Fischbrötchen – gesundes Fast-Food?

Imbissbuden, Fast-Food-Restaurants und Fischgeschäfte verkaufen sie massenhaft: Fischbrötchen. Unter diesem beliebten Snack versteht man ein mit Fisch oder Meeresfrüchten sowie zusätzlichen Zutaten belegtes Brötchen. Handelt es sich dabei um ernährungsphysiologisch günstiges oder eher nachteiliges Fast-Food?

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Fischbrötchen

Woraus besteht ein Fischbrötchen?

Vielfach wird unter einem klassischen Fischbrötchen ein mit Bismarckhering und Zwiebeln belegtes Weizenbrötchen verstanden. So einfach zu definieren ist ein Fischbrötchen jedoch nicht. Als Belag kommen häufig auch Lachs, Makrele, Sprotten, Matjes und Brathering infrage. Damit nicht genug: Häufig werden auch Meeresfrüchte wie Garnelen, Krabbenfleisch sowie Produkte aus zerkleinertem Fischfleisch – so genannte Fischfrikadellen – als Fischbrötchenbelag verwendet.

Aus gutem Grund kaum noch angeboten werden Fischbrötchen, die mit geräucherten Bauchlappen des Dornhais – besser bekannt als „Schillerlocken“ – belegt sind: Dornhaie gehören zu den bedrohten Tierarten. Diese Fischart ist in einigen Regionen, unter anderem in der Nordsee, bereits ausgestorben. Abgesehen davon gilt Dornhai als mit Quecksilber belastet. Dieses Schwermetall kann Nerven- und Nierenschäden verursachen.

Als Zutaten für Fischbrötchen kommen jeweils geschmacklich zum Fisch- oder Meeresfrüchtebelag passend Zwiebeln, eingelegte Gurken, hartgekochte Eier, Tomatenscheiben, Salatblätter sowie verschiedene Remouladen zum Einsatz. Neben den klassischen Weißmehlbrötchen werden zunehmend auch Mehrkorn- und Vollkornbrötchen für Fischbrötchen verwendet.

Wie gesund sind Fischbrötchen?

Im Vergleich mit anderen Fast-Food-Produkten wie Currywurst, Döner oder Hamburger schneiden Fischbrötchen im Hinblick auf die ernährungsphysiologische Qualität gut ab. Zwar sind je nach Belag die Kaloriengehalte von Fischbrötchen nicht immer geringer als jene von Big Mac & Co., aber dafür liefern Fisch und Meeresfrüchte wertvolles Eiweiß, Mineralstoffe sowie hochwertige Omega-3-Fettsäuren. Sie sind damit nicht nur deutlich besser für den Cholesterinspiegel, sondern auch förderlich für ein gesundes Herz-Kreislauf-System.

Ernährungsphysiologisch betrachtet zählen Fischbrötchen somit zu den empfehlenswerten Fast-Food-Produkten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche. Die mit fettreicheren Fischsorten wie Hering und Lachs belegten Fischbrötchen tragen zu einer erwünschten Versorgung des Körpers mit Omega-3-Fettsäuren bei.

Aber aufgepasst: Backfisch in Panade, Fischburger („Bremer“) und andere in Fett ausgebackene Fischprodukte sorgen - insbesondere in Kombination mit Remouladensoße - für reichlich Kalorien. Ein Backfischbrötchen mit Remoulade enthält mit rund 500 Kilokalorien (kcal) etwa so viel Energie wie ein Big Mac. Ein klassisches Fischbrötchen mit Bismarckhering bringt es hingegen nur auf etwas über die Hälfte (ca. 265 kcal) der Kalorien und auf nur ein Drittel des Fettgehaltes eines Backfischbrötchens.

Fazit

Fischbrötchen sind aufgrund ihres Gehaltes an hochwertigen Fettsäuren, Eiweißen und Mineralstoffen eine empfehlenswerte Alternative zu Döner, Hamburger und anderen Fast-Food-Produkten. Allerdings können Panade und Soßen, die hauptsächlich als Zutaten von Backfischen oder Fischfrikadellen auf dem Brötchen landen, den Kaloriengehalt deutlich in die Höhe treiben. (ack)

Stand: Mai 2019