Ostereier färben: kreativ und kinderleicht

Osterzeit ist Eierzeit. Gefärbte Eier dürfen am gedeckten Ostertisch nicht fehlen. Doch wie bekomme ich ein leuchtend buntes Ei hin? Welche Farben eignen sich am besten? Wie bekomme ich Muster aufs Ei und wie lange sind gekochte Eier eigentlich haltbar? Das VerbraucherFenster hat die Antworten.

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bunte Ostereier

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, selber Eier zu färben: Wer knallig bunte Eier mag, greift eher zu künstlichen Eierfarben. Wer natürliche Färbemittel bevorzugt, findet Naturfarben im Reformhaus oder in der Bio-Ecke oder färbt die Eier mit einem Sud aus Spinat, Rote Bete oder Zwiebelschalen.

Ostereier färben mit künstlichen Farben

Häufig werden Ostereier mit künstlichen Farben aus dem Supermarkt gefärbt. Esgibt  sie in verschiedenen Angebotsformen:

  • Flüssige Farben werden mit kaltem Wasser verdünnt und mit etwas Essig vermischt. Sie sind besonders gut für Kinder  geeignet.
  • Tabletten müssen in heißem Wasser aufgelöst werden.
  • Gel-Stifte müssen kurz in heißes Wasser getaucht werden, damit sie aus der Folie herausgeschoben werden können. Damit lassen sich mehrfarbige Muster malen.

Künstliche Eierfarben sind unbedenklich, denn die zugelassenen Lebensmittelfarbstoffe rufen in der Regel keine Allergien hervor. Zudem sind die Mengen, die ins Ei eindringen können, viel zu gering, um Einfluss auf die Gesundheit zu nehmen. Nur bei besonders empfindlichen Menschen, zum Beispiel bei Menschen mit Nesselsucht oder Asthma, können sie allergieähnliche Reaktionen mit Hautrötungen und Juckreiz auslösen. Am ehesten kann dies beim gelben Farbstoff Tartrazin (E 102) vorkommen.

Naturfarbstoffe mit E-Nummern

Statt künstlicher Farbstoffe eignen sich auch  natürliche Farbstoffe zum Eierfärben. Sie sind meist im Reformhaus und im Naturkostladen erhältlich. Da diese Naturfarbstoffe auch E-Nummern haben, können sie mit den künstlichen Farbstoffen verwechselt werden. Beispiele für Naturfarbstoffe sind: 

  • das gelbe Kurkumin (E 100)
  • das Rot der Cochenille-Laus (E 120)
  • das blaue Indigokarmin (E 132)
  • das grüne Chlorophyllin (E 140)

Ostereier natürlich färben – mit Gemüse, Obst oder Tee

Wer lieber mit natürlichen Pflanzenfarbstoffen Eier färben möchte, kann Rotkohl, Kaffee und Spinatnehmen. Folgende  Lebensmittel erzeugen folgende Farben:

  • Gemüse, Obst und Kräuter
    orange: Karotten
    grün: Spinat, Petersilie
    rot: Rote-Bete-Schalen (Saft färbt rosa), rote Zwiebelschalen, schwarze Johannisbeeren
    violett bis blau: Rotkohl, Heidelbeeren, Holunderbeeren
    braun: Kaffee, Zwiebelschalen
     
  • Tee
    lindgrün: Mate-Tee
    hellgelb: Kamillentee (getrocknete Kamillenblüten intensivieren den Gelbton)
    braun-orange:  Rooibusch-Tee
    rötlich: Malventee

Natürlich färben – wie geht das?

Zum Färben eignen sich Gemüse wie Zwiebelschalen, Obst wie Heidelbeeren oder Kräuter wie Kamillenblüten. Zunächst werden für den Pflanzensud Zwiebelschalen oder andere Pflanzenteile mit etwas Essig in einem halben Liter Wasser für 30 bis 45 Minuten gekocht. Nach dem Entfernen der Pflanzenteile, am einfachsten durch das Gießen durch ein Sieb, können dann die bereits gekochten Eier in das erkaltete Farbbad gelegt werden. Es dauert etwa eine halbe Stunde, bis die Eier eine kräftige Farbe angenommen haben.  Die Farbintensität hängt dabei von der Menge der eingesetzten Zutaten ab.

Da Pflanzenfarben auch auf den Topf abfärben, verwendet man am besten ein älteres Exemplar.

Kinderleichte Muster beim Färben

Gefärbte Eierschalen mit einem Muster zu versehen ist gar nicht schwer. Mit wenig Aufwand können Erwachsene und auch Kinder kreativ werden.

  • Muster mit Zitronensaft
    Mit Wattestäbchen, die in Zitronensaftkonzentrat eingetaucht werden, werden vor dem Färben Motive auf die Eier gemalt. An den Stellen mit Zitronensaft nimmt die Eierschale keine Farbe an. Wie von Zauberhand erscheinen beim Eintauchen in das Farbbad die Motive.
     
  • Eier mit Blüten und Bändern umwickeln
    Besondere Kunstwerke lassen sich erzielen, wenn Bänder, kleine Blätter oder Blüten um die Eier gelegt werden und das Ganze in einem dünnen Stofftuch eingepackt und befestigt wird. Ausgediente Feinstrumpfhosen eignen sich hierzu besonders gut. Die so behandelten Eier dann in das Farbbad legen.
     
  • Muster mit Hilfe von Haushaltsgummis, gefärbtem Reis oder Schneebesen
    Wer um das ungefärbte Ei mehrere Haushaltsgummis spannt und dann das Ei in die Farblösung taucht, erhält Streifen auf dem Ei, wenn die Gummis wieder entfernt werden.
    In diesem Beitrag sehen Sie auch, mit welchen einfachen Tricks Muster auf Eier gezaubert werden können. Man braucht dazu nur Dinge, die man sowieso im Haushalt hat wie Reis oder Schneeebesen.

Tipps für intensiven Glanz und längere Haltbarkeit

Mit einfachen Tricks wird die Farbe noch intensiver und der Glanz noch schöner:

  • Die Farbe wird kräftiger durch das längere Verbleiben des Eies in der Flüssigkeit sowie durch die Zugabe von einem Schuss Essig.
     
  • Die Eier glänzen schöner, wenn sie nach dem Färben mit Speck oder Speiseöl eingerieben werden. Zudem sind sie länger haltbar, da das Fett die Poren der Eierschale verschließt.
     
  • Weiße Eier bevorzugen, da deren Schale die Farbe besser annimmt, besonders dann, wenn sie vor dem Färben mit Essig abgerieben wurden.

Vor dem Färben kommt das Eierkochen!  Was ist zu beachten?

  • Nur Eier mit intakter Schale verwenden. Selbst das Einpieksen verkürzt die Haltbarkeit. Damit die Eier nicht platzen, sollten sie in kaltes Wasser gelegt, bei mittlerer Hitze zum Kochen gebracht und mit reduzierter Hitze etwa zehn Minuten weitergekocht werden.
     
  • Nicht ganz frische Eier haben den Vorteil, dass die Schale beim Kochen nicht mehr so schnell reißt, da die innere Luftkammer etwas vergrößert ist.
     
  • Wenn die Eier gelagert werden sollen, ist vom Abschrecken abzuraten. Beim Abschrecken mit kaltem Wasser können durch die poröse Schale Keime eindringen, da Leitungswasser nicht steril ist.

Lagerung und Aufbewahrung gefärbter Eier

Die Lagerungszeit von gefärbten Eiern hängt davon ab, wer sie gekocht und gefärbt hat:

  • Industriell gekochte und gefärbte Eier sind bis zu drei Monate bei Zimmertemperatur haltbar.
  • Selbstgekochte und gefärbte Eier sind maximal fünf Wochen im Kühlschrank haltbar.

Wissenswertes

  • Lässt sich ein gekochtes Ei schlecht von der Schale trennen, dann ist das meistens ein Zeichen für besondere Frische und hat nichts mit fehlendem Abschrecken unter kaltem Wasser zu tun.
  • Liegen Eier zu lange im kochenden Wasser, bildet sich um das Eigelb ein grüner Rand. Das ist eine chemische Reaktion zwischen dem Eisen im Eigelb und dem Schwefel im Eiweiß. Der grüne Rand ist auf keinen Fall gesundheitsschädigend, nur optisch nicht so ansprechend.
  • Zum Essen eines gekochten Eies sollte nie ein Silberlöffel verwendet werden, denn der im Ei enthaltene Schwefel reagiert mit dem Silber aus dem Löffel. Das Ergebnis: Der Löffel färbt sich schwarz.

Stand: März 2019