Hessische Erdbeeren – süß, saftig und super aromatisch

Erdbeeren aus heimischem Anbau sind Genuss pur: Süß, saftig und voller Geschmack. Davon kann man sich auch mal eine Extraportion gönnen. Wer die roten Früchte günstiger kaufen möchte, pflückt sie auf dem Erdbeerfeld.

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frische Erdbeeren

Von Mitte Mai bis Juli kommen die saftigen Früchtchen aus der Freilandernte, frisch gepflückt und ohne lange Transportwege, in den Verkauf. Deshalb schmecken sie meist besser als Früchte aus Spanien oder Italien, die es bereits ab Februar zu kaufen gibt.

Erdbeeren aus Hessen

In Hessen bauen etwa 170 Betriebe auf mehr als 1100 Hektar Fläche Erdbeeren an. Da die Ernte im geschützten Anbau rund vier Wochen früher beginnt als die Freilandernte, nimmt diese Anbauweise zu. Zudem hat hier das Wetter keinen so großen Einfluss auf das Wachstum und die Ernte.

Erdbeeren selber pflücken lohnt sich

Aufgrund der höheren Produktionskosten muss man 2022 für ein Schälchen Erdbeeren mehr bezahlen als im Vorjahr und zwar etwa zehn bis 20 Prozent. Günstiger kommt man zu Erdbeeren, wenn man sie selber pflückt, was meist ab Ende Mai möglich ist.

Wo es in Hessen und den anderen Bundesländern Erdbeerfelder zum Selbstpflücken gibt, ist der Internetseite www.selbst-pfluecken.de zu entnehmen. Dort sind wohnortnahe Felder leicht über die Postleitzahl zu finden.

Tipps zum Selberpflücken

  • Nur rote Früchte pflücken, da Erdbeeren nicht nachreifen.
  • Wer es einrichten kann, geht am besten morgens auf das Erdbeerfeld, da mit zunehmender Sonneneinstrahlung im Laufe des Tages die Früchte weich werden.
  • Nach langem Regenwetter möglichst keine Erdbeeren pflücken, denn durch zu viel Nässe verlieren die Früchte ihr Aroma.
  • Erdbeeren mit den Kelchblättern pflücken, da sie dadurch länger frisch und aromatisch bleiben.
  • Mit dem Pflücken großer Erdbeeren lassen sich die mitgebrachten Schüsseln schnell füllen. Doch kleinere Früchte sollten nicht verschmäht werden – im Gegenteil. Der Mehraufwand zum Ernten kleinerer Früchte wird belohnt, denn kleinere Erdbeeren schmecken und riechen meist intensiver als große.
  • Erdbeerfelder etwas abseits der Straße sind zu bevorzugen. Bei direkt an einer Straße liegenden Erdbeerfelder können durch Autoabgase Schadstoffe auf die Felder und somit auf die dort angebauten Früchte gelangen.

Wer es bequemer mag, kauft die regional angebauten Erdbeeren auf dem Wochenmarkt, direkt im Hofladen oder am Erdbeerstand.

Lecker, aber empfindlich

Am besten ist es, Erdbeeren so frisch wie möglich zu essen, denn das typische Erdbeeraroma geht nach der Ernte schnell verloren. Zudem sind reif geerntete Erdbeeren druckempfindlich und verlieren bei falscher Lagerung schnell an Qualität.

Deshalb ist beim Kauf von Erdbeeren und beim Selberpflücken darauf zu achten, dass sie frei von Druckstellen und Schimmel sind. Wer erst zu Hause beschädigte oder matschige Früchte entdeckt, sollte diese gleich entfernen. An solchen Stellen entstehen nämlich schnell Schimmel oder Faulstellen, die auf andere Erdbeeren übergehen.

Erdbeeren werden möglichst in flachen Schalen aufbewahrt, da sie dann weniger Druck ausgesetzt sind. Werden die süßen Früchte nicht gleich verbraucht, lagert man sie vorzugsweise im Gemüsefach des Kühlschranks, allerdings maximal für zwei Tage.

Längerer Erdbeergenuss durch Einfrieren

Wer außerhalb der Erdbeersaison gern Erdbeeren im Quark, Joghurt oder Müsli essen möchte, kann die Früchte ganz oder püriert bis zu zehn Monate tiefgefrieren. Vor dem Tieffrieren müssen die Früchte gewaschen, einzeln vorgefroren und dann luftdicht verpackt werden. Durch das Vorfrieren einzelner Früchte bleiben diese besser in Form, kleben nicht zusammen und sind einzeln entnehmbar. Da Erdbeeren nach dem Auftauen weich und matschig werden, eignen sie sich für Desserts, Kuchen, Sorbets oder Marmelade.

Reich an Vitamin C

Erdbeeren enthalten mit etwa 60 mg pro 100 Gramm mehr Vitamin C als Zitronen oder Orangen. Nicht mal ein halbes Pfund – nämlich nur 170 Gramm – reichen aus, um mit Erdbeeren den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Tagesbedarf an Vitamin C für Erwachsene zu decken.

Mit einem hohen Ballaststoffgehalt können Erdbeeren ebenfalls punkten. Somit kann durch Naschen der roten Früchte einfach und schmackhaft die Verdauung gefördert werden.
Zudem enthalten die Früchte viel Zink, Mangan, Eisen und Kalium. Zink ist gut für das Wachstum, die Wundheilung und die Immunabwehr. Mangan spielt eine wichtige Rolle beim Energiestoffwechsel und Eisen wird für den Sauerstofftransport im Blut benötigt. Kalium wirkt Wassereinlagerungen entgegen und unterstützt die Arbeit von Herz und Muskulatur.

Erdbeeren und Allergien

In Erdbeeren enthaltene Eiweißstoffe sind Birkenpollen sehr ähnlich. Wer auf Birkenpollen allergisch reagiert, verträgt meist auch keine Erdbeeren. Typische Symptome einer Allergie, die nach dem Essen von Erdbeeren auftreten, sind Niesattacken, tränende Augen oder auch Hautrötungen. Empfindliche Personen sollten daher den Genuss von Erdbeeren vorsichtig probieren beziehungsweise bei entsprechenden Symptomen ganz darauf verzichten.

Auch Pestizide können eine allergische Reaktion auslösen. Wer ganz sicher sein möchte, greift auf Erdbeeren aus dem Bio-Anbau zurück, da hier keine Pestizide verwendet werden dürfen.

Schadstoffbelastung

Erdbeeren werden auf den Gehalt an Pflanzenschutzmitteln untersucht. Gerade ausländische Ware ist zum Teil mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Der Grund hierfür ist, dass bei importierten Erdbeeren zwischen Ernte und Verzehr drei bis zehn Tage liegen. Die empfindlichen Erdbeeren überstehen diese Zeitspanne nur, wenn sie mit schimmelverhütenden Chemikalien behandelt werden.
Verbraucher können Erdbeeren jedoch unbeschwert genießen, da in der Regel die zulässigen Höchstmengen an Rückständen von Pflanzenschutzmitteln nicht überschritten werden. Wichtig ist, Erdbeeren vor dem Verzehr immer gründlich zu waschen.

In Hessen erkennt man an diesen Qualitätssiegeln gute Ware aus heimischem Anbau:

Die Qualitätsmarke "Geprüfte Qualität - Hessen" ist das offizielle Qualitäts- und Herkunftszeichen des Landes Hessen für Lebensmittel aus konventionellem Anbau:

Geprüfte Qualität Hessen

Das "Bio-Siegel - HESSEN" steht für ökologisch erzeugte Lebensmittel aus Hessen:

Bio-Siegel Hessen

Rezepte

Erdbeer-Smoothie: schnell und nahrhaft

Erdbeer-Smoothie

Pro Portion 250 Gramm Erdbeeren mit 250 ml fettarmer Milch und zwei Esslöffeln Haferflocken in ein hohes Gefäß geben und gut pürieren.

Erdbeerkuchen mit Vanillepudding

Aus 125 Gramm weicher Butter, 100 Gramm Zucker, 1 Päckchen Vanillinzucker, 1 Prise Salz, 2 Eiern, 175 Gramm Weizenmehl, 1 gestrichener Teelöffel Backpulver und 1 Esslöffel Milch einen Rührteig herstellen und bei Heißluft (160 Grad Celsius) etwa 20 Minuten backen.

Aus einem Päckchen Vanillepuddingpulver, 50 Gramm Zucker und 500 Milliliter Milch einen Pudding kochen und auf den abgekühlten Obstboden verteilen. Darauf 500 Gramm halbierte Erdbeeren legen.

Abschließend aus einem Päckchen Tortenguss mit Erdbeergeschmack und 250 Milliliter Wasser einen Tortenguss nach Packungsanleitung zubereiten. Den Guss von der Mitte des Kuchens aus gleichmäßig verteilen. (fra)


Stand: Mai 2022