Geschirr spülen: Was darf nicht in die Spülmaschine?

Geschirr spülen mit der Spülmaschine spart Zeit. Doch nicht alles darf in die Spülmaschine, wie zum Beispiel Holzbrettchen und Iso-Becher. Warum spülen Küchenprofis ihre Messer von Hand? Da es immer wieder etwas von Hand abzuspülen gibt: Wie macht man es richtig?

RS9917_Abwasch Geschirr putzen © Hallgerd - Fotolia.com-1.jpg

Geschirr mit Hand abspülen

Geschirr von Hand abspülen gehört zu den unbeliebtesten Hausarbeiten, denn nur vier Prozent tun dies gerne. Doch manches Geschirr oder Küchenzubehör ist aufgrund seines Materials von Hand zu reinigen. Zudem müssen knapp 30 Prozent der Haushalte immer ihr Geschirr manuell spülen, da sie keine Geschirrspülmaschine haben.

Für welche Gegenstände ist das Spülen von Hand besser?

Mit der Spülmaschine sollten aufgrund des Materials folgende Gegenstände nicht gereinigt werden:

  • Holzteile wie Brettchen und Besteck
    Aus Holz gefertigte Küchenutensilien quellen bei längerem Kontakt mit Wasser auf und bekommen einen optisch unschönen Grauschleier. Deshalb sollten verschmutzte Holzbrettchen auch nicht in Wasser eingeweicht werden.
    Zudem kann bei geleimten Holzteilen der Kleber sich lösen, so dass Holzgriffe abfallen können. Bei lackiertem Holz kann durch das maschinelle Spülen die Lackierung abplatzen.
     
  • Geschirr mit Kunststoffen
    Meist ist Geschirr aus Kunststoff als „spülmaschinenfest“ oder „spülmaschinengeeignet“ gekennzeichnet. Fehlt diese Kennzeichnung, ist Vorsicht geboten, da manche Kunststoffe bei Hitze leicht schmelzen können.
    Ungünstig ist es auch, wenn Plastikteile gleichzeitig mit von Tomatensoße bekleckertem Geschirr in die Spülmaschine eingeräumt werden. Durch die Hitze verändert sich die Oberfläche der Plastikteile, so dass rot gefärbtes heißes Wasser leichter eindringen kann und zu Verfärbungen führt. Diese lassen sich häufig nicht entfernen. Manchmal gelingt dies durch sehr kräftiges Reiben mit einem Lappen, der mit Speiseöl getränkt ist.
     
  • Vakuumierte Iso-Becher und Iso-Kannen
    Iso-Becher und Iso-Kannen haben eine Gummidichtung, die für das Vakuum im Becherinneren sorgt. Das Spülmaschinensalz greift jedoch die Gummidichtung an.
     
  • Gegenstände aus Silber, Zinn, Kupfer, Bronze oder Messing
    Omas Silberbesteck und auch anderes Material aus Zinn, Kupfer, Bronze oder Messing sind von Hand abzuspülen. In der Spülmaschine sorgt das Spülmittel in Kombination mit dem Spülmaschinensalz dafür, dass sich das Geschirr gräulich-schwarz verfärbt. Meist lässt sich die Verfärbung durch aufwändiges Polieren wieder entfernen, jedoch nicht immer.
     
  • Keramikgeschirr
    Für Keramikgeschirr – Tonware, Steingut, Porzellan und Halbporzellan – gilt, je härter und weniger porös das Material ist, desto höher ist seine Spülmaschinenfestigkeit.
    Bei Dekoren ist zu unterscheiden: Geschirr mit empfindlichen Aufglasurdekoren dürfen nicht in die Spülmaschine, wohingegen Unter- und Inglasurdekore in der Regel spülmaschinenfest sind.
     
  • Geschirr mit Gold-Dekor
    Die Dekorteile können sich im Laufe der Zeit ablösen; deshalb besser nicht in die Spülmaschine stellen.
     
  • Teure Gläser
    Gläser lassen sich zwar grundsätzlich mit der Maschine spülen. Im Laufe der Zeit können sie jedoch korrodieren, da das Wasser die Alkali-Ionen aus der Glasoberfläche herauslöst. Dies führt zu Trübungen im Glas, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Dieser Prozess wird durch einen ausreichenden bis höheren Salzgehalt verringert. Deshalb sollte auf jeden Fall der Härtebereich des Geschirrspülers auf den Härtegrad des Leitungswassers abgestimmt sein.

    Gläser mit Aufdruck besser  nicht in die Spülmaschine stellen, da der Aufdruck abblättern kann. Bei Sektgläsern mit langem Stiel besteht das Risiko, dass der Stil in der Maschine abbricht.

    Gläser aus Milchglas verfärben sich in der Spülmaschine gelblich. Wer dies nicht möchte, da diese Verfärbung meist irreparabel ist, spült diese Gläser besser von Hand.
     
  • Scharfe Messer
    Die Reinigungsmittel für den Geschirrspüler - egal, ob in Tabletten- oder Pulverform  - enthalten aggressive Bestandteile wie Säuren, Salze und Laugen, die dafür sorgen, dass das Geschirr sauber wird. Diese Säuren, Salze und Laugen reagieren mit Metall. Die Folge davon ist, dass das Messer rostet. Auch wenn der so genannte Lochfraß anfangs noch unscheinbar ist, so deuten braune Flecken bereits darauf hin, dass Korrosion stattfindet. Durch das Rosten wird die Schneide immer poröser und breiter, weshalb sie stumpf wird und schlechter schneidet.
    Messer sollten sofort nach dem Gebrauch gereinigt werden, da die Klinge bereits ab dem ersten Kontakt angegriffen wird, wenn sie salzige oder süße Speisen nur berührt.
     
  • Töpfe und Pfannen mit  Beschichtung
    Beschichtete Pfannen und Töpfe haben in der Spülmaschine nichts zu suchen. Das Spülmittel löst die Fettschicht auf, die beim Kochen entsteht. Wird diese entfernt, besteht das Risiko des schnelleren Anbrennens. Besser ist es, beschichtete Pfannen mit einem feuchten Schwamm ohne Spülmittel auszuwischen.
     

So geht das Geschirrspülen von Hand

Vorspülen: Sehr schmutziges Geschirr ist vorzuspülen, damit das Spülwasser nicht so schnell verschmutzt und gewechselt werden muss.

Heißes Wasser verwenden: Da in heißem Wasser die fettlösende Wirkung des Spülwassers besser ist, sollte das Wasser möglichst heiß (etwa 45 Grad Celsius) sein. Höhere Temperaturen werden meist als unangenehm empfunden.

Geschirr von leicht nach stark verschmutzt abwaschen: Die Reihenfolge hängt vom Verschmutzungsgrad und Material ab. Zunächst werden die Gläser gespült, da sie weniger verschmutzt sind und das noch saubere Wasser keine Fettschlieren am Glas hinterlassen kann. Danach werden Teller und Tassen aus Porzellan, Kunststoff- und Holzteile sowie Besteck abgespült. Zum Schluss sind Auflaufformen, Pfannen und Töpfe dran.

Wasser wechseln: Die Reinigungswirkung des Wasser lässt nach, wenn der Spülschaum zusammenfällt. Dann bzw. wenn das Wasser stark verschmutzt ist, sollte es gewechselt werden.

Nachspülen: Beim Nachspülen mit kaltem Wasser werden noch anhaftende Essens- und Spülmittelreste entfernt. Idealerweise macht man dies in einem zweiten Spülbecken, da dann das heiße Spülwasser nicht durch das kalte Wasser abgekühlt wird.

Warum Lufttrocken für das Geschirr am besten ist

Das gespülte Geschirr wird zum Abtropfen am besten in ein Abtropfgestell gelegt. Damit die Küche aufgeräumt aussieht, trocknen Ordnungsfans die noch feuchten Gegenstände mit einem Geschirrtuch ab und räumen sie in die Schränke. Besser - weil hygienischer - ist es aber, das Geschirr einfach an der Luft trocknen zu lassen. Ist das Geschirrtuch nämlich nicht ganz sauber, werden Keime vom Tuch auf das saubere Geschirr übertragen.

Stand: März 2019