Birnen - Das magenfreundliche Herbstobst

Völlig zu Unrecht steht sie oft im Schatten des Apfels – die Birne. Dabei ist sie ein so vielseitiges Obst und reich an wertvollen Vitaminen und Ballaststoffen.

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Birnen am Baum

Voll gepackt mit vielen guten Inhaltsstoffen

Birnen enthalten viele Inhaltsstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können. So sind sie beispielsweise sehr reich an Ballaststoffen. Eine mittelgroße Frucht enthält bereits sechs Gramm (g) Ballaststoffe. Zum Vergleich: Täglich sollten etwa 30 g Ballaststoffe aufgenommen werden.

Außerdem weisen Birnen eine Vielzahl an Vitaminen auf, wie etwa Vitamin A, verschiedene B-Vitamine und Vitamin C, welche besonders in der Herbst-und Winterzeit den Körper und sein Immunsystem stärken können. Da sich die meisten Vitamine unterhalb der Schale sammeln, sollte die Frucht am besten mit Schale verzehrt werden.

Die Herbstfrucht ist auch recht mineralstoffhaltig. So finden sich neben Schwefel, Kupfer, Zink und Jod ebenso Magnesium, Phosphor, Kalium und Calcium in der Birne wieder.

Pektin regt die Darmtätigkeit an und wirkt cholesterinsenkend

Der Ballaststoff Pektin ist besonders reichlich in dem Saisonobst enthalten. Dieser regt die Verdauung an und ist besonders hilfreich bei bakteriellen Durchfallerkrankungen, bei denen der Körper durch den häufigen, dünnflüssigen Stuhl wichtige Mineralstoffe und Flüssigkeit verliert. Das Pektin quillt im Darm auf, kann so die Flüssigkeit und die von den Bakterien gebildeten Giftstoffe binden und den dünnen Stuhl wieder eindicken.
Des Weiteren wirkt sich das Pektin positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Denn Pektine binden zusätzlich Gallensäuren und unterstützen so deren Ausscheidung. Dadurch muss der Körper vermehrt Cholesterin für die Nachbildung von Gallensäuren heranziehen, da diese aus Cholesterin hergestellt werden. Folglich sinkt der Cholesterinspiegel.

Bekömmlich und Magenschonend

Da Birnen im Vergleich zu Äpfeln weniger Fruchtsäure bei gleichem Zuckergehalt aufweisen, sind sie besonders süß und dennoch zahn- und magenschonend. Bereits für Babys ist das Herbstobst sehr bekömmlich, für säureempfindliche Personen sind sie gekocht sogar eine wahre Schonkost.

Birnensaison von Juli bis Dezember

Im zweiten Halbjahr können Birnen geerntet werden. Dabei ist der beste Erntezeitpunkt wenn sie nicht ganz reif und noch leicht hart sind. Bei Zimmertemperatur reifen sie dann so weit nach, bis sie ihr volles Aroma entfaltet haben. Allerdings: Zu lange sollten die Birnen auch nicht liegen. Eine Birne gilt dann als reif, wenn sie bei Druck leicht nachgibt und angenehm duftet. Ist die Frucht schon weich und weist braune Druckstellen auf, ist sie bereits überreif und nicht mehr sehr appetitlich.

Tafel-, Koch- oder Mostbirne – Verwendungsmöglichkeiten gibt es in Hülle und Fülle

Birnensorten gibt es viele – oft  unterscheiden sie sich von der Reifezeit und dem Verwendungszweck. So sind frühe Birnen am besten geeignet für den Verzehr direkt vom Baum und können nicht lange eingelagert werden, während Winterbirnen sich über Monate einkellern lassen und somit auch noch später verzehrt werden können.

Tafelbirnen sind Birnensorten, die sich zum Rohverzehr eignen. Meist sind diese Birnen recht groß und glatt und weisen eine typische Birnenform auf.

Kochbirnen sind hingegen roh nicht genießbar und müssen, wie der Name bereits erahnen lässt, gekocht oder gebacken werden. Denn dann werden sie weich und das Aroma entwickelt sich. Besonders in der norddeutschen Küche werden Kochbirnen in traditionellen Gerichten verwendet, zum Beispiel im Steckrübeneintopf oder für Birnen, Bohnen und Speck. Aber auch zu Wild, Rindfleisch oder im Dessert machen sich diese Birnensorten gut.

Mostbirnen findet man häufig auf Streuobstwiesen. Sie sind eher klein und etwas schrumpelig. Auch diese Birnen schmecken roh nicht, stattdessen werden sie zu Saft, Most oder zur Weinherstellung verwendet.

Tipps

  • Versuchen Sie den Reifegrad abzuschätzen und kaufen Sie keine zu reifen Birnen.
  • Wird eine größere Menge Birnen gekauft, sollte das Obst im Kühlschrank oder im kalten Keller gelagert und nur der Bedarf für die nächsten zwei Tage in die Obstschale gelegt werden.
  •  Besonders schnell reifen Birnen, wenn sie in der Obstschale direkt neben Äpfeln liegen. Grund dafür ist das von Äpfeln ausgeschiedene Reifungsgas Ethylen.

Stand: Oktober 2018

Die bekanntesten Tafelbirnensorten

Alexander Lucas: Die Birne mit glatter, grüner Schale ist ab Anfang Oktober reif. Das Fruchtfleisch ist weiß und schmeckt saftig-süß. Die Schale verfärbt sich später leuchtend gelb mit leichten Rostpunkten. Die Alexander Lucas ist lange lagerbar: Bei guter Kühlung bis zu sechs Monaten. In Deutschland ist sie die wichtigste Anbausorte.

Abate Fetel ist eine alte Sorte und im Winter häufig auf Märkten zu finden. Die Birne ist auffällig lang und groß. Ihre Schale ist gelb-grün mit bräunlichen Punkten, das Fruchtfleisch saftig-süß. Die Birne wird ab September gepflückt und ist eingelagert dann im Oktober-November genussreif.

Williams Christ ist eine frühreife Sommerbirne und schmeckt süß und saftig. Bekannt ist sie aufgrund des gleichnamigen Obstbrandes. Die Frucht ist groß und hat eine glockenähnliche Form. Die Schale ist glatt und gelblich. Ist die Birne genussreif, verfärbt sich die Schale rötlich. Neben der Obstbrandherstellung wird die Williams Christ gerne für Saft, Most, Kompott oder Marmelade genutzt.

Gute Luise: Die Herbstbirne hat eine bräunlich-grüne Schale und ist ab Mitte September reif. Wird sie kühl gelagert, hält sie sich außerdem noch bis zu vier Wochen. Ihr Geschmack ist zart schmelzend-süßlich. Die Gute Luise eignet sich auch zum Dörren und Einmachen.

Köstliche von Charneux: Große, ovale Birne mit grünlich-gelber Schale ist reif ab Mitte Oktober. Das Fruchtfleisch ist sehr saftig-schmelzend mit süßem Aroma. In Norddeutschland wird sie auch „Bürgermeisterbirne“ genannt. Auch diese Birne eignet sich zum Einmachen.

Conference: Längliche, flaschenförmige Birne mit rauer Schale und braunen Rostpunkten ist ab Mitte Oktober genussreif. Eignet sich am besten als Tafelbirne und schmeckt sehr saftig und süß. Bei guter Kühlung kann sie bis zu zwei Wochen eingelagert werden.