Die gelbe Frucht mit viel Gesundheit

Kinder essen gerne Bananen, weil sie so weich und süß sind. Sportler verzehren die krumme Frucht, weil das reichlich in Bananen vorhandene Magnesium vor Muskelkrämpfen schützt. Und andere nehmen Bananen zu sich, um „gut drauf“ zu sein. Was ist dran am Mythos, dass Bananen glücklich machen?

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Reife Bananen

Bananen sind von allen Obstsorten besonders nährstoffreich, da sie neben Stärke zur Energielieferung viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten, jedoch kein Fett. Deshalb eignen sich Bananen gut für Zwischenmahlzeiten, sind aber auch für Sportler die ideale Nährstoffzufuhr.

Herkunft

Die Banane gelangte schon sehr früh durch die Araber nach Afrika, die sie "banan" (Finger) tauften. In die für die Weltproduktion wichtige Region Mittel- und Südamerika wurde die Banane erst im 15. Jahrhundert durch portugiesische Seefahrer eingeführt.
Ihre krumme Form erhalten die gelben Früchte, indem sie an den Stauden zuerst nach unten wachsen, um sich nach kurzer Zeit nach außen und anschließend nach oben, dem Licht entgegen zu drehen. Das ergibt die charakteristische Krümmung.

Anbausituation

Lange Zeit wurde die Banane ausschließlich für die Ernährung und Selbstversorgung der Menschen im so genannten "Bananengürtel" angebaut. Die größte Teil der Bananen, die nach Deutschland ausgeführt werden, kommen aus den sogenannten "Bananenrepubliken" Mittel- und Südamerikas. Angebaut werden sie in den Plantagen großer Fruchtkonzerne und die Anbaubedingungen bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit der Plantagenarbeiter. Die sozialen und ökologischen Bedingungen der großen Bananenproduzenten werden in den Verbraucherländern jedoch nur selten thematisiert. Inzwischen steigen aber immer mehr Händler ins faire Bananengeschäft ein und kaufen ökologisch produzierte Bananen ein, die von Kooperativen angebaut werden.

Sorten

Von den in den Tropen angebauten mehreren hundert verschiedenen Bananensorten ist die Obstbanane mit Abstand die marktbedeutendste unter den süßen Bananen. Im unreifen Zustand ist die Schale grün und verfärbt sich nach und nach in das typische Bananengelb. Das eher weiße, weiche Fruchtfleisch ist mild und süß, mit einem angenehmen Säureanteil. Bei uns erhältlich ist auch die Babybanane, die extra kleingezüchtet wurde und einen intensiven Geschmack hat. Die Kochbanane wird nicht roh verwendet. Sie ist beinahe doppelt so groß wie die Obstbanane und wird bis zu 300 g schwer. Sie ist mehlig und stärkehaltig, schmeckt und wird verwendet wie eine Kartoffel. Im Verlauf ihrer Reifung wird das Fruchtfleisch dunkler und süßer.

Lagerung

Durch die Lagerbedingungen kann der Reifeprozess beeinflusst werden:

  • Grüne Früchte reifen bei Zimmertemperatur nach.
  • Ist ein langsames Reifen erwünscht, sollten die Bananen in einem kühlen dunklen Raum aufgehängt werden.
    Der Reifeprozess wird gefördert, wenn die Banane über Nacht in eine Papiertüte gelegt wird, wobei zusätzlich die Reifung beschleunigt werden kann durch die Hinzugabe eines Apfels.
  • Bananen möglichst nicht ablegen, da dadurch leicht Druckstellen entstehen.
  • Ein Überreifen der Bananen wird durch die Aufbewahrung im Kühlschrank erreicht. Die Schale wird zwar dunkel, aber die Frucht behält ihre Festigkeit und ihr Aroma.
  • Noch grüne Bananen verderben im Kühlschrank, da der Reifeprozess durch die niedrige Temperatur abgebrochen wird. Werden die Bananen anschließend bei Zimmertemperatur aufbewahrt, können sie ihren natürlichen Reifeprozess nicht fortsetzen und verrotten.
  • Bananen in einer Obstschale fördern den Reifeprozess anderer Früchte.
  • Da Bananen atmen müssen, sollten sie nicht in Plastik, sondern in einer Papiertüte verpackt werden.

Wie kann ich Bananen verwenden?

Meistens werden Obstbananen geschält und dann Biss für Biss verzehrt. Sie schmecken aber auch vorzüglich in Obstsalaten, pikanten Salaten, püriert mit Milch, in oder auf Kuchen und natürlich zu exotischen Reis- und Geflügelgerichten, wo sie gut mit Curry harmonieren. Auch gebacken oder frittiert und mit Honig überzogen sind sie ein Gaumenschmaus.

Nährstoffe in der Banane

Bananen sind sehr nährstoffreich. Sie enthalten kaum Fett, aber viele Ballaststoffe, weshalb Bananen zwar satt, aber nicht dick machen. Auch liefern sie noch Kohlenhydrate (Zucker, Stärke), die Energie für Körper und Gehirn bringen. Der Zucker der Banane wird vom Körper sehr schnell aufgenommen und versorgt ihn sofort mit Energie. Deshalb helfen Bananen auch gegen akute Schlappheit. Für das Verdauen der Stärke braucht der Körper dagegen Zeit, so dass er über einen längeren Zeitraum mit Energie versorgt wird und lang anhaltender gesättigt ist.
Die gelbe Frucht ist auch reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Bananen enthalten viel Kalium und Magnesium. Kalium wird für Muskelaufbau und Flüssigkeitshaushalt des Körpers benötigt. Magnesium dagegen schützt u.a. vor Muskelkrämpfen. Die wichtigsten Vitamine der Banane sind Vitamin B6, Niacin und Folsäure. Vitamin B6 fördert auch den Muskelaufbau, Niacin sorgt für eine weiche Haut und Folsäure fördert die Bildung der roten Blutkörperchen.

Machen Bananen glücklich?

Bekannt ist, dass der Botenstoff Serotonin Entspannung, Zufriedenheit und Harmonie vermittelt und somit für das Gefühlsleben mitverantwortlich ist. Häufig wird das in Bananen enthaltene Serotonin selbst für eine verbesserte Stimmung verantwortlich gemacht, was jedoch nicht stimmt. Denn das mit der Nahrung aufgenommene Serotonin kann nicht ins Gehirn gelangen und somit nicht diesbezüglich positiv wirken. Dennoch kann nach dem Verzehr von Bananen sich die Laune verbessern. Der Grund ist, dass die in den Bananen enthaltenen Kohlenhydrate bewirken, dass die Eiweißgrundsubstanz (Tryptophan), aus der Serotonin im Gehirn aufgebaut wird, bevorzugt ins Gehirn gelangt und dann vermehrt Serotonin im Gehirn gebildet werden kann.

Wie funktioniert das genau?

Die Bildung von Serotonin im Gehirn kann, wie man inzwischen weiß, über bestimmte Nahrungsinhaltsstoffe beeinflusst werden. Serotonin wird aus dem Eiweißbestandteil Tryptophan im Gehirn gebildet. Es reicht allerdings nicht, nur vermehrt eiweißreiche Lebensmittel (Käse, Quark, Geflügel, mageres Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Nüsse) zu essen. Erst durch den gleichzeitigen Verzehr von Kohlenhydraten gelangt Tryptophan vermehrt ins Gehirn, wo es zu Serotonin umgebaut werden kann. Dies liegt daran, dass nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit der Körper Insulin ausschüttet, das unter anderem den Transport der verzweigtkettigen Aminosäuren in die Gewebe fördert. Einzige Ausnahme ist das Tryptophan. Da die verzweigtkettigen Aminosäuren mit Tryptophan um die Transportmechanismen ins Gehirn konkurrieren, verbleibt nach einer kohlenhydratreichen Ernährung aufgrund des Insulineffektes mehr Tryptophan im Vergleich zu den verzweigtkettigen Aminosäuren im Blut. Dieses Tryptophan gelangt nun vermehrt ins Gehirn und wird dort in Serotonin umgewandelt.



Stand: Mai 2019