Waldmeister – ein aromatisches Kraut für Getränke und Süßspeisen

Im Mai wird gerne eine erfrischende Bowle mit Waldmeistergeschmack getrunken. Wie lässt sich Maibowle mit und ohne Alkohol zubereiten?

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Waldmeisterbowle

Wo wächst Waldmeister?

Waldmeister wächst überwiegend in lichten Laubwäldern und ist erkennbar an seinem charakteristischen Duft. Meistens findet man ihn in größeren Ansammlungen. Er blüht ab etwa Mitte April bis Anfang Mai. Die Blüten sind zart, klein und weiß. Man kann ihn im Wald pflücken oder auch im heimischen Garten anbauen.

Anbau im Garten

Waldmeister gedeiht am besten an einem schattigen Standort mit feuchtem und humosem Boden. Da er direkte Sonneneinstrahlung nicht verträgt, platziert man ihn am besten direkt unter Schatten spendenden Gewächsen wie Laubbäumen oder Sträuchern. Um sie zu vermehren, gräbt man im Spätsommer oder Herbst die Pflanzen samt Wurzel aus und teilt den Wurzelballen in mehrere Teile. Diese werden anschließend nicht zu tief wieder eingepflanzt und sollten gut feucht gehalten werden.

Waldmeister ist ein Frostkeimer. Will man ihn aus Samen ziehen, werden im Herbst mehrere Samen etwa einen Zentimeter tief in den Boden gesät. Danach bedeckt man die Saat am besten mit Laub oder Moos. Diese Mulchdecke wird entfernt, sobald die jungen Pflänzchen im Frühjahr blühen. Zu dicht stehende Pflanzen können etwas vereinzelt werden.

Beste Erntezeit ist im April und Mai

Um die Wurzeln der jungen Pflanzen nicht zu schwächen, sollten sie frühestens im zweiten Jahr nach der Pflanzung oder Saat geerntet werden. Die beste Erntezeit ist im April oder Mai, und zwar noch vor der Blüte, da dann die Würzkraft am stärksten ist. Man schneidet die Stängel samt Blättern kurz über der Erde ab. Da im frischen Zustand die Pflanzen geruch- und geschmacklos sind, müssen sie nach der Ernte ein oder zwei Tage getrocknet werden. In dieser Trocknungsphase wird der Wirkstoff Cumarin frei, der für den typischen Waldmeister-Geschmack und -Geruch verantwortlich ist.

Cumarin in geringen Mengen gut verträglich

Für den typischen Waldmeistergeschmack in Maibowle und Götterspeise ist der Aromastoff Cumarin verantwortlich. Aufgrund der in Rezepten angegebenen Dosierungen schmecken diese Lebensmittel erfrischend und sind gut verträglich. In höheren Dosierungen kann Waldmeister jedoch zu Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen führen. 

Waldmeister als Heilmittel

Als Naturheilmittel und in der Homöopathie wird Waldmeister medizinisch eingesetzt. Er wirkt gefäßerweiternd, entzündungshemmend und krampflösend.

Verwendung in der Küche

Waldmeister kann vielfältig zum Aromatisieren, Würzen und Färben eingesetzt werden. 

Häufig wird das grüne Kraut für Süßspeisen verwendet. Besonders beliebt ist der Wackelpudding aus Waldmeister mit seiner auffällig grünen Farbe. Auch für Muffins, Torten, Cremes oder Füllungen für Cupcakes gibt es viele Rezepte, die mit Waldmeistersirup verfeinert werden.

Recht beliebt ist dieses Kraut mit seinem eigenen Geschmack auch in Cocktails und Bowlen. Der erfrischenden Bierspezialität „Berliner Weiße“ wird Waldmeistersirup zugefügt.

Rezepte

Waldmeister-Wasser

In einen Liter kaltes Leitungswasser werden fünf gewaschene Stängel Waldmeister gehängt. Das Wasser lässt man zwei Stunden stehen, damit die Inhaltsstoffe des Waldmeisters in das Wasser gelangen können.

Waldmeisterbowle – mit und ohne Alkohol

Zutaten: ein Liter Weißwein, fünf bis zehn Waldmeisterpflanzen, Erdbeer- oder Minzeblätter, Orangen- oder Zitronenscheiben, ein Liter Sekt.

Zubereitung: Ein Liter trockener Weißwein wird in ein Gefäß gefüllt, in den dann für eine Stunde kopfüber ein Bündel mit fünf bis zehn Waldmeisterpflanzen hineingetaucht werden. Dabei sollten die Stielansätze der Waldmeisterpflanzen nicht in den Wein ragen, damit keine Bitterstoffe austreten. Zudem können noch Erdbeer- oder Minzeblätter, Orangen- oder Zitronenscheiben hinzugefügt werden. Anschließend wird die Flüssigkeit in ein Bowlegefäß abgeseiht und ein Liter Sekt hinzugefügt. Das Getränk gut gekühlt servieren.

Bei der alkoholfreien Variante werden statt Wein und Sekt Apfelsaft und Sprudel verwendet. (fra)

Stand: Mai 2022