Weihnachtsgebäck – Alternativen für Allergiker

Verführerisch duftend laden in der Advents- und Weihnachtszeit Plätzchen und Stollen zum Naschen ein. Sie enthalten Weizenmehl, Eier, Nüsse und Gewürze. Wer auf diese Inhaltsstoffe allergisch reagiert muss auf Weihnachtsgebäck keinesfalls verzichten. Denn beim Backen können diese allergenen Zutaten einfach ersetzt werden.

Weihnachtskekse © Christian Jung - Fotolia.jpg

Weihnachtsplätzchen und Zimtsterne

In der Adventszeit kommt man an Leckereien wie Lebkuchen, Nussmakronen und Zimtsternen nicht vorbei. Doch wer auf Zimt, Nüsse, Eier oder Mehl allergisch reagiert, sollte beim Griff auf den Plätzchenteller vorsichtig sein. Ein Biss in einen Zimtstern oder einen Lebkuchen kann schon ein Kribbeln im Mund, eine Rötung der Lippen oder Hautreaktionen hervorrufen. Manche Menschen reagieren auch mit Durchfall oder Atemnot.

Es geht auch ohne Ei, Milch und Mehl

Leckermäuler mit einer Ei- oder Milchunverträglichkeit können trotzdem viele Plätzchensorten essen, denn manche Teige lassen sich ohne Eier und Milch herstellen, zum Beispiel Mürbteig.

Wer Mehl aus Weizen oder Roggen nicht verträgt, kann mehlfreie Plätzchen essen. Die bekanntesten Vertreter hiervon sind Zimtplätzchen oder Makronen.

Möchte man nun Plätzchen backen, bei denen im Rezept Eier, Milch oder Weizenmehl angegeben sind, lassen sich diese Zutaten durch andere nicht allergene Lebensmittel leicht austauschen (siehe unten).

Nüsse – auch kleine Mengen sind schon allergisch wirksam

Die häufigsten Nussallergien werden von Haselnüssen verursacht, gefolgt von Walnüssen und Paranüssen. Auch von Erdnüssen geht ein allergisches Risiko aus, obwohl sie botanisch zu den Hülsenfrüchten zählen.

Bei Nüssen können bereits kleinste Mengen, sogenannte Spuren, allergische Reaktionen auslösen. Deshalb steht auf vielen Gebäck- und anderen Lebensmittelverpackungen der Warnhinweis „kann Spuren von Nüssen“ enthalten.

Nüsse und Mandeln in versteckter Form

Bei Haselnussmakronen erwartet man, dass auch Haselnüsse drin sind. Doch nicht immer sieht man es dem Weihnachtsgebäck an. Bei Plätzchen mit schokoladigen Verzierungen ist Vorsicht angesagt, denn wenn Nougat verwendet wird, dann sind aufgrund der Rezeptur von Nougat auch Haselnüsse drin.

Wer gegen Mandeln allergisch reagiert, muss nicht nur auf Mandelspekulatius verzichten, sondern auch auf alle Backwaren mit Marzipan. Dieses wird gerade für die Weihnachtsbäckerei gerne verwendet zur Verfeinerung des Aromas. Doch Mandeln sind neben Zucker mengenmäßig eine der wichtigsten Zutaten für Marzipan.

Selber backen oder Zutatenliste lesen

Gekaufte Plätzchen enthalten für Allergiker möglicherweise unverträgliche Zutaten. Gebäcksorten, die selbst gebacken gut vertragen werden, können bei gekauften Produkten aufgrund einer anderen Rezeptur eine Allergie auslösen.

Wenn man ganz sicher sein möchte, dass keine Zutaten im Weihnachtsgebäck drin sind, die man nicht verträgt, backt man am besten seine Plätzchen selber. Wer dafür keine Zeit hat, muss bei gekauften Plätzchen ganz genau die Zutatenliste durchlesen.

Folgende Backzutaten rufen in der Regel selten oder nur schwache allergische Reaktionen hervor:

  • ausgemahlene Mehle, zarte Haferflocken, Buchweizenmehl, Dinkelmehl, Maismehl, Kartoffelstärke,
  • Butter, süße Sahne
  • Rosinen, Kokos, Mandarine, Beerensäfte, Beerengelee, Vanille

Allergische Reaktionen sind individuell sehr verschieden. In Einzelfällen können bei Lebensmitteln, die normalerweise so gut wie keine Allergien auslösen, spontane allergische Reaktionen auftreten.

Eier, Milch, Mehl, Nüsse und Marzipan durch nicht allergene Zutaten ersetzen

Für alle allergenen Lebensmittel gibt es gute Ersatzprodukte:

  • Ersatz für Weizenmehl: Mais- oder Buchweizenmehl
  • Ersatz für Eier:
    • Mischung aus zwei Esslöffeln Wasser, einem Esslöffel Pflanzenöl und einem halben Teelöffel Backpulver
    • 1 Ei lässt sich auch durch 75 Gramm Apfelmus oder eine halbe Banane austauschen.
    • Die gelbe Färbung des Eigelbes kann mit Safran erzielt werden.
    • Im Handel gibt es auch Ei-Ersatzpulver aus Maisstärke und Lupinenmehl zu kaufen.
  • Ersatz für Milch: Sojamilch, Reismilch, Wasser
  • Ersatz für Hasel- oder Walnüsse: Kokosraspeln, Amaranth, Sesam, Mandeln
  • Ersatz für Marzipan: Persipan

Pollenallergiker: Risiko für Kreuzreaktionen mit Gewürzen und Nüssen

Wer auf Pollen von Kräutern und Bäumen allergisch reagiert, kann auch Nüsse und Gewürze nicht vertragen. Der Grund hierfür ist, dass Nüsse und Gewürze ähnliche Stoffe wie Pollen von Kräutern und Bäumen enthalten und somit ähnliche Symptome hervorrufen. Dies wird dann als Kreuzallergie bezeichnet.

  • Kräuterpollen und Lebkuchen
    Wer im Frühjahr und Sommer auf Pollen von Beifuß, Goldrute, Sauerampfer oder Spitzwegerich allergisch reagiert, wird auch auf Lebkuchen mit Zimt, Anis, Koriander, Muskat und Gewürznelken ähnlich reagieren. Ist eine entsprechende Pollenallergie bekannt, greift man besser zu Butterplätzchen statt zu Zimtsternen oder Anisplätzchen. Da das Ausmaß der Allergie unterschiedlich ausgeprägt ist, kann durch vorsichtigen Genuss ausprobiert werden, ob nicht doch ein Anisplätzchen oder Lebkuchen vertragen wird.
    Bei einer Gräserallergie können auch Kreuzreaktionen mit Weizenmehl auftreten.
     
  • Baumpollen und Haselnussmakronen
    Menschen mit einer Baumpollenallergie sollten bei Nüssen vorsichtig sein. Wer die Pollen von Hasel, Erle, Birke, Esche oder Hainbuche nicht verträgt, bei dem können möglicherweise Haselnüsse, Paranüsse, Walnüsse oder Mandeln eine Allergie auslösen. Demzufolge sind Vanillekipferl Haselnussmakronen vorzuziehen.

Stand: Dezember 2017