Waldmeister – ein aromatisches Kraut nicht nur für die Maibowle

Steigende Temperaturen machen Lust auf kalte Getränke: Neben Saftschorle steht aktuell auch Mai-Bowle hoch im Kurs. Wie lässt sich Maibowle auch mit alkoholfreien Zutaten zubereiten und was kann man sonst noch mit Waldmeister herstellen? Das Sammeln im Wald vertreibt Corona-Gedanken!

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Waldmeister

Wo kommt Waldmeister vor?

Waldmeister wächst überwiegend in lichten Laubwäldern und ist erkennbar an seinem charakteristischen Duft. Meistens findet man ihn in größeren Ansammlungen. Er blüht ab etwa Mitte April bis Anfang Mai. Die Blüten sind zart, klein und weiß. Man kann ihn im Wald pflücken oder auch im heimischen Garten anbauen.

Anbau im Garten

Waldmeister gedeiht am besten an einem schattigen Standort mit feuchtem und humosem Boden. Da er direkte Sonneneinstrahlung überhaupt nicht mag, platziert man ihn am besten direkt unter Schatten spendenden Gewächsen wie Laubbäumen oder Sträuchern. Um sie zu vermehren, gräbt man im Spätsommer oder Herbst die Pflanzen samt Wurzel aus und teilt den Wurzelballen in mehrere Teile. Diese werden anschließend nicht zu tief wieder eingepflanzt und sollten gut feucht gehalten werden.

Waldmeister ist ein Frostkeimer. Will man ihn aus Samen ziehen, werden daher im Herbst mehrere Samen etwa 1 cm tief in den Boden gesät. Danach bedeckt man die Saat am besten mit Laub oder Moos. Diese Mulchdecke wird entfernt, sobald die jungen Pflänzchen im Frühjahr blühen. Zu dicht stehende Pflanzen können etwas vereinzelt werden.

Ernte

Um die Wurzeln der jungen Pflanzen nicht zu schwächen, sollten sie frühestens im zweiten Jahr nach der Pflanzung oder Saat geerntet werden. Die beste Erntezeit ist im April oder Mai, und zwar noch vor der Blüte, da dann die Würzkraft am stärksten ist. Man schneidet die Stängel samt Blättern kurz über der Erde ab. Da im frischen Zustand die Pflanzen geruch- und geschmacklos sind, müssen sie nach der Ernte ein oder zwei Tage getrocknet werden. In dieser Trocknungsphase wird der Wirkstoff Cumarin frei, der für den typischen Waldmeister-Geschmack und -Geruch verantwortlich ist.

Inhaltstoffe und medizinische Heilwirkung

Waldmeister wird als Heilkraut und als Aromaspender für Lebensmittel und Getränke wie Maibowle verwendet. Der enthaltene Aromastoff Cumarin kann in höherer Dosierung zu Kopfschmerzen, Schwindel oder Erbrechen führen. Bei niedriger Dosierung besteht keine Gefahr. Waldmeister enthält mit etwa 203 Milligramm pro Kilogramm vergleichsweise wenig Cumarin. Als Naturheilmittel und in der Homöopathie wird Waldmeister medizinisch eingesetzt. Er wirkt gefäßerweiternd, entzündungshemmend und krampflösend.

Verwendung in der Küche

Waldmeister kann vielfältig zum Aromatisieren, Würzen und Färben von unterschiedlichen Lebensmitteln eingesetzt werden. Traditionell wird das Kraut zur Herstellung von Waldmeisterbowle verwendet. Die erfrischende Bierspezialität „Berliner Weiße“ wird mit Waldmeistersirup verfeinert.

Rezept für Waldmeisterbowle – mit und ohne Alkohol

Zutaten: 1 Liter Weißwein, fünf bis zehn Waldmeisterpflanzen, Erdbeer- oder Minzeblätter, Orangen- oder Zitronenscheiben, 1 Liter Sekt.

Zubereitung: Ein Liter trockener Weißwein wird in ein Gefäß gefüllt, in den dann für eine Stunde kopfüber ein Bündel mit fünf bis zehn Waldmeisterpflanzen hineingetaucht werden. Dabei sollten die Stielansätze der Waldmeisterpflanzen nicht in den Wein ragen, damit keine Bitterstoffe austreten. Zudem können noch Erdbeer- oder Minzeblätter, Orangen- oder Zitronenscheiben hinzugefügt werden. Anschließend wird die Flüssigkeit in eine Bowlenschüssel abgeseiht und ein Liter Sekt hinzugefügt. Das Getränk gut gekühlt servieren.

Bei der alkoholfreien Variante werden statt Wein und Sekt Apfelsaft und Sprudel verwendet. (ack)