Salate aus Salatbars – saubere Sache oder keimbelastet?

Lust auf Frisches - aber keine Zeit zum Zubereiten? Immer mehr Verbraucher greifen zu fertig geschnittenem Gemüse und Salaten beziehungsweise frischen Feinkostsalaten aus den Selbstbedienungstheken im Supermarkt. Auch für die Mittagspause oder als leichtes Mittagessen in Kantinen werden die frischen Salate aus der Theke immer beliebter. Doch sind die Produkte hygienisch einwandfrei?

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Salatbuffet

Keimbelastung im Labor geprüft

Im Hessischen Landeslabor wurden 31 Proben Salate und Salatzutaten beziehungsweise Feinkostsalate aus Salattheken zur Selbstbedienung auf ihren Hygienestatus untersucht. Auch Geruch, Geschmack und Frischezustand der angebotenen Erzeugnisse wurden dabei geprüft. Von den untersuchten 31 Proben wurde der größte Teil (25) im Einzelhandel entnommen. Die restlichen Salate stammten aus Kantinen beziehungsweise Restaurants.

Untersuchungsergebnisse wenig besorgniserregend

Zur Beurteilung der mikrobiologischen Untersuchungsergebnisse werden vom Hessischen Landeslabor die Richt – und Warnwerte für Misch- und Feinkostsalate der Deutschen Gesellschaft für Mikrobiologie und Hygiene (DGHM) herangezogen.

Die Richtwerte geben eine Orientierung, welches produktspezifische Mikroorganismenspektrum zu erwarten und welche Mikroorganismengehalte in den jeweiligen Lebensmitteln bei Einhaltung einer guten Hygienepraxis akzeptabel sind. Eine Überschreitung des Richtwertes weist laut der DGHM auf Schwachstellen in der Herstellungs- und Hygienepraxis hin. In dem Fall besteht die Notwendigkeit, die Wirksamkeit vorbeugender Maßnahmen zu überprüfen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Hygienesituation einzuleiten. Auch die Kalkulation des Haltbarkeitsdatums ist dann zu prüfen. Eine Überschreitung des Warnwertes bedeutet, dass die Prinzipien einer guten Herstellungs- und Hygienepraxis verletzt oder das Haltbarkeitsdatum zu lange bemessen wurde.

Die vom Hessischen Landeslabor geprüften Erzeugnisse waren unter Zugrundelegung dieser Kriterien überwiegend nicht zu bemängeln. Lediglich drei Proben wurden aufgrund von Hygienemängeln beanstandet. In den betreffenden Mischsalaten lag der Gehalt an Schimmelpilzen über dem Warnwert der DGHM. Auch der Gehalt an Hefen war teilweise erhöht und lag über dem Richtwert der DGHM.

Sowohl der Frischezustand als auch die Qualität der Produkte waren sämtlich einwandfrei. Krankheitserregende Keime wie Salmonellen oder Listerien konnten in keiner der Proben festgestellt werden.

Leicht verderbliche Ware

Salate sind schon von Natur aus niemals völlig keimfrei. Insbesondere im verarbeiteten Zustand bieten sie Bakterien und Hefepilzen gute Wachstums- und Vermehrungsbedingungen. Deshalb sind fertige oder vorgefertigte Salate ein leicht verderbliches Lebensmittel und sollten möglichst noch am Kauftag verbraucht werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn Salate aus unterschiedlichen Komponenten bestehen und zusammen in einer Verpackung aufbewahrt werden. So bieten beispielsweise tierische Produkte wie Fleisch oder Fisch aber auch Mais einen idealen Nährboden für Mikroorganismen. Die Keimvermehrung ist auch temperaturabhängig. Wichtig ist daher, die gekauften Salate bis zum Verzehr so kühl wie möglich aufzubewahren.

Dressings sind Kalorienbomben

Salate gelten als leichte und gesunde Mahlzeit. Allerdings verzehrt kaum jemand einen Salat ohne Dressing. Die in Salatbars oft angebotenen Fertigdressings enthalten aber neben Fetten und Ölen auch reichlich Zucker. Damit wird die zunächst kaloriensparende Mahlzeit schnell zu einer Kalorienbombe.  Nicht nur deshalb sollte man Dressings sparsam verwenden oder sogar ganz darauf verzichten, denn diese enthalten neben Fett und Zucker oft auch Geschmacksverstärker, Verdickungsmittel und weitere Substanzen wie Farb- und Aromastoffe, die nicht jeder zu sich nehmen möchte oder verträgt.

Kein billiges Vergnügen

Wer glaubt, mit einem Salat von der Salat-Theke oder –Bar im Supermarkt eine besonders preisgünstige Mahlzeit zu erwerben, wird an der Kasse oft überrascht. Denn dort wird in aller Regel nach Gewicht abgerechnet. Während leichtgewichtige Blattsalate und Kräuter den Endpreis drücken, schlagen Eier, Thunfisch, Käse und auch kompakte pflanzliche Zutaten wie Reis, Mais, Gurken oder Tomaten und nicht zuletzt das Dressing deutlich zu Buche.

Fazit

In den vom Hessischen Landeslabor untersuchten Proben wurden keine krankmachenden Keime gefunden. Verbraucher sollten jedoch darauf achten, die leicht verderblichen Salate nach dem Kauf kühl zu halten und möglichst noch am Kauftag zu verzehren. Wer auf Kalorien achten will oder muss, geht mit Fertigdressings sparsam um oder verzichtet darauf und bereitet sich zu Hause ein Dressing nach Wahl selbst zu. Die Salate aus den Selbstbedienungstheken gibt es in der Regel nicht zum Schnäppchenpreis, insbesondere lassen vergleichsweise schwere Zutaten den Preis an der Kasse in die Höhe schnellen.

Stand: März 2019