel der laufenden Küchenmaschine zu naschen oder mit dem Finger zu prüfen, ob das Plätzchen im Backofen schon fertig ist, sollte vor dem Backen den Kindern erklärt werden, was sie alleine dürfen und was nicht.

So haben Kinder Freude beim Backen:

  • Mit Kindern backt man am besten einfache Teige. Mürbeteig eignet sich besonders gut, da dieser praktisch immer gelingt und Kinder viel Spaß beim Kneten haben.
  • Einfache Ausstechformen wie Herzen, Sterne und Kreise sind besser als komplizierte Tierformen, bei denen schnell etwas abbricht.
  • Kindern macht vor allem das Verzieren viel Spaß. Deshalb braucht man genügend Zuckerguss und viele Schälchen mit Zuckerdeko (Perlen, Sterne, Streusel), gehackte Nüsse und Schokostreusel. Zuckerguss ist zum Bepinseln für Kinder besser als heiße Schokoladenglasur geeignet.

Und folgende Hinweise tragen zum sicheren Backen bei:

  • Schutzgitter am Herd verhindern das Herunterziehen von Töpfen mit heißer Schokoladenglasur.
  • Kinder sollten den Backofen nur mit Erlaubnis und unter Aufsicht anfassen. Beim Einschieben und Herausholen von Backblechen sollten Erwachsene mit gutem Beispiel vorangehen und Handschuhe tragen. Zu beachten ist, dass auch wenn das Backblech noch kalt ist, der Ofen durch das Vorheizen schon heiß sein und beim Berühren zu Verbrennungen führen kann.
  • Kinder wollen gerne toben und rennen. Den Kindern ist zu erklären, dass die Küche dafür nicht der richtige Ort ist. Sonst kommt es schnell zu Prellungen an Schränken und Tischkanten oder zu Quetschungen an Schubladen.

Erste Hilfe, wenn doch etwas passiert

Wenn trotz aller Vorsicht doch etwas passiert, ist schnelles, aber dennoch umsichtiges Handeln wichtig.

  • Verbrannte oder verbrühte Hautstellen sofort unter fließendem kaltem Wasser kühlen. Danach Zinksalbe auftragen, da sie die Wundheilung fördert.
  • Im Zweifel lieber den Arzt aufsuchen.

Stand: Dezember 2018