Der KlimaTeller: Per App klimafreundlich essen (gehen)

Unsere Ernährung trägt einen entscheidenden Anteil zu den weltweiten CO2-Emissionen bei, die massive Auswirkungen auf den Klimawandel haben. Ein Fünftel der in Deutschland produzierten Treibhausgase verursachen wir durch unsere Lebensmittelauswahl und unser Ernährungsverhalten. Mit der KlimaTeller-App können Gastwirte, Gemeinschaftsgastronomen, Köche und auch Privatpersonen nun die Klimafreundlichkeit ihrer Rezepte testen und ihren Gästen gezielt klimaschonende Mahlzeiten anbieten.

RS20879_Smartphone in Hand und im Hintergrund ein Einkaufskorb mit Lebensmitteln_BillionPhotos.com - AdobeStock.com-scr.jpg

Smartphone und Einkaufswagen mit Lebensmitteln

Deutschlandweit macht der Ernährungssektor etwa 21 Prozent der Treibhausgasemissionen aus und ist somit einer der drei größten Hauptverursacher des Klimawandels hierzulande. Dies betrifft dabei die komplette Produktionskette für Lebensmittel, von der Landwirtschaft zur Verarbeitung, über den Handel und die Transporte bis zum Verbraucher. Mit dem was wir essen, wo wir es einkaufen und wie wir unsere Speisen zubereiten beeinflussen wir das Klima.

So belastet zum Beispiel ein Kilogramm Rindfleisch das Klima im gleichen Maße wie eine 250 Kilometer Spritztour mit dem Kleinwagen auf der Autobahn.

 Das Klima spielt eine entscheidende Rolle bei der Lebensmittelversorgung

Nicht nur wir haben mit unserer Ernährung einen Einfluss auf den Klimawandel, sondern die Klimaveränderungen wirken sich auch auf unsere Lebensmittelversorgung aus: Immer häufiger auftretende Dürren, Hochwasser und Stürme können zu Ernteausfällen oder Verschlechterungen der Erntequalität führen.

Die Idee: Klimafreundliche Ernährung dank einer App

Mit der KlimaTeller-App können Gastronomen, Köche und Privatpersonen einen Beitrag für den Klimaschutz leisten, indem sie die Klimabilanz ihrer Speisen berechnen und ganz einfach alternative, klimafreundlichere Gerichte kreieren können.

Hierfür können die Rezepte mit ihren Zutaten und Mengen in einem virtuellen Kochbuch der App eingegeben werden. Dann werden die CO2-Emissionen des Rezeptes und der einzelnen Zutaten errechnet. Durch Klick auf die eingepflegten Zutaten können diese noch weiter angepasst werden, etwa nach Herkunftsland, Art des Transports, Konservierung oder Verpackung. So können unterschiedliche Einkaufsentscheidungen und ihre Auswirkungen auf das Klima schnell deutlich werden und bei der Planung klimafreundlicherer Speisen helfen.

Die Berechnungen der CO2-Emissionen basieren auf einer wissenschaftlich fundierten Datenbank des KlimaTeller-Kooperationspartners Eaternity AG. Aktuell ist diese Datenbank weltweit die umfangreichste ihrer Art.

Unternehmen, Caterer und Gastronomien können sich zudem über die Website Hilfe holen sowie individuell beraten und unterstützen lassen, zum Beispiel mit Workshops und Kochschulungen für das Personal, bei der Rezeptentwicklung oder zur Ideenfindung weiterer Möglichkeiten und Aktionen.

Verbraucher haben die Wahl

Haben Gastronomen Gerichte auf ihrer Speisekarte, die nicht mehr als die Hälfte der Emissionen eines durchschnittlichen Gerichts verursachen, handelt es sich um einen KlimaTeller. Diese Gerichte sparen dann etwa ein Kilogramm CO2-Emissionen ein – das entspricht einer Autofahrt von ungefähr acht Kilometern.
Der Wirt oder der Koch dürfen dann das KlimaTeller-Logo (siehe unten) neben dem Gericht in der Speisekarte abdrucken und durch kostenlose Türkleber und Tischaufsteller für ihre KlimaTeller werben.

Verbraucher können so direkt erkennen, mit welcher Speise sie eine klimafreundliche Wahl treffen oder direkt nach klimafreundlichen Außer-Haus-Verpflegungen Ausschau halten.

Wer steckt dahinter?

Der KlimaTeller wurde bereits 2011 von Studierenden der Universität Hamburg entwickelt. Die gemeinnützigen Initiativen Greentable und NAHhaft haben das Projekt nun seit 2018 weitergeführt und angepasst. Seit 2019 gibt es die passende App zur Website. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit fördert im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) das Projekt.

Klimafreundlich kochen – so einfach geht´s!

  • Regional und saisonal: Kaufen Sie nach Möglichkeit regionale und saisonale Produkte. Auf diese Weise können Sie unnötige Transportwege verhindern.
  • Fleischverzehr: Wer öfter mal auf tierische Lebensmittel verzichtet und auf die Tierhaltung achtet, kann eine Menge CO2 einsparen. Fast 15 Prozent aller von Menschen verursachten Treibhausgase entstehen durch die Massentierhaltung.
  • Bio statt konventionell: Der ökologische Landbau weist aufgrund des Verzichts von chemisch-synthetischen Düngemitteln, humusreichen Böden und einer regionalen Futterproduktion eine bessere Klimabilanz auf.
  • Plastik ade: Verzichten Sie so oft es geht auf Plastiktüten und –verpackungen und nutzen Sie wiederverwendbare Behältnisse.
  • Kaufen Sie realistische Mengen: Versuchen Sie nur das zu kaufen, was Sie auch mit Sicherheit aufbrauchen werden. So landen keine Lebensmittel im Müll.

(Sie)

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Stand: Juli 2019