Ostersüßigkeiten – Bedenkenloses Naschen?

Zu Ostern ist die Lust auf Schokolade oder andere Süßigkeiten besonders groß. Kein Wunder, schließlich kann man den süßen Leckereien in den Supermarktregalen, beim Familien-Osterfrühstück und Nester suchen kaum entkommen. Welche Mengen Schokohasen, Fondantküken und Nougateier sind eigentlich zu viel des Guten? Und wie sieht es aus mit der Qualität der Naschereien?

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Schokoladenosterhasen und -eier

Schokohasen und Nougateier – man kommt zur Osterzeit nur schwerlich drum herum. Doch auch wenn die Osterzeit, neben Weihnachten, zu den Nascherei-reichen Zeiten im Jahr gehören, sollte sichder Süßigkeitskonsum der Gesundheit zuliebe in Grenzen halten. Schließlich weist insbesondere (Milch-) Schokolade einen hohen Fett- und Zuckeranteil auf, der sich auf die Figur niederschlagen kann. Wer zudem regelmäßig bei den süßen Leckereien über die Stränge schlägt, kann das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Karies und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern.

So kann ein 100 Gramm Schokohase bereits etwa 500 Kilokalorien (Kcal) beinhalten. Bei einem durchschnittlichen Tagesenergiebedarf einer erwachsenen Person von etwa 2000 Kcal, macht ein Schokohase schon ein Viertel davon aus.
Auch liegt der Zuckergehalt mit circa 60 Gramm (g) eines solch süßen Hasen bereits über der Empfehlung für die tägliche Zuckerzufuhr (maximal zehn Prozent des Gesamtenergiebedarfs). Das wären bei einer erwachsenen Person mit einem durchschnittlichen Tagesenergiebedarf von etwa 2000 Kcal „nur“ 50 g.
Besonders bei Kindern, deren Gesamtenergiebedarf noch viel geringer ist, sollte daher auch in der Osterzeit auf einen maßvollen Verzehr von Süßem geachtet werden.

Tipps zum maßvollen Genuss – nicht nur an Ostern

Naschen ist erlaubt  - aber eben in Maßen und nicht über den ganzen Tag verteilt. Mit ein paar kleinen Tricks kann man seinen Schokogenuss in Schach halten:

  • Teilen: Vielleicht tut es statt dem XXL-Schokohasen auch eine Nummer kleiner. Wer auf den Riesenschokohasen dennoch nicht verzichten möchte, kann ihn zum Beispiel mit Familienangehörigen teilen.
  • Nach dem Essen naschen: Wenn genascht wird, sollte dies immer nach einer Hauptmahlzeit passieren. So kann man sichergehen, kein Hungergefühl zu haben und sich somit nicht an den Leckereien satt zu essen.
  • Nicht vor dem Fernseher: Beim Fernsehen ist Naschen besonders beliebt, doch gerade hier verliert man schnell den Überblick. Daher empfiehlt es sich, Schokolade und Co. auf einen anderen Zeitpunkt zu verlegen.
  • Zucker bleibt Zucker: Auch wenn Süßigkeiten mit Agavendicksaft gesüßt sind oder Vitamine zugesetzt wurden, bleiben sie zuckerhaltiges Naschwerk. Derlei Inhaltsstoffe sollen dem Verbraucher lediglich vermitteln, angeblich eine „gesündere“ Süßigkeit zu kaufen.
  • Aufgepasst bei „Decknamen“: Zucker kann auf der Zutatenliste verschiedene Namen haben und muss somit nicht immer direkt ersichtlich sein. Die Begriffe Glukose, Fruktose, Dextrose, Maltodextrin, Glukosesirup, Fruchtzucker, Traubenzucker, Saccharose, Maltose oder Invertzucker machen es dem Verbraucher nicht leicht, die Gesamtzuckermenge der Lebensmittel zu erkennen.
  • Vorbild sein für Kinder: Denken Sie daran, dass sich Kinder an den Eltern orientieren. Seien Sie daher auch bei der Nascherei ein Vorbild.
  • Selbermachen: Selbst hergestellte Süßigkeiten, wie Kuchen oder Kekse, können schwächer gesüßt werden. Am Anfang hilft es, die Zuckermenge beim Backen nach und nach zu reduzieren, denn dann fällt der „fehlende“ Zucker nicht auf.
  • Alternativen finden: Manchmal muss es gar nicht Schokolade sein. Wenn der „Japp“ auf Süßes kommt, hilft manchmal bereits auch ein Stück Obst oder ein Joghurt mit frischen Früchten.
  • Alternativen fürs Osternest: Statt üppigen Nestern mit Schokolade für Kinder - wie wäre es mit einem kleinen Geschenk, was gleichzeitig die Bewegung fördert? Springseil, Gummitwist, Straßenmalkreide oder Hula-Hoop-Reifen können den ein oder anderen Schokohasen ersetzen.

Wie gut ist eigentlich die Qualität der Naschereien?

Im Hessischen Landeslabor wurden 58 Artikel von zur Ostersaison im Einzelhandel angebotenen Süßigkeiten untersucht, darunter Schokohasen, gefüllte Schokoladeneier, Pralinen, Süßwaren mit Schokoladenüberzug, Fondant – und Schaumzuckererzeugnisse . Hierfür wurden die Leckereien einer sensorischen Überprüfung unterzogen, auf ihre Zusammensetzung und Lebensmittelkennzeichnung kontrolliert und die angegebene Füllmenge mit dem Ist-Zustand verglichen.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Schwermetall Cadmium

Zusätzlich wurden die Schokoartikel auf das Schwermetall Cadmium untersucht. Cadmium kommt in Kakaobohnen natürlicherweise vor und gilt als krebserregend. Besonders in kakaomassereiche Schokoladen wie Bitterschokolade können erhöhte Cadmiumgehalte vorkommen. Je höher der Anteil an Kakao, desto höher kann auch der Cadmiumgehalt sein. Ursache für die Belastung der Kakaobohnen sind hohe Cadmiumgehalte in den vulkanischen Böden der Anbaugebiete. Die Pflanzen nehmen dann die Schadstoffe über ihre Wurzeln aus dem Boden auf. Dies ist zum Beispiel häufig in Südamerika der Fall.

Es sieht gut aus für die Schokohasen und Nougateier: Lediglich Kennzeichnungsmängel

Bei keiner der vom Hessischen Landeslabor untersuchten Osterschokoladenwaren wurde eine Höchstmengenüberschreitung des Cadmiumgehaltes festgestellt. Lediglich ein Schokohase wurde aufgrund von Mängeln bei der Lebensmittelkennzeichnung beanstandet. So waren das Zutatenverzeichnis und die Nährwertkennzeichnung nicht deutlich sichtbar an der Verpackung angebracht.

Hinsichtlich Qualität und Zusammensetzung gab es keinen Anlass zur Bemängelung. Die untersuchten Süßwaren und Schokoladenartikel waren von einwandfreier Beschaffenheit und handelsüblicher Qualität.(sie)

Stand: April 2019