Ob rot, blau, weiß oder grün: Beerenstarke Vielfalt im Sommer

Der Sommer lockt uns mit einem reichhaltigen Beerenangebot in vielen Farben: rote Himbeeren, blaue Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren, grüne Stachelbeeren. Mit ihrem süß-säuerlichem Geschmack sind Beeren nicht nur an heißen Sommertagen ein erfrischender Genuss. Da jede Beere mit Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen gefüllt ist, werden mit dem Verzehr auch wertvolle Stoffe aufgenommen. Beeren schmecken nicht nur pur gut, sondern auch im Dessert oder Kuchen.

Schalen mit Beeren Walter Luger - Fotolia.com_.jpg

Schalen mit verschiedenen Beeren

In den Sommermonaten gibt es im Handel ein großes Angebot an aromatischen Beeren, aus dem jeder nach Geschmack und Laune wählen kann.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Beerenobst ist reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen:

  • Die Beeren sind reich an Vitaminen, vor allem an Vitamin C und Carotin (= Vorstufe von Vitamin A). In Himbeeren ist auch reichlich Biotin, das gut für Haare und Haut ist.
  • Die häufigsten Mineralstoffe sind Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium.
  • Die in Beeren enthaltenen Ballaststoffe machen satt. Sie binden Wasser und quellen, wodurch das Sättigungsgefühl erhöht wird. Zudem regen die Ballaststoffe die Darmtätigkeit an, was wiederum Darmerkrankungen vorbeugen kann. In Stachelbeeren sind besonders viele Ballaststoffe und Pektin.
  • Darüber hinaus stecken in Beeren noch andere gesundheitsfördernde Stoffe wie zum Beispiel die so genannten sekundären Pflanzenstoffe. Sie schützen die Zellen des Körpers vor schädlichen Substanzen. Zudem wirken sie entzündungshemmend und blutdruckregulierend. Die Pflanze bildet diese Stoffe, um sich selbst auch zu schützen und zwar vor Schädlingen und Krankheiten oder um Insekten zum Bestäuben anzulocken.

Richtig kaufen und lagern

Beim Einkauf von Beeren ist es wichtig, auf Frische zu achten: Die Beeren müssen prall und glänzend aussehen. Verletzte oder gequetschte Beeren nicht kaufen, da diese leicht schimmeln.

Zu Hause sind Beeren kühl zu lagern, möglichst nicht länger als zwei Tage im Kühlschrank. Wegen ihrer Druckempfindlichkeit sind sie in flachen Behältnissen aufzubewahren.

Zum Waschen werden die Früchte am besten in eine Schüssel mit kaltem Wasser gegeben, allerdings nur kurz, damit sie sich nicht mit Wasser vollsaugen und matschig werden. Danach werden die Früchte mit Küchenpapier trocken getupft.

Nicht alle Beeren vertragen Hitze

Pur schmecken alle Beeren lecker, aber nicht alle eignen sich zum Backen oder Kochen.
Heidel-, Johannis-, Stachel- und Brombeeren vertragen Hitze gut und verlieren beim Erwärmen kein Aroma. Himbeeren und Erdbeeren hingegen verlieren durch Hitze an Geschmack und machen Kuchen sogar matschig.

Alle Beeren eignen sich gut zum Einfrieren. Hierzu sind die Beeren zu waschen, fertig zu putzen und dann gut trocken abzutupfen. Am besten werden sie nebeneinander auf einem flachen Teller vorgefroren und später in einen Beutel umgefüllt. Beeren bleiben in einem Gefrierbeutel verpackt bis zu einem Jahr frisch.

Auch wenn manche tiefgefrorenen Beeren wie Himbeeren nach dem Auftauen nicht mehr ganz so frisch aussehen, für die Zubereitung von Rote Grütze, Früchtequark, Smoothies, Milchshakes oder Marmelade spielt dies keine Rolle.

Himbeeren

  • Himbeeren sind sehr empfindlich. Deshalb dürfen die Früchte höchstens eine halbe Stunde vor dem Servieren gezuckert werden. Sonst fallen sie rasch zusammen.
  • Sie schmecken am besten roh, aber auch mit Sahne oder Quark. Ein beliebter Nachtisch ist heiße Himbeeren mit Vanilleeis.
  • Himbeeren eignen sich auch für Obstsalat, Rote Grütze, Konfitüre, Saft oder auch für Bowle und Liköre.
  • Tiefgefroren lassen sie sich auch hervorragend außerhalb der Saison genießen. Damit die empfindlichen Früchte in Form bleiben, sollten sie einzeln vorgefroren werden und dann erst in Beuteln oder Schalen in den Gefrierschrank wandern.

Brombeeren

  • Brombeeren sind besonders druckempfindlich. Deshalb lieber kleinere Schalen kaufen, da bei größeren Verpackungen die oberen Beeren mit ihrem Eigengewicht die unteren Beeren zerdrücken.
  • Nur reife Brombeeren kaufen, da sie nach der Ernte nicht nachreifen.
  • Sie schmecken frisch, aber auch mit Milch oder Joghurt, zu Eis, als Tortenbelag oder im Rumtopf.
  • Früchte können zu Konfitüre, Saft, Fruchtwein und Likör verarbeitet werden.
  • Aus Brombeerblättern lässt sich ein schmackhafter Tee zubereiten, der gegen Erkältungen hilft.

Heidelbeeren

  • Heidelbeeren werden je nach Region auch als Blaubeeren bezeichnet.
  • Mit ihrem herb-säuerlichen Geschmack sind Heidelbeeren roh und gezuckert mit Milch oder flüssiger Sahne, gemischt mit Quark oder Joghurt oder auf Tortenböden zu genießen.
  • Kulturheidelbeeren sind zuckerhaltiger als Waldheidelbeeren; deshalb ist ihr Saft gelierfähiger und besser zur Konfitürenherstellung geeignet.
  • Während nach dem Verzehr von Waldheidelbeeren die Zähne bläulich verfärbt sind, ist dies nach dem Genuss von Kulturheidelbeeren nicht der Fall, da deren Fruchtfleisch hell und ihr Saft nicht färbend ist.
  • Während Kulturheidelbeeren das ganze Jahr über im Handel erhältlich sind, können Waldheidelbeeren nur von Juni bis September im Wald gesammelt werden.


Johannisbeeren

  • Rote Johannisbeeren sind verbreiteter als weiße oder schwarze Johannisbeeren.
  • Sie passen aufgrund ihres säuerlich Geschmacks gut zu Quark, Sahne, Milchreis oder Grießbrei.
  • Johannisbeeren können auch zu herzhaften Gerichten, zum Beispiel in einer Soße zu Wild, Lamm oder Geflügel, verwendet werden.
  • Aus roten Johannisbeeren lassen sich - vermischt mit anderen Sommerfrüchten - leckere Konfitüren herstellen.
  • Johannisbeeren können gut eingefroren werden, da die Konsistenz und das Aroma weitgehend erhalten bleiben.
  • Schwarze Johannisbeeren schmecken etwas bitterer, sind jedoch sehr Vitamin C-reich.
  • Tipp: Mit einer Kuchengabel lassen sich die einzelnen Beeren leicht von den Rispen abstreifen.


Stachelbeeren

  • Je nach Sorte sind Stachelbeeren in reifem Zustand weiß, grün, rot oder gelb.
  • Im Gegensatz zu anderen Beeren reifen unreif geerntete Stachelbeeren im Kühlschrank bis zu zehn Tage nach.
  • Für den Frischverzehr werden Stachelbeeren reif geerntet.
  • Für die Verarbeitung zu Kompott, Desserts und Kuchenbelag werden nicht voll ausgereifte (= grünreife) Früchte verwendet. Sie sind länger lagerfähig und nicht so druckempfindlich wie vollreife Stachelbeeren. Die unterschiedlichen Reifestadien müssen gekennzeichnet sein.

Übrigens: Naschgarten anlegen

Wer gerne Beeren direkt vom Strauch isst, kann leicht selber einen „Naschgarten“ anlegen. Dazu braucht man nicht unbedingt einen Garten, denn manche Beerensträucher wachsen auch gut in Töpfen und sind somit für Balkon und Terrasse geeignet. Im Handel gibt es bereits ein Beerenobst-Set zu kaufen bestehend aus je einer Pflanze Johannisbeere, Stachelbeere, Himbeere und Brombeere, die sich in Kübeln pflanzen lassen.

Rezepte zum Ausprobieren

  • Schwedische "Blaubeersuppe"
    Ganz einfach lässt sich aus Heidelbeeren eine schwedische Blaubeersuppe zubereiten:
    500 g Heidelbeeren werden mit 1 kleingeschnittenem Apfel und 150 g Zucker in einen Topf gegeben und mit 1 Liter Wasser aufgegossen. Dazu werden Schale und Saft einer halben Bio-Zitrone sowie eine Zimtstange gegeben.
    Dann alle Zutaten aufkochen und 10 Minuten bei geringer Hitze weiter köcheln lassen.
    ½ Esslöffel Speisestärke mit wenig Wasser in einer kleinen Schüssel anrühren und zur Suppe geben, nochmals aufkochen lassen und noch etwas köcheln lassen.
    Die Zimtstange dann entfernen. Wer die Schalen der Beeren nicht mitessen möchte, kann die Suppe durch ein Sieb passieren.

    Die Blaubeersuppe schmeckt kalt oder warm. Man kann sie pur essen oder mit etwas Vanillesoße, aber auch zu einem Dessert, Müsli oder Obstsalat.
     
  • Johannisbeerkuchen
    Teig: Aus 200 g Mehl, 100 g Butter, 5 Esslöffel Zucker und 1 Ei einen Mürbteig zubereiten und diesen etwa zwei Stunden in Alufolie eingewickelt im Kühlschrank ruhen lassen.
    Belag: 500 g Johannisbeeren, 3 Eigelbe, 100 g Zucker, 125 g gemahlene Mandeln, 3 Eiweiße, Puderzucker

    Zubereitung:  Die Eigelbe werden mit der Hälfte des Zuckers schaumig gerührt und anschließend mit den Mandeln vermischt. Die Eiweiße werden mit dem restlichen Zucker zu steifem Eischnee geschlagen und unter die Eigelbmasse gehoben.  Nun die abgezupften Johannisbeeren vorsichtig unter diese Creme mischen.  Den Backofen auf  180 Grad Celsius vorheizen.
    Mit dem Teig den Boden und den Rand einer Springform auslegen, mit einer Gabel mehrmals in den Teigboden stechen und die Füllung darauf verteilen.
    Den Kuchen etwa 40 Minuten backen. Nach dem völligen Erkalten den Kuchen mit Puderzucker bestreuen.

Stand: Juli 2017