Eier richtig lagern: Warum mit der Spitze nach unten?

Im Supermarkt und auf dem Wochenmarkt werden die Eier meist ungekühlt angeboten. Zu Hause werden sie dann in den Kühlschrank gelegt. Doch ist das nötig? Wann können Eier ungekühlt aufbewahrt werden? Und warum sollte deren Spitze nach unten zeigen?

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Eier im Eierkarton

Für viele Rezepte braucht man Eier, Eiklar oder Eigelb. Verwendung finden die Küchenstars in Kuchen, Pudding oder Tiramisu, gekocht als Frühstücksei, gebraten als Spiegelei, sie machen den Plätzchenteig gelb und eignen sich zum Binden von Soßen und Mayonnaise. Kurzum: Eier sind vielseitig in der Küche einsetzbar.

Auch wenn Eier eine harte Schale haben, sind sie dennoch empfindlich. Deshalb überrascht es nicht, dass die richtige Lagerung wichtig ist, damit sie länger frisch bleiben. Es ist erstaunlich, was beim Aufbewahren von Eiern alles zu beachten ist.

Eier sollten nach dem Einkaufen direkt in den Kühlschrank

Die Eischale ist mit einer dünnen Schutzschicht überzogen. Ist die Eischale und damit die Schutzschicht unversehrt, können keine Keime von außen in das Hühnerei eindringen. Diese Schicht kann das Verderben des Eis verhindern. 

Zwar werden Eier im Handel ungekühlt angeboten, Verbraucher sollten allerdings die Eier direkt nach dem Einkauf im Kühlschrank aufbewahren. Eierkartons tragen deswegen immer auch den Hinweis: "Bei Kühlschranktemperatur aufbewahren".

Einmal gekühlt, immer gekühlt

Sind die Eier einmal im Kühlschrank gekühlt, darf die Kühlkette nicht mehr unterbrochen werden. Temperaturunterschiede tun dem Ei nicht gut. Werden zunächst gekühlte Eier ohne Kühlung aufbewahrt, bildet sich durch den Temperaturanstieg Kondenswasser auf der Schale. Dieses schädigt die Schutzschicht auf dem Ei, so dass Keime in das Innere gelangen können.

Eier in der Kühlschranktür aufbewahren oder nicht?

Viele Verbraucher legen die Eier in das Eierfach der Kühlschranktür. Dies ist praktisch, da man bei Bedarf nur die Tür öffnen muss und schon hat man das Ei in der Hand. Zudem werden so Eier getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahrt. Dies ist wichtig, da sonst durch die atmungsaktive Schale der Eier Fremdgerüche von benachbart gelagerten geruchsintensiven Lebensmitteln wie Käse oder Fisch aufgenommen werden.

Neuerdings ist immer häufiger zu lesen, dass Eier bei Lagerung im Kühlschrank doch nicht in das Eierfach der Kühlschranktür gelegt werden sollten. Das häufige Öffnen und Schließen der Kühlschranktür soll den Eiern aufgrund des ständigen Temperaturwechsels nicht besonders gut bekommen und dadurch den Frischezustand negativ beeinträchtigen. Eine Alternative ist, die Eier im Inneren des Kühlschrankes zu lagern, da sie dort Temperaturschwankungen weniger ausgesetzt sind.

Eier mit Spitze nach unten bleiben länger frisch

Wer ein Frühstücksei auslöffelt, sieht am abgerundeten Ende des Eies eine Luftkammer, die Einfluss auf die Haltbarkeit hat. Wird das Ei mit der Luftkammer, also mit dem abgerundeten Ende, nach unten aufbewahrt, steigt Luft aus der Luftkammer nach einer Weile nach oben. Dadurch kann sich die Eihaut ablösen, so dass Keime eindringen können. Besser ist es also, das Ei mit der Spitze nach unten zu lagern. So zeigt die Luftkammer des Eies nach oben und das Ei bleibt länger frisch.

Eigelb und Eiweiß

Nicht für jeden Kuchen oder jede Süßspeise braucht man das ganze Ei. Wer Reste von Eiweiß oder Eigelb hat, kann diese abgedeckt in einer Schüssel im Kühlschrank allerhöchstens zwei Tage lagern.

Reste von Eiweiß oder Eigelb wie auch aufgeschlagene Eier lassen sich gut einfrieren. Hierzu notiert man am besten, was genau in der Gefrierdose enthalten ist. Wer häufiger kleinere Mengen an Ei braucht, kann rohe Eier verquirlen und das Eigemisch in Eiswürfelbehälter füllen. Die erhaltenen Eierwürfel sind etwa zehn Monate tiefgefroren haltbar. Nach dem Auftauen kann das Gemisch in üblicher Weise in Rezepten weiterarbeitet werden, die noch gebacken, gegart oder gekocht werden.

Nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch gut?

Eier sind empfindliche Lebensmittel, so dass das Mindesthaltbarkeitsdatum beachtet werden sollte. Doch für den Verbraucher ist es wichtig zu wissen, dass ein Ei auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum und bei kühler Lagerung noch nicht verdorben und somit essbar ist. Sicherheitshalber sollte es jedoch nur zum Backen oder für Speisen verwendet werden, die auf 70 Grad Celsius erhitzt werden, nicht jedoch für Speisen wie Mayonnaise oder Tiramisu, wozu rohe Eier benötigt werden. Durch das Erhitzen werden mögliche Keime wie Salmonellen abgetötet.

Frischezustande überprüfen

Unabhängig vom angegebenen Haltbarkeitsdatum lässt sich auch der Frischezustand eines Eies leicht überprüfen:

  • Wird ein frisches Ei in ein Glas mit kaltem Wasser gelegt, bleibt es liegen. Bei einem älteren Ei ist die Luftkammer größer, so dass es an der Wasseroberfläche schwimmt.
  • Nach dem Aufschlagen wölbt sich bei einem frischen Ei der Dotter nach oben. Ist das Ei älter, ist der Dotter flacher und das Eiweiß fließt auseinander. (fra)

Stand: September 2019