Antibiotikaresistente Bakterien und die Folgen für den Menschen

In Krankenhäusern, aber auch bei Nutztieren in landwirtschaftlichen Betrieben nehmen die Resistenzen von Bakterien gegen Antibiotika zu. Welche Bakterien sind besonders betroffen? Was bedeutet MRSA? Wie kann man sich vor einer Infektion schützen? Das Bundesinstitut für Risikobewertung informiert.

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Petrischale mit rotem Nährboden und Staphyloccocus aureus

Antibiotika werden verabreicht, um krankmachende Bakterien abzutöten. Bakterien können aber gegen bestimmte Antibiotika eine Resistenz entwickeln. Dies ist sowohl in Krankenhäusern als auch auf Bauernhöfen festzustellen. Welche Bakterien entwickeln eine Resistenz?  Welche Lebensmittel können davon betroffen sein? Wie sieht die Situation bei Lebensmitteln aus ökologischer Produktion aus? Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) hat zum Thema Antibiotikaresistenz Fragen und Antworten zusammengestellt, die hier kurz vorgestellt werden:

Fragen und Antworten zu ESBL-tragenden antibiotikaresistenten Keimen 

  • Hier erläutert das BfR, was unter ESBL zu verstehen ist, wie folgt:
  • "Wichtige Antibiotika, gegen die eine zunehmende Resistenz beobachtet wird, gehören zur Gruppe der Aminopenicilline und Cephalosporine. Ursache für diese Antibiotikaresistenz sind Enzyme, die als „extended-spectrum beta-lactamases“ bezeichnet (ESBL) werden. Bakterien brauchen eine bestimmtes „Resistenz-Gen“, um die Enzyme produzieren zu können. Diese genetische Eigenschaft kann von einer Bakteriengeneration zur nächsten, aber auch von einer Bakterienart zu einer anderen weitergegeben werden.
  • Der Einsatz von Antibiotika bei Menschen und Tieren fördert die Verbreitung von ESBL-bildenden Bakterien, weil die Resistenz gegenüber Antibiotika einen Vorteil in der Konkurrenz mit anderen Bakterienarten bedeutet."

Darüber hinaus werden noch viele weitere Fragen beantwortet wie zum Beispiel:

  • Wodurch entstehen ESBL und wie werden sie verbreitet?
  • Wie häufig kommen Infektionen des Menschen mit ESBL-bildenden Bakterien vor?
  • Wie kann sich der Mensch mit ESBL-bildenden Bakterien infizieren?
  • Können Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen, ob ein Lebensmittel mit ESBL-bildenden Bakterien verunreinigt ist?
  • Was können Verbraucherinnen und Verbraucher tun, um sich gegen Infektionen mit ESBL-bildenden Bakterien zu schützen?
  • Was ist die Deutsche Antibiotika Resistenzstrategie?
  • Lesen Sie hier die FAQ vom 08.02.2012   

Fragen und Antworten zu Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA)

  • Das BfR erläutert den Begriff "MRSA" wie folgt:
  • "Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) sind Keime, die beim Menschen unter anderem Wundinfektionen und Entzündungen der Atemwege hervorrufen können und gegen bestimmte Antibiotika resistent sind. In der Vergangenheit trat der Keim vor allem in Krankenhäusern auf, wo er von Mensch zu Mensch übertragen wird. In den letzten Jahren wurden vermehrt Fälle registriert, in denen sich Menschen außerhalb von Krankenhäusern infiziert hatten.
  • MRSA werden auch bei Nutztieren und in Lebensmitteln nachgewiesen, die so eine Infektionsquelle für den Menschen sein können."

Weitere Fragen, die das BfR beantwortet sind zum Beispiel:

  • Wie kann sich der Mensch mit MRSA infizieren?
  • Wie häufig sind gesunde Menschen mit MRSA besiedelt?
  • Können Verbraucher MRSA auf der Haut bemerken?
  • Wie häufig sind MRSA, die bei Nutztieren verbreitet sind, die Ursache für Infektionen des Menschen?
  • Können Verbraucher erkennen, ob ein Lebensmittel mit MRSA verunreinigt ist?
  • Sind Lebensmittel aus ökologischer Produktion frei von MRSA?
  • Was kann jeder Verbraucher selbst tun, um sich gegen MRSA, die in Lebensmitteln oder Nutztieren vorkommen, zu schützen?
  • Lesen Sie hier die aktualisierte FAQ vom 12.07.2012 

Antibiotikaresistente Bakterien im Stall - welches Risiko besteht für den Menschen? 

  • Zu diesem Thema informiert das BfR folgendermaßen:
  • "Nicht nur in den Krankenhäusern, auch in Beständen von Nutztieren nehmen die Resistenzen von Bakterien gegen Antibiotika zu. Resistente Stämme sind dabei sowohl unter krankmachenden Keimen als auch unter nicht krankmachenden Bakterien, sogenannten Kommensalen, zu beobachten. Diese Entwicklung überrascht nicht. Denn immer, wenn Antibiotika eingesetzt werden, entsteht ein Selektionsdruck, und Bakterienstämme, die Abwehrmechanismen gegen die eingesetzten Antibiotika entwickelt haben, können sich ausbreiten. Das ist in den Tierställen nicht anders als in den Kliniken."
  • Lesen Sie hier die vollständige Pressemitteilung des BfR vom 08.02.2012 

Fragen und Antworten zu den Auswirkungen des Antibiotika-Einsatzes in der Tierproduktion

  • Unter anderem folgende Fragen beantwortet das BfR:
  • Was sind Antibiotika? Wozu werden sie in der Tierhaltung eingesetzt?
  • Werden in der Tiermedizin die gleichen Antibiotika eingesetzt wie in der der Humanmedizin? 
  • Wie können sich Verbraucherinnen und Verbraucher vor resistenten Keimen in Lebensmitteln schützen?
  • In welchen Lebensmitteln können Antibiotika-Rückstände enthalten sein? Wie gelangen sie in die Lebensmittel?
  • Geht von Antibiotika-Rückständen in Lebensmitteln ein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher aus?
  • Was sind Rückstandshöchstmengen?
  • Können Biolebensmittel auch Rückstände von Antibiotika enthalten?
  • Werden Antibiotika-Rückstände im Lebensmittel verringert, wenn das Lebensmittel erhitzt wird?
  • Diese Fragen sind ein Auszug aus den FAQs zu den Auswirkungen des Antibiotika-Einsatzes in der Nutztierhaltung vom 21.01.2016 

Stand: Januar 2016