Trauben – süß, saftig und snackig!

Rot oder weiß, mit Kernen oder kernlos – jetzt gibt es wieder ein reichhaltiges Angebot an Weintrauben aus deutschen Landen. Die kleinen ovalen Früchte liefern dank des Zuckergehaltes schnell verfügbare Energie. Auch die vielen anderen Inhaltsstoffe wirken sich günstig auf das Immunsystem und die Gesundheit aus. Warum sind Trauben mit Kernen gesünder als kernlose und rote Trauben besser als grüne?

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Weintrauben

Auch wenn es mittlerweile ganzjährig Tafeltrauben zu kaufen gibt, so werden doch im Herbst vermehrt Weintrauben gegessen, denn dann sind sie auch in unseren Regionen reif. Tafeltrauben sind Weintrauben, die im Unterschied zu Keltertrauben als Obst gegessen werden. Wein wird daraus nicht hergestellt und andererseits sind viele Keltertrauben nicht zum Rohverzehr geeignet.

Trauben aus Hessen

Der Anbau von Tafeltrauben in Hessen ist relativ gering. So bauten in 2016 sechs Betriebe insgesamt auf einer Fläche von 1,55 Hektar Tafeltrauben an. Es ist nicht erlaubt, aus Tafeltrauben Wein oder Federweißer zu erzeugen und in den Verkehr zu bringen.

Trauben zur Weingewinnung werden in Hessen in zwei Weinbaugebieten angebaut: Im Rheingau und an der Bergstraße mit insgesamt etwa 3600 ha Fläche. Entsprechend der Pflanzrechte für Weinbau war dieser bisher nur auf diese ausgewiesenen Weinbaugebiete begrenzt. Seit 2016 ist der  Anbau von Keltertrauben – soweit Pflanzrechte vorhanden sind -  wie auch von Tafeltrauben in ganz Hessen möglich.

Inhaltsstoffe der Trauben

Trauben enthalten viele Vitamine, insbesondere die B-Vitamine. An Mineralstoffen sind vor allem Kalium, Phosphor, Eisen, Calcium und Natrium enthalten. Wertvoll sind auch die so genannten sekundären Pflanzenstoffe (zum Beispiel Resveratrol, Quercetin, oligomere Procyanidine), die besonders reichlich in den roten Sorten enthalten sind. Der enthaltene Zucker gelangt schnell ins Blut und ist somit ein schneller Energiespender. Der Zucker verleiht den Trauben nicht nur die Süße, sondern macht auch den größten Teil des Energiegehaltes der Trauben von 68 kcal/100 g aus.

Trauben – Gesundheit für den Körper

Der Verzehr von Trauben wirkt sich auf vielfältige Weise günstig auf das gesundheitliche Wohlbefinden aus:

  • Der hohe Kaliumanteil in den Trauben wirkt entwässernd und reguliert so den Wasserhaushalt. Bei einer Traubenkur werden bis zu 2 Kilogramm Trauben pro Tag gegessen, ergänzt durch reichliche Zufuhr von Wasser und Früchte- oder Kräutertee.
     
  • Die Inhaltsstoffe Resveratrol und OPC (oligomere Procyanidine), die vor allem in der Schale und in den Kernen vorkommen, schützen die Körperzellen vor schädlichen Radikalen durch ihre antioxidative Wirkung. Sie fördern die Durchblutung und beugen somit Herz- und Kreislauferkrankungen vor. Durch den Zellschutz werden auch Alterungsprozesse verlangsamt. Ebenfalls antioxidativ wirksam ist die enthaltene Substanz Quercetin.
     
  • Der Inhaltsstoff OPC stärkt auch in erheblichem Maße das Immunsystem und schützt so vor Infektionskrankheiten.
     
  • Die in Trauben enthaltenen Substanzen Resveratrol und Quercetin können auch das Wachstum von Krebszellen hemmen.
     
  • Weiterhin soll Resveratrol auch positive Effekte bei Arteriosklerose und Arthritis haben, den Insulinspiegel im Blut niedrig halten und für eine gesunde Leber sorgen.
     
  • Da Quercetin im Körper die Freisetzung von Histamin verhindert, stellt es ein natürliches Mittel gegen Allergien dar.
     
  • Der Verzehr von Trauben bewirkt auch, dass Blut und Urin alkalischer werden. Dadurch kann Harnsäure leichter ausgeschieden und so der Ablagerung von Harnsäure in den Gelenken und damit der Gicht vorgebeugt werden.

Worauf ist beim Einkauf und der Lagerung zu achten?

  • Trauben mit Kernen sind zu empfehlen, denn in den Kernen sind wichtige gesundheitsfördernde Substanzen.
     
  • Nur reife Weintrauben einkaufen, da sie nicht nachreifen.
     
  • Die einzelnen Weintrauben sollten fest und unbeschädigt sein.
     
  • Vor dem Verzehr sind Weintrauben gründlich unter fließend warmem Wasser zu waschen, um eventuell vorhandene Schadstoffe auf der Schale zu entfernen. Zu bevorzugen sind deshalb Trauben aus Deutschland und nicht solche, die erst aus weiter Ferne in den deutschen Handel gelangen. Besonders Bio-Produkte sind empfehlenswert, da im konventionellen Anbau Trauben zu den am häufigsten gespritzten Früchten zählen.
     
  • Weintrauben halten sich im Kühlschrank etwa eine Woche.

Verwendung von Trauben

Meist werden Weintrauben frisch und roh gegessen. Dies ist auch gut so, denn gerade in der Schale und in den Kernen stecken die besten Nährstoffe. Sie bringen auch in Salaten und als Kuchenbelag Farbe in das Essen. Der Saft von Trauben schmeckt auch lecker. Da er jedoch recht süß ist, wird er auch gerne zum Mischen mit Wasser verwendet.

Aus Weintrauben werden auch weitere Produkte hergestellt. So entstehen durch Trocknung Rosinen oder aus den Traubenkernen das Traubenkernöl.

Traubensaft

Aus Trauben gewonnener Saft ist ein empfindliches Produkt, da es anfällig gegenüber Sauerstoff und Bakterien ist. Auch muss im Vergleich zur Weinherstellung auf den Einsatz von Schwefeldioxid zur Haltbarmachung verzichtet werden. Deshalb muss bei der Saftherstellung auf besonders gutes Traubenmaterial und gute Hygiene geachtet werden.

Rosinen

Rosinen ist der Oberbegriff für alle getrockneten Weinbeeren. Ihr Wassergehalt liegt bei 15 bis 18 Prozent und der Kohlenhydratgehalt bei 68 Prozent. Um ein Kilogramm Rosinen zu erhalten, braucht man vier bis fünf Kilogramm Trauben.

Rosinen können je nach Rebsorte und Herkunft einen anderen Namen haben:
 

  • Sultaninen werden aus der Sultana-Traube hergestellt, die weiß und besonders süß ist.
  • Korinthen werden aus Korinthiaki-Trauben gewonnen, die schwarzbraun und kräftiger im Geschmack sind.

Aufgrund des hohen Zuckergehaltes werden Rosinen zu Süßspeisen und Backwaren verarbeitet, aber auch gerne pur gegessen.

Rosinen sind reich an Eisen, das für die Blutbildung notwendig ist. Auch viele andere Mineralstoffe und Vitamine sind in Rosinen enthalten, die der Körper für Stoffwechselfunktionen braucht. So sind in Rosinen vor allem die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor oder Zink enthalten, aber auch viele B-Vitamine. Da in Trauben nicht so viel Vitamin C drin ist, ist auch in Rosinen entsprechend wenig Vitamin C.

Traubenkernöl

Traubenkernöl hat einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die gut für die Blutgefäße sind und vor Arteriosklerose schützen. Auch enthält es reichlich Lecithin, das sich günstig auf die Gehirnleistung auswirken soll.

Um einen Liter Traubenkernöl herzustellen, werden etwa 40 Kilogramm Traubenkerne benötigt, zu deren Gewinnung etwa 2 000 Kilogramm Trauben notwendig sind.

Wie jedes Öl lässt sich auch Traubenkernöl auf zwei Arten herstellen: heiß gepresst oder kalt gepresst. Kalt gepresstes Öl ist qualitativ hochwertiger, weshalb es auch teurer ist. Während heiß gepresstes Öl hinsichtlich Geschmack und Farbe ein neutrales Speiseöl ist, hat kalt gepresstes Öl eine hellgrün schillernde Farbe und einen leicht nussigen Geschmack.

Deshalb eignet sich kalt gepresstes Traubenkernöl vor allem zur kalten Verwendung, also zum Würzen von Saucen und Salaten oder auch zum Beizen von Fleisch.
Traubenkernöl kann aber auch zum Braten verwendet werden, da dieses Öl sehr hoch erhitzt werden kann, denn sein Rauchpunkt liegt bei über 190 Grad Celsius.

Appetit auf Trauben? Dann probieren Sie mal folgendes Dessert!

Je 125 g rote und weiße Weintrauben waschen und halbieren.
Danach 400 g Quark mit zwei Esslöffel Zitronensaft und zwei Esslöffel Zucker zu einer Creme verrühren.
7-8 Esslöffel Haferflocken in etwas Butter anrösten, zwei Esslöffel Zucker dazugeben und weiterrösten.
Schichtweise Trauben und Quarkcreme in Gläser füllen und die gerösteten Haferflocken darüber streuen.
 

Stand: September 2017