Salz ist Salz – oder?

Inzwischen findet man sie sogar in vielen Supermärkten: Exotische Salzprodukte mit teils phantasievollen Namen und angeblichen gesundheitlichen Vorteilen. Doch was ist dran an diesen teuren Spezialitäten? Sind sie tatsächlich besser oder gar gesünder als gewöhnliches Tafelsalz?

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Himalaya-Salz

Fleur de Sel, Himalaya-Salz & Co. – ein teures Vergnügen

Es schimmert in den Farben Rosa oder Grün – manchmal auch schwarz. Einige Köche schwören drauf. Und die Werbung suggeriert gesundheitliche Vorteile. Die Rede ist von außergewöhnlichen Salzen aus anderen, oft fernen Ländern. Diese Exoten erobern zunehmend auch die heimischen Supermärkte. Egal ob vom anderen Ende der Welt oder von der französischen Atlantikküste - eines ist ihnen allen gemein: Sie sind erheblich teurer als gewöhnliches Kochsalz. Aber sind sie deshalb auch besser?

Schmecken diese Salze besser als gewöhnliches Tafelsalz?

Geschmacklich unterscheiden sich die Salze tatsächlich von dem üblichen Speisesalz. Gourmets behaupten gar, dass beispielsweise das aus Frankreich stammende Fleur de Sel „auf der Zunge zergeht“. Und das Auge isst bekanntlich auch mit: Die teuren Salze aus Hawaii oder aus dem Orient, vom Himalaya oder schlicht aus der Bretagne oder der Camargue sehen schon deutlich anders – manche meinen attraktiver - aus als das, was bei den meisten Verbrauchern ansonsten aus den Salzstreuern rieselt. Der geschmackliche Unterschied rührt vor allem daher, dass die Salzkristalle der „Exoten“ oft deutlich größer sind als beim normalen Speisesalz. Dadurch wird es von den Geschmacksknospen im Mund besser beziehungsweise intensiver wahrgenommen. Durch die unterschiedlichen Kristallgrößen unterscheiden sich die exotischen Salze auch untereinander im Geschmack.

Sind die exotischen Salze gesünder?

Die Antwort lautet: Nein. Hauptbestandteil von Salz – gleich welcher Herkunft – ist Natriumchlorid. Dessen Gehalt beträgt mindestens 97 Prozent. Daneben kann es noch Spuren von anderen natürlichen Substanzen wie Magnesium, Kalium, Calcium oder Schwefel (als Calciumsulfat)  enthalten. Dies ist beispielsweise bei Fleur de Sel der Fall. Aber deshalb hat ein exotisches Salz keinen gesundheitlichen Vorteil gegenüber gewöhnlichem Kochsalz. Im Gegenteil.

In der Regel ist das handelsübliche Speisesalz zumindest mit Jod, manchmal zusätzlich mit Folsäure und/oder Fluor angereichert. Diese Substanzen sind für die Ernährung  des menschlichen Organismus wichtig. Insbesondere in Jodmangelgebieten oder bei einer Ernährung mit wenigen Milchprodukten oder Seefisch trägt jodiertes Speisesalz zu einer lebensnotwendigen Jodversorgung bei. Die exotischen Salze enthalten indes kein Jod und sind daher gegenüber dem jodierten Kochsalz klar im Nachteil, wenn es um die gesundheitliche Bewertung geht. Dass Salze aus fernen Ländern – wie gelegentlich behauptet - besonders gesund sein sollen entbehrt nicht nur deshalb  jeder wissenschaftlichen Grundlage.

A propos Gesundheit: Eine gewisse Menge Salz – mindestens 1,5 Gramm – benötigt der Mensch pro Tag. Dieses „Mangelproblem“ haben wir hierzulande aber nicht. Nicht ohne Grund empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, maximal sechs Gramm Salz – das entspricht etwa einem Teelöffel - pro Tag zu sich zu nehmen. Denn Fakt ist, dass der Salzverbrauch im Schnitt zum Teil deutlich höher ist und dadurch gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck und in der Folge Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen können. Salz wird übrigens weniger in Reinform, sondern vielfach in „versteckter“ Form beispielsweise über Fertiggerichte, Brot und Snacks verzehrt.

Fazit

  • Exotische Salze können dekorativ sein und aufgrund ihrer Struktur intensiver schmecken als gewöhnliches Kochsalz.
  • Die teuren Salzspezialitäten haben jedoch gegenüber handelsüblichem, jodiertem Speisesalz keinerlei gesundheitliche Vorteile. Aufgrund des fehlenden Jod-Anteils ist eher das Gegenteil der Fall.
  • Ganz gleich ob exotisches oder gewöhnliches Salz: Der Salzkonsum sollte generell eher reduziert werden. Denn Salz ist Salz. Und mehr als ein Teelöffel pro Tag macht auf Dauer krank.


Stand: April 2019