Obst aus der Region: Mögen Sie Mirabellen?

Klein, rund, gelb und süß – so sind Mirabellen. Die aromatischen Obstkugeln sind ideal als Fruchtsnack. Auch leckere Marmeladen, Chutneys und Liköre lassen sich daraus zaubern. Warum sind die Früchte mit einer hellen Schicht überzogen?

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Mirabellen am Baum

Mirabellen sind jetzt wieder im Hofladen, auf dem Wochenmarkt oder in gut sortierten Supermärkten zu kaufen. Fast 90 Prozent stammen dabei aus dem heimischen Anbau.

Ideal als Obstsnack

Mirabellen sind kleine, etwa zwei bis zweieinhalb Zentimeter dicke kugelrunde Früchte mit einer wachsgelben Schale. Mirabellen werden mit der Schale gegessen, Die Schalenseite, die am Baum viel Sonne abbekommen hat, weist rote Pünktchen oder eine rote Backe auf. Diese Färbung ist vor allem bei reifen und sehr reifen Früchten zu sehen. Die kleinen Obstkugeln sind ideal für den rohen Verzehr, da ihr gelbliches Fruchtfleisch fest ist und sich leicht vom Stein lösen lässt. Mit zunehmender Reife wird das Fruchtfleisch weicher und süßer.

Mirabelle – die kleine Schwester der Pflaume

Mirabellen sind eine Unterart der Pflaume. Dieses Obst war ursprünglich in Asien beheimatet und kam bereits im 15. Jahrhundert nach Europa, zunächst nach Lothringen in Frankreich, später auch in benachbarte deutsche Gebiete. Heutzutage ist die Mirabelle in Mittel- und Südeuropa sowie Nordafrika zu finden.

Weltweit liegt das Hauptanbaugebiet der Mirabelle in Lothringen, wo etwa 80 Prozent der Weltproduktion wachsen. Auch im Westen und Südwesten Deutschlands liegen wichtige Anbaugebiete.

Mirabellen lieben warme Gegenden in Deutschland

Gute Anbaubedingungen für Mirabellen finden sich in Deutschland am Mittelrhein, in der Pfalz und in Mainfranken. Ein Mirabellenbaum braucht viel Sonne, damit die Früchte ihr volles Aroma entwickeln. Aufgrund der wärmeren Temperaturen können hier Mirabellen von Juli bis September geerntet werden. Auch in Baden-Württemberg und Hessen ist mit einer frühen Ernte zu rechnen, sofern das Wetter warm ist. In kühleren Regionen Deutschlands und bei kühler Witterung verzögert sich der Reifeprozess um etwa zwei Wochen und damit auch der Erntebeginn.

Die Witterung beeinflusst nicht nur den Erntezeitpunkt, sondern auch die Qualität der Früchte. Ist das Wetter zu nass während des Ausreifens, platzt die Schale.

Mirabellen liefern reichlich Nährstoffe

Für den süßen Geschmack der Mirabellen ist der natürlicherweise enthaltene Fruchtzucker in den Mirabellen verantwortlich. 100 Gramm Mirabellen liefern 14 Gramm Kohlenhydrate und 56 Kalorien (Vergleich: Süßkirsche: 62 Kalorien, Pflaumen: 48 Kalorien). Fett und Eiweiß sind nur in Spuren enthalten.

Mirabellen enthalten mit 230 Milligramm pro 100 Gramm reichlich Kalium, das wichtig für die Funktion von Herz und Nerven ist. Zudem sind nennenswerte Mengen an Magnesium, Phosphor und Zink enthalten. An Vitaminen sind vor allem Beta-Carotin (= Vorstufe von Vitamin A) und Vitamin E in den Mirabellen zu finden; beides sind Substanzen, die die Zellen vor schädlichen Substanzen schützen.

Köstlichkeiten aus der Küche

Der lateinische Name der Mirabelle bedeutet so viel wie „wunderbar“. Der Name ist Programm, denn aus Mirabellen lassen sich viele wunderbare Gerichte und Köstlichkeiten herstellen.

  • Frische Süßspeisen und Kuchen
    *Aus Mirabellen lassen sich leckere Süßspeisen wie Kompott, Früchtequark, Griesauflauf, Knödel und Eis zubereiten.
    *Halbierte Mirabellen bringen Abwechslung in das Angebot der Streusel- oder Käsekuchen. *Pürierte Mirabellen geben als Fruchtschicht zwischen zwei Böden Torten eine fruchtige Komponente.
     
  • Herzhafte Gerichte
    Pürierte Mirabellen passen auch gut als fruchtige Komponente in der Soße zu Lammfleisch, Entenbrust oder Schweinebraten.
     
  • Haltbarmachen
    Wer im Garten einen Mirabellenbaum stehen hat, weiß, dass die Früchte am Baum meist alle gleichzeitig reif werden. Schnelle Verarbeitung ist angesagt, sonst verderben die Früchte.
    *Aus Mirabellen lassen sich gut fruchtige Marmeladen, aromatische Gelees und würzige Chutneys zubereiten. 
    * Mirabellen können auch zu Dörrobst getrocknet werden.
    * Mirabellen lassen sich entsteint gut einfrieren.
     
  • Liköre und Brände
    Lothringen ist als Anbaugebiet von Mirabellen vor allem für die Herstellung von Schnaps, dem sogenannten Mirabellenbrand, bekannt. Auch fruchtige Liköre lassen sich aus Mirabellen machen.
    Wer es selber mal probieren möchte, findet im Internet viele Rezepte zur Herstellung alkoholischer Getränke aus Mirabellen.

Gesundheitliche Wirkung

Mirabellen haben als Unterart der Pflaume eine ähnliche verdauungsfördernde Wirkung, wie sie von Pflaumen und Zwetschen bekannt ist. Auch sollen diese Früchte entwässernd und harntreibend wirken.

Tipps zu Kauf, Lagerung und Zubereitung

Beim Kauf auf feste Früchte achten. Lassen Sie weiche, überreife Mirabellen liegen, denn diese können von Würmern befallen sein. Am besten werden die Früchte bald nach dem Einkauf gegessen. Braucht man die Früchte erst etwas später, werden sie an einem kühlen und schattigen Ort aufbewahrt.

Die Schale der Mirabellen wird meist mitgegessen. Wer sie dennoch entfernen möchte, muss die Früchte nur kurz in heißem Wasser erhitzen. Dadurch löst sich die Schale vom Fruchtfleisch. Die Mirabellen können nun leicht durch ein Sieb gedrückt werden zum Trennen von Schale und Fruchtfleisch.

Warum sind Mirabellen mit einer dünnen weißen Schicht überzogen?

Mirabellen sind von Natur aus mit einer wachsartigen Schutzschicht, auch Duftfilm genannt, überzogen, die die Früchte vor dem Austrocknen schützen. Damit dies möglichst lange so bleib, sollten Mirabellen erst kurz vor dem Essen gewaschen werden.

Rezepte

Mirabellen-Senf
Zutaten: 200 g Mirabellen, 50 g Zucker, 2 Esslöffel Weinessig, 2 Esslöffel Senfpulver, Salz, Pfeffer

Zubereitung: Die gewaschenen und entsteinten Früchte werden in Stücke geschnitten. Nach der Zugabe von Essig, Zucker und Senfpulver wird die Mischung püriert. Die Mischung kurz aufkochen lassen, danach mit Pfeffer und Salz abschmecken und heiß in Gläser abfüllen.

Mirabellen-Marmelade
Zutaten: 1 kg Mirabellen, 500 g Gelierzucker (2:1), Saft einer Zitrone oder 1 Packung Zitronensäure

Zubereitung: Die entsteinten und halbierten Früchte werden püriert, danach mit dem Gelierzucker und der Zitronensäure gemischt und erhitzt. Die Mirabellenmischung zum Kochen bringen und etwa drei Minuten köcheln lassen. Dann in vorbereitete Gläser heiß abfüllen und gut zuschrauben.

Wird noch etwas Lebkuchengewürz in die Masse gerührt, wird aus der Marmelade ein geschätztes Mitbringsel für die Weihnachtszeit.

(fra)

Stand: August 2019