Ostereier färben –Beschäftigung für die ganze Familie

Gefärbte Eier dürfen am gedeckten Ostertisch nicht fehlen, zumal das Bemalen von Eiern ein beliebter Zeitvertreib für Groß und Klein ist. Zum Verschenken kann man sie auch kreativ gestalten. Welche Farben eignen sich am besten? Wie lange sind gekochte Eier eigentlich haltbar?

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Ostereier im Gras

Für Eltern mit Kindern, aber auch für Erwachsene ist das Färben und Bemalen von Eiern eine kreative Beschäftigung und ein entspannenderr Zeitvertreib.

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, selber Eier zu färben: Wer knallig bunte Eier mag, greift eher zu künstlichen und einfach anwendbaren Eierfarben aus dem Supermarkt. Wer natürliche Färbemittel bevorzugt, findet Naturfarben im Reformhaus oder in der Bio-Ecke oder färbt die Eier mit einem Sud aus Spinat, Rote Bete oder Zwiebelschalen.

Gefärbte Eier müssen nicht nur gelb oder rot sein. Sie können weiter kreativ gestaltet werden: Punkte oder Streifen zeichnen, Blumen oder das Symbol des Lieblingsfußballvereins aufmalen.

Mit selbst gefärbten Ostereiern „Danke“ sagen

Selbst bemalte Ostereier eignen sich hübsch verpackt gut als kleine Aufmerksamkeit von Enkeln an die Großeltern, in der Nachbarschaft oder an liebe Mitmenschen.

Wer kein kleines Körbchen zum Hineinlegen der Eier hat, kann auch eine kleine Schachtel oder einen leeren Margarinebecher nehmen und mit Geschenkpapier von außen bekleben. Dann braucht man nur noch etwas Moos vom letzten Spaziergang oder dem eigenen Rasen, klein geschnittene grüne Zweige aus dem Garten oder eine grüne Serviette in das Behältnis legen. Darauf werden dann die bunten Ostereier platziert.

Ostereier färben mit Farbtabletten

Am einfachsten werden Ostereier mit künstlichen Farben aus dem Supermarkt gefärbt. Eine Packung enthält in der Regel fünf verschieden farbige Tabletten.

Aufgrund der unterschiedlichen Temperatur des Wassers zum Auflösen der Tabletten unterscheidet man:

  • Kaltfarben
    Diese Farbtabletten sind besonders ideal, wenn Kinder dabei sind, da kaltes Wasser zur Herstellung der Farbflüssigkeit gebraucht wird. Somit besteht keine Gefahr des Verbrühens. Die gekochten und noch heißen Eier werden in die farbige Flüssigkeit gelegt.
     
  • Warmfarben
    Hier wird die Tablette in ein Gefäß gelegt und mit kochendem Wasser übergossen. Eine stabile Unterlage und ein genügend großes Gefäß sind hier wichtig, damit keine Verbrennungsgefahr durch heißes Wasser besteht. Kinder sollten dabei nur mit Abstand zusehen.

So funktioniert das Färben von gekochten Eiern mit Farbtabletten:

  • Je eine Tablette in ein Glas oder eine Dose (z.B. leeres Marmeladenglas oder leere Maisdose) geben; das Volumen sollte mindestens 300 ml sein).
  • Zugabe von zwei Esslöffeln Essig, dann etwa warten, damit die Tabletten anfangen, sich aufzulösen.
  • In jedes Glas etwa 250 ml Wasser zu den angelösen Tabletten hinzugeben. Das Glas sollte dabei nicht bis zum Rand gefüllt sein, da sonst bei der späteren Zugabe des Eies die Flüssigkeit überläuft.
  • Etwas warten, bis die Tablette sich vollständig aufgelöst hat und umrühren.
    Das Ei mit einem Esslöffel in das Glas geben. Nach etwa fünf Minuten hat die Eierschale die Farbe angenommen und kann mit einem Löffel wieder herausgenommen werden.
  • Das Ei lässt man am besten auf Küchenkrepp gut abtrocknen.
  • Bevor das nächste Ei in die Farbflüssigkeit gelegt wird, sollte die Farbe wieder umgerührt werden.

Künstliche Eierfarben sind unbedenklich, denn die zugelassenen Lebensmittelfarbstoffe rufen in der Regel keine Allergien hervor. Zudem sind die Mengen, die ins Ei eindringen können, viel zu gering, um Einfluss auf die Gesundheit zu nehmen. Nur bei besonders empfindlichen Menschen, zum Beispiel bei Menschen mit Nesselsucht oder Asthma, können sie allergieähnliche Reaktionen mit Hautrötungen und Juckreiz auslösen. Am ehesten kann dies beim gelben Farbstoff Tartrazin (E 102) vorkommen.

Ostereier natürlich färben – mit Gemüse, Obst oder Tee

Wer lieber mit natürlichen Pflanzenfarbstoffen Eier färben möchte, kann Rotkohl, Kaffee und Spinat nehmen:

  • Gemüse, Obst und Kräuter
    orange: Karotten
    grün: Spinat, Petersilie
    rot: Rote-Bete-Schalen (Saft färbt rosa), rote Zwiebelschalen, schwarze Johannisbeeren
    violett bis blau: Rotkohl, Heidelbeeren, Holunderbeeren
    braun: Kaffee, Zwiebelschalen
     
  • Tee
    lindgrün: Mate-Tee
    hellgelb: Kamillentee (getrocknete Kamillenblüten intensivieren den Gelbton)
    braun-orange: Rooibusch-Tee
    rötlich: Malventee

Natürlich färben – wie geht das?

Zum Färben eignen sich Gemüse wie Zwiebelschalen, Obst wie Heidelbeeren oder Kräuter wie Kamillenblüten. Zunächst werden für den Pflanzensud Zwiebelschalen oder andere Pflanzenteile mit etwas Essig in einem halben Liter Wasser für 30 bis 45 Minuten gekocht. Nach dem Entfernen der Pflanzenteile, am einfachsten durch das Gießen durch ein Sieb, können dann die bereits gekochten Eier in das erkaltete Farbbad gelegt werden. Es dauert etwa eine halbe Stunde, bis die Eier eine kräftige Farbe angenommen haben. Die Farbintensität hängt dabei von der Menge der eingesetzten Zutaten ab.

Da Pflanzenfarben auch auf den Topf abfärben, verwendet man am besten ein älteres Exemplar.

Kinderleichte Muster beim Färben

Gefärbte Eierschalen mit einem Muster zu versehen ist gar nicht schwer.

  • Aufkleber mit österlichen und anderen Motiven
    Es gibt eine große Auswahl an Aufklebern und Stickern, die es im Supermarkt zu kaufen gibt und mit denen sich einfach die gefärbten Eier verzieren lassen.
     
  • Gel-Stifte
    Mit diesen Stiften lassen sich auf Ostereier Muster wie Punkte oder Zacken malen, oder auch einen Ostergruß schreiben wie „Frohe Ostern“ oder „Danke“.
     
  • Muster mit Zitronensaft
    Mit Wattestäbchen, die in Zitronensaftkonzentrat eingetaucht werden, werden vor dem Färben Motive auf die Eier gemalt. An den Stellen mit Zitronensaft nimmt die Eierschale keine Farbe an. Wie von Zauberhand erscheinen beim Eintauchen in das Farbbad die Motive.
     
  • Muster mit Hilfe von Haushaltsgummis, gefärbtem Reis oder Schneebesen
    Wer um das ungefärbte Ei mehrere Haushaltsgummis spannt und dann das Ei in die Farblösung taucht, erhält Streifen auf dem Ei, wenn die Gummis wieder entfernt werden.
    Mit einfachen Tricks können Muster auf Eier gezaubert werden. Man braucht dazu nur Dinge, die man sowieso im Haushalt hat wie Reis oder Schneebesen.

Tipps für intensiven Glanz und längere Haltbarkeit

  • Die Farbe wird kräftiger durch das längere Verbleiben des Eies in der Flüssigkeit sowie durch die Zugabe von einem Schuss Essig. 
     
  • Die Eier glänzen schöner, wenn sie nach dem Färben mit Speck oder Speiseöl eingerieben werden. Zudem sind sie länger haltbar, da das Fett die Poren der Eierschale verschließt. 
     
  • Die Schale weißer Eiernimmt die Farbe besser an, besonders dann, wenn sie vor dem Färben mit Essig abgerieben wurde.

Vor dem Färben kommt das Eierkochen! 

  • Nur Eier mit intakter Schale verwenden. Selbst das Einpieksen verkürzt die Haltbarkeit. Damit die Eier nicht platzen, sollten sie in kaltes Wasser gelegt, bei mittlerer Hitze zum Kochen gebracht und mit reduzierter Hitze etwa zehn Minuten weitergekocht werden.
     
  • Nicht ganz frische Eier haben den Vorteil, dass die Schale beim Kochen nicht mehr so schnell reißt, da die innere Luftkammer etwas vergrößert ist.
     
  • Wenn die Eier gelagert werden sollen, ist vom Abschrecken abzuraten. Beim Abschrecken mit kaltem Wasser können durch die poröse Schale Keime eindringen, da Leitungswasser nicht steril ist.

Lagerung und Aufbewahrung gefärbter Eier

Die Lagerungszeit von gefärbten Eiern hängt davon ab, wer sie gekocht und gefärbt hat:

  • Industriell gekochte und gefärbte Eier sind bis zu drei Monate bei Zimmertemperatur haltbar.
  • Selbstgekochte und gefärbte Eier sind maximal fünf Wochen im Kühlschrank haltbar.

Wissenswertes

  • Lässt sich ein gekochtes Ei schlecht von der Schale trennen, dann ist das meistens ein Zeichen für besondere Frische und hat nichts mit fehlendem Abschrecken unter kaltem Wasser zu tun.
  • Liegen Eier zu lange im kochenden Wasser, bildet sich um das Eigelb ein grüner Rand. Das ist eine chemische Reaktion zwischen dem Eisen im Eigelb und dem Schwefel im Eiweiß. Der grüne Rand ist auf keinen Fall gesundheitsschädigend, nur optisch nicht so ansprechend.
  • Zum Essen eines gekochten Eies sollte nie ein Silberlöffel verwendet werden, denn der im Ei enthaltene Schwefel reagiert mit dem Silber aus dem Löffel. Das Ergebnis: Der Löffel färbt sich schwarz. (fra)

Stand: Juli 2020