Saftiges Fingerfood – Mandarinen, Clementinen, Tangerinen: Kennen Sie den Unterschied?

Im Winter werden sie gerne als Vitaminspritze gegessen: Mandarinen, Clementinen oder Satsumas. Doch worin unterscheiden sie sich? Welche lassen sich leicht, welche schwerer schälen? Warum soll man sie Kindern lieber geschält geben?

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Mandarinenspalten

Mandarinen, Clementinen, Satsumas und Tangerinen gehören zu den Zitrusfrüchten. Die Mandarine ist dabei die ursprünglichste Art. Die anderen Früchte wie Clementinen oder Satsumas sind durch Züchtungen entstanden und werden warenkundlich als eigene Art betrachtet. Heute werden Mandarinen in allen Teilen der Welt mit gemäßigt warmem Klima angebaut, wobei die Erntezeit je nach Land und Erdteil unterschiedlich ist. Dies hat zur Folge, dass man bei uns fast das ganze Jahr Mandarinen kaufen kann. Doch im Spätherbst und Winter werden sie bei uns besonders reichlich und günstig angeboten, denn dann ist die Haupterntezeit in Spanien, Italien, Israel und der Türkei.

Woher hat die Mandarine ihren Namen?

Die Heimat der Mandarine liegt vermutlich in China. Den hohen chinesischen Staatsbeamten, Mandarinen genannt, verdankt sie wohl ihren Namen. Die ersten Mandarinen kamen Anfang des 19. Jahrhunderts nach Europa und zwar nach England.

Mandarinen oder Clementinen - Wo liegt der Unterschied?

Mandarine

  • besonders saftig und aromatisch, jedoch etwas saurer als Clementinen
  • Schale gelb bis hellorange und leicht zu schälen.
  • enthält viele Kerne

Clementine

  • Kreuzung aus Mandarine und Pomeranze (Bitterorange)
  • sehr süß und aromatisch
  • fast kernlos
  • Schale dünn und schlechter schälbar als die von Mandarinen
  • aus den kandierten Schalen wird Orangeat hergestellt

Satsumas

  • stammen von einer japanischen Mandarinenart ab
  • werden in USA und im Mittelmeerraum angebaut
  • fast kernlos
  • sehr saftig, aber säurearm
  • weniger Aroma als Mandarinen
  • glatte Schale leichter schälbar als die von Clementinen

Tangerine

  • kleinste Mandarinensorte
  • Schale und Fruchtfleisch sind intensiv orange
  • enthält kaum Kerne
  • säurearm
  • hierzulande vor allem leicht gezuckert als Konserve

Minnelola

  • auch Tangelo, Seminole oder Orlando genannt
  • Kreuzung von Mandarine und Grapefruit
  • größer als die Mandarine
  • sehr saftig
  • meist kernfrei

Vitaminreich und kalorienarm

Mandarinen bestehen zu etwa 85 Prozent aus Wasser und sind mit 50 kcal pro 100 Gramm relativ kalorienarm. Eine durchschnittlich große Mandarine mit etwa 45 Gramm liefert somit knapp 25 kcal. Aufgrund des geringen Kaloriengehaltes kann man von diesen süßen Früchten unbesorgt mehrere pro Tag essen.

Sie enthalten auch viele Vitamine und Mineralstoffe. Wie alle Zitrusfrüchte enthalten Mandarinen auch reichlich Vitamin C, wobei es zwischen den einzelnen Sorten große Unterschiede gibt: Mandarinen liefern 30 mg Vitamin C pro 100 g, Satsumas 61 mg Vitamin C pro 100 g. Da sich Mandarinen aber leicht schälen lassen und süß schmecken, isst man gern auch mal mehr als eine Mandarine am Tag, so dass man leicht eine höhere Menge an Vitamin C mit den Mandarinen aufnehmen kann. Die gelb-orangen Früchte enthalten noch weitere Vitamine wie Vitamin E, Folsäure sowie Carotin, die Vorstufe von Vitamin A. Bei den Mineralstoffen liefern vor allem Kalzium, Kalium und Magnesium nennenswerte Mengen.

Schale ist ungenießbar

Die Schale von Mandarinen wird bei konventioneller Ware zum Schutz vor Schimmel und Austrocknung mit Chemikalien behandelt. Hierzu werden dem Wasser zum Waschen der geernteten Früchte chemische Mittel zugefügt. Normalerweise dringt dieses Wasser nur in die äußere Schalenschicht vor. Zu beachten ist, dass auch das Einpackpapier mit Chemikalien behandelt sein kann.

Diese Oberflächenbehandlung muss gekennzeichnet werden, entweder auf der Verpackung oder bei loser Ware auf dem Preisschild.

Wenn die Schale von Mandarinen nicht behandelt wurde, darf dies mit „unbehandelt“ gekennzeichnet werden. Doch „unbehandelt“ bedeutet nur, dass die Schale keiner Oberflächenbehandlung unterzogen wurde. Die Verwendung von Pflanzenschutzmittel während der Reifung ist dennoch erlaubt.

Nach dem Schälen: Händewaschen nicht vergessen oder Bio-Ware kaufen

Beim Schälen der Mandarine übertragen sich die Schadstoffe von der Schale auf die Hände. Fasst man danach die geschälte Mandarine an und zerteilt das Fruchtfleisch in die einzelnen Waben, gelangen die Schadstoffe von der Hand auf das Fruchtfleisch und werden mitgegessen. Um dies zu vermeiden, sollten Mandarinen vor dem Schälen mit warmem Wasser gewaschen werden. Da beim Waschen der Mandarine nicht alle Schadstoffe von der Schale entfernt werden, empfiehlt es sich, nach dem Schälen die Hände auch mit warmem Wasser zu waschen. Kleinen Kindern gibt man am besten die Mandarine schon geschält.

Wem dies zu umständlich ist und wer dennoch Mandarinen unbesorgt essen möchte, der kauft am besten Früchte aus dem biologischen Anbau. Denn diese dürfen weder beim Anbau noch bei der Ernte mit Chemikalien behandelt werden.

Mandarinen in Dosen

Mandarinen erhält man geschält und gezuckert ganzjährig als Dosenware. Bei der Herstellung wird die Schale der Mandarinen weder von Hand noch maschinell entfernt, sondern in einem Bad aus verdünnter Salzsäure weggeätzt. Dies ist für den Menschen gesundheitlich unbedenklich, da dies dem Verdauungsvorgang im menschlichen Magen ähnlich ist. Die Mandarinenwaben werden dann mit Wasser abgespült und mit einer Zuckerlösung in die Dosen abgefüllt.

Stand: Mai 2019