Schokohasen in aller Munde

Osterhasen aus Schokolade gehören für viele Verbraucher zum Osterfest dazu. Doch woraus bestehen die süßen Figuren und wie werden sie hergestellt? Sind Osterhasen aus Schokolade gar eingeschmolzene, übrig gebliebene Nikoläuse? Und wie kommt eigentlich die Luft in die Schokohasen?

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Schokohasen
Schokohasen

Als um 1875 die Milchschokolade erfunden wurde und damit die einfache Verarbeitung des „braunen Goldes“ in verschiedenste Formen möglich war, hielt auch der Schokohase Einzug in jedes Osternest. Schoko-Osterhasen und -Eier, bunt verpackt und in allen Variationen, liegen oder stehen heutzutage schon seit Wochen in den Regalen der Supermärkte. Saisonartikel aus Schokolade sind beliebte Geschenke zum Osterfest.

Sind Osterhasen eingeschmolzene Weihnachtsmänner?

Nein. Auch wenn sich dieses Gerücht hartnäckig hält: Das ist nach dem Lebensmittelrecht aus hygienischen Gründen verboten. Produkte, die ein Lebensmittelwerk verlassen haben, dürfen nicht zurückgenommen und in den Produktionsablauf erneut einbezogen werden. Es ist auch nicht erlaubt, so genannte Saisonware umzuverpacken. Abgesehen davon wären weder das „Recyceln“ noch das Umverpacken wirtschaftlich sinnvoll, da es die Produktion erheblich verteuern würde.

Im privaten Bereich lassen sich allerdings übrig gebliebene Schokoladen-Hasen oder –Nikoläuse gut verwenden. So kann man aus ihnen beispielsweise Schokostreusel für Gebäck oder Süßspeisen herstellen oder sie als Zutat für eine leckere „Mousse au chocolat“ verwenden.

Wie der Osterhase in Form kommt

Manche Verbraucher haben sich schon gefragt, wie die Luft in die Schokohasen kommt. Die Antwort lautet, dass bei der Herstellung zunächst in zwei Halbschalen einer entsprechenden Form flüssige Schokolade gegossen wird. Anschließend werden die Formen verschlossen. In einem so genannten Schleudergussverfahren wird die Form nun so lange gedreht, bis sich an den Innenflächen der Form die Schokolade gleichmäßig verteilt hat. Nach dem Abkühlen kommen die Hasen-Figuren aus der Form und werden in Folie oder Stanniol-Papier verpackt.

Schokohase ist nicht gleich Schokohase

Der handgefertigte Schoko-Hase aus der Konditorei unterscheidet sich übrigens deutlich von dem „Großserienmodell“ aus dem Supermarkt. Die Masse aller industriell gefertigter Schokohasen sind meist in bunten Folien verpackt, hauptsächlich um sie vor Licht zu schützen. Licht schadet zum einen der Optik, zum anderen bleibt der Hase so qualitativ länger frisch. Denn anders als beim Konditor, der seine Schokofiguren erst kurz vor Ostern herstellt, haben die Supermarkthasen schon mehrere Wochen "Lebenszeit" auf dem Buckel.

Der Konditor verziert seine Kreationen oft noch mit einem richtigen „Gesicht“. Außerdem verwenden Konditoreien meist höherwertige Rohstoffe. In einem Vollmilchhasen vom Konditor sind beispielsweise 40-42 Prozent Kakaoanteil enthalten, und in einem Zartbitterhasen bis zu 70 Prozent - das ist bei der Fließbandware nicht der Fall. Diese Unterschiede von Verarbeitung und Material sind auch der Grund für den höheren Preis, den man in einer Konditorei für solch ein Exemplar bezahlen muss.

Schokohasen schmecken unterschiedlich

Der Schoko-Osterhase besteht mittlerweile nicht mehr nur aus Vollmilchschokolade. Der klassische Hase aus Vollmilchschokolade sei zwar nach wie vor am meisten gefragt, so der BDSI. Allerdings lägen auch Varianten aus Zartbitter- oder weißer Schokolade im Trend. 

Warum Schokoladenhasen glücklich machen

Über bestimmte Stoffwechselvorgänge soll Schokolade die Produktion des Botenstoffes Serotonin im Gehirn ankurbeln, der auch für die positive Stimmung zuständig ist. Es gibt Untersuchungen, die Schokolade sogar eine geradezu berauschende Wirkung zusprechen, weil darin das so genannte Anandamid enthalten ist, das auch in Haschisch oder Marihuana vorkommt. Und nicht zuletzt sollen auch die im Kakao enthaltenen "Aufputschmittel" Koffein und Theobromin den Kreislauf ankurbeln und ebenfalls stimmungsaufhellend wirken.

Stand: Mai 2019