Höllischer Gestank, aber himmlischer Geschmack

Eine Frucht, die zum Himmel stinkt, aber durch ihren Geschmack besticht und dabei noch eine wahre Vitaminbombe ist: Kennen Sie schon Durian?

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Durianfrucht geschlossen und aufgeschnitten

Hierzulande kennt man sie auch als „Stinkfrucht“ oder „Kotzfrucht“ – die Rede ist von Durian, einer Kapselfrucht des in Thailand, Indonesien, Malaysia und Brunei beheimateten Zibetbaumes. Ihren Spitznamen hat die Frucht nicht von ungefähr, denn sie verströmt einen solch unangenehmen, fauligen Geruch, dass es in Thailand verboten ist, sie auf öffentlichen Plätzen zu verzehren. Eine Missachtung kann ein saftiges Bußgeld nach sich ziehen.
Trotzdem gehört die Durian zu den beliebtesten Früchten in Südostasien und wird dort widererwartend sogar als „Königin der Früchte“ betitelt. Der Beginn der Erntezeit wird dann regelrecht zelebriert und die frische Frucht feierlich Gästen serviert – allerdings eher im Freien. Dem Hausherrn gebührt dabei die Ehre, die geruchsintensive Frucht anzuschneiden.

„Duri“ steht für Stacheln, nicht für Gestank

Die braun-grüne Frucht hat eine länglich-ovale Form und wird bis zu 30 Zentimeter lang, 25 Zentimeter breit und bis zu drei Kilogramm schwer. Die Schale hat dicke Stacheln, die für die Namensgebung der Frucht verantwortlich sind: „Duri“ ist malaysisch und steht für Stacheln oder Dornen. Das Fruchtfleisch ist hellgelb und weich. Sind die Früchte reif, fallen sie vom Baum herab und können eingesammelt werden.

Trotz des unangenehmen Geruchs erweist sich ihr Geschmack als ein Mix aus Vanille, Banane, Karamell, Mandeln und Pfirsich und wird von Fachleuten als lieblich oder himmlisch beschrieben.

Nicht nur Stink-, sondern auch Vitaminbombe

In Südostasien schwört man auf die aphrodisierende Wirkung der skurrilen Frucht, auch wenn diese bisher nicht wissenschaftlich belegt ist.
Tatsache ist aber, dass die Durian nicht nur eine Stink-, sondern auch eine richtige Vitaminbombe ist. So ist sie unter anderem besonders reich an Provitamin A: 100 Gramm der Frucht enthalten bereits 32 Milligramm und das entspricht dem durchschnittlichen Bedarf an Vitamin A eines ganzen Monats! Des Weiteren kann man mit der gleichen Menge etwa 40 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin C decken. Ihr hoher Kohlehydratanteil kann den Körper zusätzlich mit einer Extraportion Energie ausstatten.

Wo bekommt man eine Durian und was ist beim Kauf zu beachten?

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, findet die Durian ganzjährig in Asiashops oder Spezialgeschäften und Feinkostabteilungen. Wer eine Stinkfrucht ergattern konnte, sollte vor dem Kauf darauf achten, dass die Frucht beim Schütteln klappert. Denn ist die Frucht reif, hört man im Inneren das sich lösende Fruchtfleisch hin und herfallen. Auch eine goldgelbe Färbung der Schale deutet auf eine reife Durian hin.

Das Geheimnis der Vor- und Zubereitung

  • Zum Öffnen der Durian sollte man wegen der stacheligen Schale besser einen Handschuh tragen. Außerdem braucht man etwas Kraft im Oberarm: Ein scharfes Messer hilft beim Halbieren der Frucht.
  • Zunächst sollte die Frucht dabei bis auf den Boden durchstochen werden. Danach das Messer in der Frucht einige Male nach rechts und links drehen und an den zum Vorschein tretenden Nähten entlang schneiden. Auf diese Weise lässt sich die Durian einfacher öffnen.
  • Am besten schmeckt das Fruchtfleisch pur und gut gekühlt. Auch zusammen mit anderen Früchten im Obstsalat oder als Püree oder Eis kann die Königin der Früchte auftrumpfen.
  • Die Kerne der Durian können geröstet als leckerer Knabbersnack oder als Zutat für Currys verwendet werden.
  • In Südosasien werden unreife Durian auch gerne gekocht und als Gemüsebeilage in Kokosmilch serviert.

Stand: Mai 2019