Verbraucherinformation zu „Schummel-Käse“

Was hat es mit Schummelkäse auf sich, und wie können Verbraucher echten Käse von Käse-Imitaten unterscheiden?

Auf dem Markt werden zahlreiche Backwaren mit Käse angeboten, wobei der Käse gar kein Käse ist. Dieser Schummel-Käse ist ein künstliches Erzeugnis, bei dem Milchfett durch pflanzliches Fett ersetzt wird. Dabei handelt es sich um „Käsebrötchen“, „Käsestangen“, „Laugen-Käse-Brötchen“, „Käsekuchen“, „Börek mit Käse“, „Börek mit Weichkäse“, „… mit Käse überbacken“ und andere, die in der Regel als lose Ware in den Verkehr gebracht werden.

Hersteller verwenden bei der Herstellung dieser Produkte zum Teil käseähnliche Zubereitungen. Diese Erzeugnisse werden als „Bäckermischung“, „Bäckermix“, „Halbe-Halbe“, „Streufertiger Backbelag für Pizzen, Brötchen“, u.a. bezeichnet. Diese Produkte werden in der Regel nicht im Einzelhandel angeboten, sondern im Zwischenhandel. Bei diesen Erzeugnissen handelt es sich um Zubereitungen aus pflanzlichen Fetten, Magermilchpulver, Stärke, Milcheiweiß, Salz u. a., zum Teil ist auch „echter“ Käse beigemischt. Darüber hinaus enthalten sie Schmelzsalze, Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Aromastoffe u. a.

Die verwendeten Imitate können in zwei Gruppen eingeteilt werden:

1.      Produkte gänzlich ohne Käse (z. B. „Puma“)
2.      Produkte mit Anteilen aus Käse und aus Zubereitungen von Pflanzenfetten (z.B. „Bäckermix“, „Halbe-Halbe“ o. ä.).

Die Industrie verwendet die Imitate hauptsächlich wegen ihres Preises. Imitate sind wesentlich billiger herzustellen als Käse. Weitere Eigenschaften sind z. B. ein geringerer Fettgehalt  eines Produktes, niedrigerer Cholesteringehalt sowie gute Schmelzfähigkeit. Für den Verbraucher bringt der Analogkäse allerdings negative Eigenschaften mit sich: Dies sind insbesondere verminderte Gehalte an Mineralstoffen und Vitaminen der Milch sowie schlechtere Verdaulichkeit der Pflanzenfette und niedrigere biologische Wertigkeit des Eiweißes.

Lebensmittelrechtliche Beurteilung

Der so genannte Analogkäse ist bis auf das Aussehen mit normalem Käse im Sinne der Käse-VO nicht vergleichbar. Daher handelt es sich bei diesen Erzeugnissen um Imitate (Imitation: Nachahmen, Nachahmung, minderwertige Nachbildung eines wertvollen Materials). Werden diese Produkte lebensmittelrechtlich richtig gekennzeichnet, dürfen sie in Verkehr gelangen. Nach  geltendem EU-Recht ist es unzulässig, Erzeugnisse mit Namen gebendem Zusatz „Käse“ zu bezeichnen, bei denen Milchfett gegen pflanzliche Fette und/oder pflanzliches Eiweiß ausgetauscht wurde.

Wie können Verbraucher Imitate von Käse unterscheiden?

  • Werden Lebensmittel unter Verwendung von käsehaltigen Zutaten bzw. Käse-Imitaten hergestellt, so können diese Erzeugnisse auf Grund ihres Aussehens mit gleichartigen Käseerzeugnissen verwechselt werden. Daher ist eine ausreichende Kennzeichnung von Gesetzes wegen erforderlich, dass es sich dabei nicht um Käse sondern um Imitate handelt
     
  • Wenn man Käse mit Imitaten bezüglich Geruch und Geschmack direkt vergleicht, kann man Unterschiede feststellen. Bei gebackenen Erzeugnissen wie Käsebrötchen oder Käsepizza ist die Unterscheidung sehr schwer oder unmöglich.
     
  • Wo lose Backwaren oder Pizza verkauft wird, also in der Bäckerei oder in Gaststätten, sollten daher Verbraucher das Personal fragen, ob es sich bei den verwendeten Zutaten um echten „Käse“ handelt.
     
  • Auf verpackten Lebensmitteln ist auf das Etikett zu achten. Steht dort beispielsweise „Käse“, „Gouda“ oder „Emmentaler“ etc. drauf, so können Verbraucher sicher sein, dass echter Käse verarbeitet wurde bzw. enthalten ist (Tabelle 1). 
     
  • Bei Verwendung von Imitaten müssen diese deklariert sein (Tabelle 2). Dies können Verbraucher daran erkennen, dass beispielsweise die Bezeichnungen der Imitate wie „Bäckermischung“, „Bäckermix“, „Halbe-Halbe“, „Streufertiger Backbelag für Pizzen, Brötchen“ genannt werden. Außerdem müssen in der jeweiligen Zutatenliste die Bestandteile der Erzeugnisse wie pflanzliche Fette, Magermilchpulver etc. aufgeführt sein.
Tab. 1: Beispiel-Etikett von Käse

Erzeugnis

Beispiel

Name des Erzeugnisses

Emmentaler, Gouda, Halbfester Schnittkäse, Hartkäse, Schmelzkäse, Käsezubereitung o.ä)

Fettgehaltstufe oder Fettgehalt i.Tr.*

48% Fett i.Tr.

Mindesthaltbarkeitsdatum

Mindestens haltbar bis: ...
Gekühlt haltbar bis: …

Zutatenverzeichnis wenn weitere Zutaten enthalten sind (fehlt in der Regel bei Käse, wenn das Produkt nach Käse-Verordnung hergestellt ist)
weitere Zutaten: E 160b
Tierart, bei Verwendung von Milch anderer Tiere  Schafskäse, Ziegenkäse

Füllmenge

250 g

Hersteller/Inverkehrbringer 

Adresse

* Fett i.Tr. bedeutet: Fettgehalt in Trockenmasse (Fettgehalt ohne Wasser). Enthält z.B. ein Weichkäse mit 48% Fett i. Tr. einen Wassergehalt von 50%, so liegt der absolute Fettgehalt bei 24%.

Tab. 2: Beispiel-Etikett von Käseimitat
Erzeugnis Beispiel

Name des Erzeugnisses

Die Erzeugnisse dürfen nicht „Käse“ genannt werden
In der Regel werden die Produkte beschrieben z.B.  
Lebensmittelzubereitung aus Magermilch und Pflanzenfett

Fettgehaltstufe oder Fettgehalt i.Tr.

Muss nicht angeben werden

Mindesthaltbarkeitsdatum

Mindestens haltbar bis: 20.10.2010
Gekühlt haltbar bis: 20.10.2011

Zutatenverzeichnis

Pflanzenfett, 
Käse (X%), 
Milcheiweiß, 
Stärke, 
Salz, 
Schmelzsalz E 339, 
Konservierungsstoff Natriumnitrat, 
Farbstoff E 160 b

Füllmenge 

250 g

Hersteller/Inverkehrbringer Adresse