Wie kommt der Schokohase in Form?

Kein Osterfest ohne Osterhasen aus Schokolade – doch wie werden die süßen Figuren hergestellt? Sind Schokohasen gar eingeschmolzene, übrig gebliebene Nikoläuse? Und warum sind Schoko-Hasen mit dunkler Schokolade gesünder als Vollmilchschokolade?

Osterhase_Schokolade arinahabich - adobe.com_.jpg

Schokoladenhase

Hätten Sie gewusst, dass mehr Osterhasen aus Schokolade als Weihnachtsmänner hergestellt werden? Der Schoko-Osterhase liegt mit einer jährlichen Produktionsmenge von etwa 220 Millionen klar vor dem Schoko-Nikolaus mit rund 150 Millionen Stück. Etwas mehr als die Hälfte der produzierten Menge wird in Deutschland vernascht, der Rest wird ins europäische Ausland exportiert, aber auch nach Nordamerika und Australien.

So kommt der Osterhase in Form

Mancher Schokoliebhaber fragt sich, wie die Luft in die Schokohasen kommt. Zur Herstellung von Hohlfiguren, also außen Schokolade und innen Luft, braucht man zwei Halbschalen. In eine Halbschale wird die flüssige Schokolade gegossen, dann wird die andere Formhälfte daraufgelegt und verschlossen. In einem so genannten Schleudergussverfahren wird die Form nun so lange gedreht, bis sich an den Innenflächen der Form die Schokolade gleichmäßig verteilt hat. Nach dem Abkühlen kommen die Hasen-Figuren aus der Form und werden in Folie verpackt.

Schokohase vom Fließband oder aus der Konditorei

Der handgefertigte Schoko-Hase aus der Konditorei unterscheidet sich optisch und in der Qualität vom Serienmodell aus dem Supermarkt.

Der Großteil der industriell gefertigten Schokohasen wird in farbige Alu-Folien verpackt. Die bunte Folie verschönert nicht nur optisch die Figur, sondern schützt die Schokolade vor Licht und Luft. Dies ist notwendig, da unter dem Einfluss von Licht und Luft der Geschmack und damit die Qualität von Schokolade leidet. Somit bleibt durch die Folie der monatelang vor dem Osterfest produzierte Hase länger frisch.

Osterhasen vom Konditor sind häufig mit einem richtigen Gesicht mit farblich abgesetzten Augen und weißem Schokostupsnäschen verziert. Höherwertige Rohstoffe und die zeitaufwändige manuelle Herstellung machen den Schokohasen aus der Konditorei teurer als die Massenware vom Fließband. Da der Konditor seine Schokofiguren erst kurz vor Ostern herstellt, müssen sie nicht luftdicht in umweltschädlicher Alu-Folie verpackt werden.

Verschiedene Geschmacksrichtungen

Der klassische Osterhase aus Vollmilchschokolade wird am meisten hergestellt und nachgefragt. Doch Varianten aus Zartbitterschokolade oder weißer Schokolade liegen auch im Trend. Diese Schokoladensorten unterscheiden sich vor allem im Kakaoanteil:

  • Milchschokolade ist in Deutschland die beliebteste Schokoladenrichtung. Sie enthält mindestens 25 Prozent Kakaopulver, als Vollmilchschokolade sogar mindestens 30 Prozent. Durch den reichlichen Zuckergehalt schmeckt sie süßer. Sie hat eine weiche und cremige Konsistenz.
     
  • Bitterschokolade hat mit 70 Prozent einen besonders hohen Kakaoanteil, bei Zartbitterschokolade liegt er bei etwa 55 Prozent. Je mehr Kakao enthalten ist, desto kräftiger und herber schmeckt diese Schokoladensorte. Milch ist kaum oder gar nicht enthalten. Bitterschokolade hat eine feste Konsistenz.
     
  • Weiße Schokolade ist genau genommen keine Schokolade, da sie keinen Kakao enthält. Sie muss aus mindestens 20 Prozent reiner Kakaobutter bestehen, die der weißen Schokolade den hellgelben Farbton gibt. Ihr Milchanteil verleiht dieser Schokolade eine cremige Note, der hohe Zuckeranteil eine süße.

Dunkle Schokolade bevorzugen

Der unterschiedliche Kakao- und Zuckergehalt der Schokolade schlägt sich im Kaloriengehalt nieder. Vollmilchschokolade enthält in 100 Gramm etwa 535 Kalorien und damit unwesentlich weniger als weiße Schokolade mit 540 Kalorien. Dunkle Schokolade enthält mit 390 Kalorien in 100 Gramm deutlich weniger Energie, jedoch nur, wenn sie mit fettarmem Kakao oder mit entöltem Kakaopulver hergestellt wird.

Schokolade mit einem Kakaoanteil von über 70 Prozent wird nachgesagt, gut für die Gesundheit zu sein, da Kakao viele gesundheitsfördernde Substanzen wie Antioxidantien, Flavanole und Theobromin enthält. Die Antioxidantien schützen die Zellen, da sie die freien Radikale abfangen, die die Zellen schädigen. Flavanole sollen sich positiv auf die Elastizität der Blutgefäße und den Blutdruck auswirken und damit das Risiko für Schlaganfall senken. Theobromin soll die Nerven und den Kreislauf anregen.

Auch wenn manche Inhaltsstoffe des Kakaos sich positiv auf die Gesundheit auswirken, so ist Schokolade, ob als Osterhase oder als Tafel, nur in gemäßigten Mengen zu konsumieren. Ein erhöhter Schokoladenkonsum fördert die Entstehung von Übergewicht und macht die positiven Effekte des Kakaos zunichte.

Nachhaltiger Kakaoanbau nimmt zu

Die Verwendung von nachhaltig zertifiziertem Kakao nimmt bei den in Deutschland verkauften Süßwaren stetig zu. Nach einer Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) stieg der Anteil an nachhaltig zertifiziertem Kakao im Jahr 2020 auf 77 Prozent an. Im Jahr davor lag der Anteil bei 72 Prozent, im Jahr 2015 bei 39 Prozent und im Jahr 2011 bei nur drei Prozent.

Sind Osterhasen eingeschmolzene Nikoläuse?

Dieses Gerücht hält sich zwar hartnäckig, die Frage muss aber ganz klar verneint werden. Nach dem Lebensmittelrecht ist es verboten, Lebensmittel, die den Produktionsbetrieb verlassen haben, wieder zurückzunehmen und erneut dem Produktionsablauf zuführen. Es ist auch nicht erlaubt, Saisonware umzuverpacken, um beispielsweise übrig gebliebene und mit Weihnachtsmotiven verpackte Schokokugeln in österlichem Gewand zu präsentieren. Aus wirtschaftlichen Gründen macht dies auch keinen Sinn, da der Rücktransport, das Sortieren der verschiedenen Schokoprodukte und das Auspacken mit erheblichen Kosten verbunden ist und dadurch die Osterhasen um 30 Prozent teurer würden. Osterhasen wie Nikoläuse und Weihnachtsmänner werden somit immer aus frisch hergestellter Schokoladenmasse hergestellt. (fra)

Stand: März 2021