Lebensmittelkauf: Einkaufstipps für Coronazeiten

Kann man sich beim Einkaufen im Supermarkt mit dem Coronavirus infizieren? Ist ein Einkauf auf dem Wochenmarkt unbedenklich? Und wie sieht es mit importierten Waren aus Risikogebieten aus? Wir sind einigen Fragen rund um den Lebensmitteleinkauf und Sars-Cov2 nachgegangen.

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Voller Einkaufswagen im Supermarkt

Können die Coronaviren über unverpackte Lebensmittel wie Obst, Gemüse oder Brot übertragen werden?

Bisher sind keine Infektionen über einen solchen Übertragungsweg bekannt. Der Hauptübertragungsweg der Covid-19 auslösenden Viren ist die Tröpfchen-Infektion. Durch das Husten, Niesen oder Sprechen gelangen feinste Tröpfchen in die Umgebungsluft, die dann von anderen Personen eingeatmet werden können.

Eine Virusübertragung über Lebensmittel ist aber nicht völlig ausgeschlossen. Ist das Virus durch Husten und Niesen einer infizierten Person auf die Lebensmittel gelangt, können die Coronaviren kurz danach durch eine Schmierinfektion von einer anderen Person aufgenommen werden. Das passiert dann, wenn die Viren über die Hände oder das Lebensmittel selbst auf die Schleimhäute des Mund- oder Rachenraums oder über die Augen übertragen werden.

Tipp: Achten Sie beim Einkauf darauf, sich nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen. Wer niesen oder husten muss, sollte dies in die Armbeuge oder ein Einwegtaschentuch machen. Nach dem Einkauf sollten Sie die Hände gründlich reinigen. Waschen Sie unverpackte Lebensmittel  sorgfältig unter fließendem Wasser ab und lassen Sie diese nicht lange nass liegen. Wer sicher gehen will, kann zudem das Obst oder Gemüse vor dem Verzehr schälen.

Wie lange überleben die Viren auf Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln?

Sind die Viren tatsächlich auf Obst oder Gemüse gelandet, können sie dort eine Zeit lang überleben. Allerdings:  Im Allgemeinen weisen bekannte Coronaviren in der Umwelt nur eine geringe Stabilität auf. Daher kann davon ausgegangen werden, dass auch die Lebensdauer von SARS-Cov2 auf den Oberflächen recht kurz ist. Die Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, Oberflächenbeschaffenheit und auch die vorhandene Virusmenge können zusätzlich eine Rolle bei der Haltbarkeit der Viren spielen.

Im Lebensmittel an sich können sich die Coronaviren nicht vermehren. Hierfür benötigen sie immer einen lebenden tierischen oder menschlichen Wirt.

Dennoch, gezielte Untersuchungen an Gemüse, Obst und anderen Lebensmitteln sowie deren Verpackungen gibt es bisher noch nicht!

Kann man sich mit Sars-Cov2 über Fleischwaren infizieren?

Nach aktuellem Stand der Forschung können sich Nutztiere der Fleischproduktion nicht mit Sars-Cov2 infizieren und sind demnach auch keine Überträger des Virus auf den Menschen. Lediglich über Schmierinfektionen, wie bei Obst oder Gemüse, wäre eine Weitergabe des Virus denkbar. Allerdings sind Fleisch- und Wurstwaren durch eine Glasscheibe an der Frischetheke vor dem Niesen und Husten der Kunden geschützt.

Tipp: Waschen Sie sich vor der Zubereitung immer die Hände. Fleisch und auch Geflügel sollten vor dem Verzehr ausreichend und gleichmäßig erhitzt werden. Auf diese Weise schützt man sich nicht nur vor möglichen Schmierinfektionen mit dem Coronavirus, sondern auch vor anderen Krankheitserregern. Verwenden Sie bestimmte Küchenutensilien wie Schneidebretter nur für Gemüse oder nur für Fleischwaren.

Kann das Virus in Tiefkühlkost überleben?

Genauso wie bei allen anderen Lebensmitteln ist bisher auch noch keine Infektion mit dem Coronavirus bekannt, die über den Umgang und Verzehr von Tiefkühlprodukten übertragen wurde. Allerdings weiß man von den bekannten Coronaviren, SARS oder MERS, dass diese unempfindlich gegenüber Kälte sind und somit auch problemlos bei minus 20 Grad und bis zu zwei Jahre im tiefgefrorenen Zustand überleben können und daher infektiös bleiben.

Tipp: Händewaschen sollte auch vor der Lebensmittelzubereitung das A und O sein. Je nach Lebensmittel verringert auch die Erhitzung auf mehr als 70 Grad das Risiko für Schmierinfektionen, da Coronaviren hitzeempfindlich sind.

Geht von Bargeld, Griffen von Einkaufswagen oder EC-Kartenterminals eine erhöhte Infektionsgefahr aus?

Über einen solchen Übertragungsweg ist bisher keine Infektion bekannt. Dennoch: Genau wie bei den Lebensmitteln, ist eine Ansteckung über Schmierinfektionen grundsätzlich denkbar.

Tipp: Achten Sie darauf, mit den Händen nicht das Gesicht zu berühren und nach dem Einkauf gründlich die Hände zu waschen.

Einkauf auf dem Wochenmarkt – in Corona-Zeiten bedenklich?

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass es zu einer Virusübertragung auf dem Wochenmarkt gekommen ist. Es ist denkbar, dass ein höheres Risiko einer Übertragung durch das Zusammenkommen mit anderen Menschen besteht. Tipp: Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern einhalten und Mund-Nasen-Schutz tragen. Generell bietet der Wochenmarkt gegenüber dem Supermarkt und Discounter den Vorteil, dass die Belüftung im Freien in jedem Fall gesichert ist.

Besteht bei importierten Waren aus Risikogebieten ein erhöhtes Infektionsrisiko?

Nach dem aktuellen Wissensstand stellen Lebensmittel, Kosmetika oder Bedarfsgegenstände wie Spielwaren, Computer, Kleidung oder Werkzeuge sowie deren Verpackungen kein erhöhtes Übertragungsrisiko für Sars-Cov2 dar. Auch dann nicht, wenn sie aus Gebieten mit starker Ausbreitung des Virus nach Deutschland importiert worden sind.

Vor Ansteckung schützen – so geht’s!

Die oberste Regel zur Vermeidung einer Corona-Infektion ist: Abstand zu anderen Personen halten – mindestens 1,5 Meter! Nur so kann eine Ansteckung durch Tröpfchen über die Luft vermieden werden.

Mittlerweile müssen Kunden sowieso immer für jeden Einkauf einen Einkaufswagen benutzen. Das ist gar nicht so unpraktisch, denn der Einkaufswagen hat etwa eine Länge von 1,5 Metern und kann dazu beitragen, die erforderlichen Abstände einzuhalten. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist bereits zur Pflicht beim Einkauf geworden.

Die meisten Supermärkte und Discounter haben zudem Markierungen auf dem Fußboden angebracht, Absperrbänder gezogen und Wege zwischen den Supermarktgängen eingerichtet, die die Laufrichtung im Geschäft anzeigen sollen, um den Personenkontakt weiter zu verringern.

Damit sich möglichst wenige Personen gleichzeitig im Geschäft aufhalten, sollte man alleine einkaufen gehen und möglichst Zeiten auswählen, in denen die Märkte nicht überfüllt sind, zum Beispiel vormittags oder später am Abend.

Um sich nicht unnötig lange im Geschäft aufzuhalten und auch um Schmierinfektionen zu vermeiden, ist es ratsam den Einkauf vorab zu planen. Schreiben Sie einen Einkaufszettel und überlegen Sie im Vorhinein gut, was Sie für die kommenden Tage benötigen. Greifen Sie in den Supermarktregalen dann nur nach den Waren, die Sie auch wirklich kaufen möchten. Dies gilt ganz besonders für unverpackte Lebensmittel, wie etwa Gemüse oder Obst.

Vermeiden Sie es sich während des Einkaufs ins Gesicht zu fassen und husten oder niesen Sie in die Armbeuge oder in ein Taschentuch, das Sie danach sofort entsorgen.

Waschen Sie sich nach dem Einkauf als erstes zu Hause gründlich die Hände.

Wenn Sie sich krank fühlen und Erkältungssymptome aufweisen, verzichten Sie auf den Einkauf. Fragen Sie stattdessen im Familien, Freundes- und Bekanntenkreis, ob jemand für Sie die Besorgungen erledigen kann. (Sie)

Stand: Mai 2020