Reis und Reisprodukte enthalten zu viel Arsen

Untersuchungen zeigen, dass Reis und Reisprodukte größere Mengen an anorganischem Arsen enthalten. Arsenverbindungen gelten als krebsauslösend. Reiswaffeln, Reisflocken oder Reisbrei sind relativ stark mit Arsen belastet, Reiskörner weniger. Wie hoch die Arsengehalte in Lebensmitteln sind, können Verbraucher allerdings nicht erkennen. Eine abwechslungsreiche Ernährung minimiert Risiken.

Mensch im Reisfeld WJPHOTO - Fotolia.com_.jpg

Mensch erntet Reis in einem überschwemmten Feld

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat die Aufnahme der besonders giftigen anorganischen Arsenverbindungen über den Verzehr von Reis und Reisprodukten für die Bevölkerung in Deutschland ermittelt. Nach den Berechnungen können diese Lebensmittel je nach den Ernährungsgewohnheiten insbesondere bei Kindern erheblich zur Gesamtaufnahme von anorganischem Arsen beitragen.

Arsen in Reis und Reisprodukten

Untersuchungen der Überwachungsbehörden der Bundesländer zeigen, dass Reis und Reisprodukte größere Mengen an anorganischem Arsen enthalten. Diese Arsenverbindungen gelten als krebsauslösend.

Aufgefallen ist aber auch, dass nicht alle Lebensmittel auf Reisbasis gleichmäßig belastet sind.

Risiko minimieren

Die Aufnahmemenge anorganischer Arsenverbindungen über Reis und Reisprodukte ist relativ hoch. Abhängig von den Ernährungsgewohnheiten kann Reis somit erheblich zur Gesamtaufnahme anorganischer Arsenverbindungen beitragen. Eine geschickte Lebensmittelauswahl hilft das Risiko zu minimieren. Reisprodukte wie Reiswaffeln, Reisflocken oder Reisbrei sind beispielsweise stärker mit Arsen belastet als Reiskörner.

Die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung

  • Eltern wird empfohlen, ihre Säuglinge und Kleinkinder nicht ausschließlich mit Getränken auf Reisbasis wie Reismilch oder Beikost wie Reisbrei zu ernähren.
  • Produkte wie Reiswaffeln oder Reisflocken/Reisbrei nur in Maßen konsumieren und mit Produkten aus anderen Getreidearten abwechseln.
  • Wer an Zöliakie erkrankt ist oder auf Gluten mit gesundheitlichen Beschwerden reagiert, sollte beim Kauf glutenfreier Produkte eine einseitige Auswahl von Reis und Reisprodukten vermeiden. Neben Reis können andere glutenfreie Getreidearten wie zum Beispiel Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth oder Quinoa auf dem Speiseplan stehen.
  • Bei der Auswahl von Lebensmitteln sollte man die generelle Empfehlung zu Abwechslung und Vielfalt berücksichtigen und die Getreidearten beim Verzehr möglichst variieren. Dennoch kann Reis weiterhin Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein.
  • Verbraucher können nicht erkennen, wie hoch die Arsengehalte in ihren Lebensmitteln sind. Daher begrüßt das BfR den Beschluss der Europäischen Kommission, auf europäischer Ebene Höchstgehalte für anorganisches Arsen in Reis und Reisprodukten einzuführen. Die Empfehlungen des BfR bleiben jedoch auch nach der Einführung von Höchstgehalten weiterhin gültig.

Hintergrundinformationen

Arsen kommt in der Erdkruste natürlicherweise vor. Es gelangt durch natürliche und vom Menschen veranlasste Prozesse wie die Nutzung fossiler Brennstoffe in Böden, Grund- und Oberflächenwasser und wird so von Pflanzen aufgenommen. In Lebensmitteln tritt Arsen sowohl in der Form organischer (z.B. in Fisch und Meeresfrüchten) als auch anorganischer Verbindungen auf. Anorganische Arsenverbindungen sind als krebsauslösend für den Menschen klassifiziert. Bei langfristiger Aufnahme können sie laut BfR schon in vergleichsweise kleinen Mengen zu Hautveränderungen, Gefäß- und Nervenschädigungen führen, toxisch auf die Entwicklung des Menschen wirken sowie Herzkreislauferkrankungen fördern.

Das BfR hat deshalb das Gesundheitsrisiko der Bevölkerung in Deutschland bewertet. Dabei wurde mit Hilfe von Verzehrsdaten die tägliche Aufnahmemenge an anorganischem Arsen verschiedener Gruppen der Bevölkerung wie Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Erwachsene entsprechend ihrer Ernährungsgewohnheiten ermittelt. Fazit: Die Aufnahmemenge anorganischer Arsenverbindungen über Reis und Reisprodukte ist relativ hoch.

Da sich für die krebsauslösende Wirkung anorganischer Arsenverbindungen keine Aufnahmemenge angeben lässt, vertritt das BfR die Auffassung, dass die Gehalte an anorganischen Arsenverbindungen in Lebensmitteln auf ein unvermeidbares Minimum reduziert werden sollten.