Gefährliche Schimmelpilze in Lebensmitteln und Futtermitteln

Schimmelpilzgifte in Lebens- und Futtermitteln? Das ist keine Seltenheit. Sie kommen in Trockenfrüchten, Nüssen, aber auch in Maiskörner vor. Wie gesundheitsschädlich sind die als Aflatoxine bezeichneten Schimmelpilzgifte für den Menschen und für Tiere wirklich? Wie werden Verbraucher vor Aflatoxinen geschützt?

Microorganismen Zirafek - fotolia.com_.jpg

Petrischale mit rotem Nährboden und Schimmelpilz

Schimmelpilzgifte sind gesundheitsgefährlich. Sie können im Extremfall beim Menschen zu schweren Nieren- und Leberschäden führen. Wo kommt das Gift vor und wie kann man sich als Verbraucher schützen? Das VerbraucherFenster beantwortet die wichtigsten Fragen. Dabei wird das Expertenwissen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) berücksichtigt.

Was sind Aflatoxine?

Aflatoxine sind Pilzgifte, die von den Schimmelpilzen Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus gebildet werden. Es gibt verschiedenen Aflatoxin-Arten, die sich in ihrer chemischen Struktur unterschieden. Das toxikologisch wichtigste Aflatoxin ist das Aflatoxin B1. Aflatoxine werden vor allem mit der Nahrung aufgenommen.

Wie gesundheitsgefährlich sind Aflatoxine?

Aflatoxine haben ein besonders hohes krebserregendes Potenial und wirken Erbgut schädigend. Aflatoxine schädigen vor allem die Nieren und die Leber, aber auch das ungeborene Kind.

Für einzelne Lebensmittel und Futtermittel gibt es Höchstwerte. Werden Lebensmittel über einen kurzen Zeitraum verzehrt, bei denen diese Höchstgehalte geringfügig überschreiten sind, so ist dennoch nicht mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zu rechnen.

Welche gesundheitlichen Auswirkungen sind nach der Aufnahme von Aflatoxinen zu befürchten?

Aflatoxine führen beim Menschen selten zu akuten Gesundheitsbeeinträchtigungen wie akutem Leberversagen. Häufiger kommt es zu chronischen Wirkungen, wie langfristigen Schädigungen der Nieren und der Leber und der Krebsentstehung in diesen Organen.

Welche Lebensmittel oder Futtermittel können Aflatoxine enthalten?

Aflatoxine kommen in Lebensmitteln wie Trockenfrüchten, Pistazien, Nüssen, Erdnüssen, aber auch Maiskörnern vor. Bei Verfütterung von schimmelpilzbelastetem Futter können die Aflatoxine in Lebensmittel wie Milch übergehen („Carry over“). In Fleisch und Eier gehen Aflatoxine jedoch nur in geringen Mengen über. In Innereien wie Leber und Nieren, die bei der Verstoffwechselung eine bedeutende Rolle spielen, können Aflatoxine allerdings in höheren Konzentrationen auftreten.

Werden Aflatoxine durch die Verarbeitung verringert?

Da Aflatoxine hitzebeständig sind werden sie durch Kochen, Backen oder Braten nicht verringert.

Milchprodukte wie Käse oder Milchpulver können höhere Aflatoxingehalte aufweisen als zum Beispiel das Ausgangsprodukt Rohmilch. Lange gelagerte Käsesorten und Magermilchpulver können höhere Werte haben, da der Wasserverlust zu einer Aufkonzentration der Aflatoxine führt.

In fettreichen Lebensmitteln wie Butter sind geringere Gehalte als in der jeweiligen Rohmilch festzustellen.

Wie wirkt sich Aflatoxin auf Tiere aus?

Wird Futter mit erhöhter Aflatoxinbelastung an Nutz- und Haustiere verfüttert, so kann dies bei den Tieren zu Futterverweigerung führen und in Folge zu Gewichtsverlust. Milchkühe geben auch weniger Milch.

Wie werden Verbraucher vor Aflatoxinen geschützt?

Für Futtermittel sowie für einzelne Lebensmittel sind in der Europäischen Union Höchstgehalte festgelegt. Die Lebensmittel- und Futtermittelindustrie ist verpflichtet, durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass die gesetzlichen Höchstgehalte in ihren Produkten nicht überschritten werden und dass diese Produkte sicher sind. In den einzelnen Bundesländern kontrollieren die zuständigen Überwachungsbehörden die Maßnahmen der Lebens- und Futtermittelunternehmer.

Weitere Informationen zu Aflatoxinen in Futter- und Lebensmitteln vom BfR

Quelle:  Bundesinstitut für Risikobewertung / März 2013