Wurstpaket "to go" - was kommt da in die Tüte?

Lockvogelangebote beim Metzger Ihres Vertrauens? Verbraucherschützer mahnen hessische Metzger ab wegen intransparenter und falscher Kennzeichnung von Tagesangeboten: Meist fehlen Grundpreis- und Gewichtsangaben. Die vermeintlichen Schnäppchen werden teurer eingekauft als die üblicherweise ausgewogene Ware. Mehr dazu hier.

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Würste in einer Theke

Lockvogelangebote beim Metzger Ihres Vertrauens? Verbraucherschützer mahnen hessische Metzger erfolgreich ab wegen intransparenter und falscher Kennzeichnung: Es fehlen Grundpreis- und Gewichtsangaben auf tagesaktuellen Angeboten. Die Kunden hätten es gern verbraucherfreundlicher. Die vermeintlichen Schnäppchen sollen nicht teurer eingekauft werden als die üblicherweise ausgewogene Ware. Lockvogelangebote:  Keine Mengenangaben - Keine Grundpreisangaben

Auf dem Angebot ist zu lesen: "Fünf Bierbeißer nur 1,50 Euro!" oder "Riesenschinkenwurst Stück 5,00 Euro". Hier fehlen die vorgeschriebenen Grundpreisangaben pro Kilo oder Gramm. 

Manche heimischen Metzger bewerben ihre Angebote in regionalen Werbezeitschriften nur mit Stückpreisen ihrer Fleisch- und Wurstwaren und versuchen so, Kunden in ihr Geschäft zu locken, beanstandet Susanne Petermann, Leiterin der Beratungsstelle Gießen der Verbraucherzentrale Hessen. "Die Kunden erfahren somit nicht, wie viel Wurst sie für das Stück bekommen."

Was kann der Kunde tun?

Solche Lockvogelangebote sind verbreitet und die Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich nicht täuschen lassen.

  • Die Verbraucherzentrale Hessen fordert Verbraucher auf, beim Kauf von Stückware, die Angabe des Grundpreises und des Gewichtes nachdrücklich zu verlangen.
     
  • Verbraucher, die sich über weitere fehlende oder unkorrekte Preisangaben in Werbeblättern oder im Internet ärgern, können dies unter www.lebensmittelklarheit.de   melden.

Das kommt nicht in die Tüte! 

Die Verbraucherzentrale Hessen hat deshalb verschiedene Verbraucherbeschwerden aufgegriffen und bereits mehrere ober- und mittelhessische Metzgereien erfolgreich wegen fehlender Mengen- und Grundpreisangaben abgemahnt.

Alle betroffenen hessischen Betriebe gaben in regionalen Zeitungen und Werbeblättern Stückpreise an. Grundpreis- und Gewichtsangaben fehlten.

"Diese intransparente und falsche Kennzeichnungspraktik der Metzgereien ist nicht hinzunehmen. Der Handel ist gesetzlich zur Grundpreis- und Mengenangabe bei Stückpreisen verpflichtet", so Andrea Schauff, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Hessen. 

"Die Angabe des Preises pro Kilogramm oder Liter, bei kleineren Lebensmittelmengen pro 100 Gramm oder 100 Milliliter, soll sicherstellen, dass ein Preisvergleich ohne Rechnen möglich ist – und zwar sowohl direkt am Einkaufsort als auch bei Werbeanzeigen und -prospekten. Bei Preisangaben pro Stück ist die Angabe, wie viel Gramm ein Stück wiegt, unverzichtbar, um sicherzustellen, dass das vermeintliche Schnäppchen nicht teurer ist als die ausgewogene Ware", so die Verbraucherzentrale.

Auch die Handelskette Globus und die überregionale Metzgerei Häuser hatten derartige "Lockvogelangebote" geschaltet und wurden abgemahnt. Die Betroffenen kennzeichnen wohl inzwischen verbraucherfreundlicher.

Stand: Juli 2017