Sesam – köstliche Körner auf 1001 Art

Sesamkörner sind wahre Powerpakete! Vollgepackt mit vielen wichtigen Nährstoffen schmecken sie nicht nur als Topping für Bagel oder Salate, sondern auch als orientalische Würzpaste „Tahin“ oder in süßen Leckereien wie „Halva“. Dabei haben die Samen ihren ganz eigenen, typischen Geschmack.

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Sesamkörner fallen aus umgekippten Glas

Sesam öffne dich…

Sesam ist vermutlich die älteste Ölpflanze der Welt und stammt ursprünglich aus Indien und Teilen Afrikas. Heutzutage wird Sesam aber in vielen tropischen und subtropischen Gebieten weltweit angebaut, zum Beispiel auch in Ägypten, Equador oder Mexiko. In unseren Breitengraden wächst die Sesampflanze leider nicht.

Übrigens: Mit dem Zauberspruch „Sesam öffne dich“ bitten nicht nur Ali Baba und die 40 Räuber darum, dass sich der Felsen öffnet, um an den Schatz dahinter zu gelangen. Denn das bekannte Zitat aus dem Märchen bezieht sich eigentlich auf die Pflanze: Diese öffnet ihre Fruchtkapseln, in denen sich ihr Schatz - die genussreifen Sesamkörner- befinden, nämlich auch erst zum richtigen Zeitpunkt.

Ob süß oder herzhaft – Sesam ist vielseitig einsetzbar

Insgesamt sind etwa 50 verschiedene Sesam-Arten bekannt, allerdings ist nur „Sesamum indicum“ für den Verzehr geeignet. Neben der Verwendung der Körner auf Bageln und Brötchen wird aus Sesam zum Beispiel das hoch erhitzbare Sesamöl gewonnen, welches zum Kochen und Backen verwendet werden kann. Sesam wird zudem für die Zubereitung des weißen Nougats „Halva“ oder der würzigen Paste des Nahen Ostens „Tahin“ benötigt. Auch für das japanische Gewürz „Gomasio“, das Butterbroten bis hin zu Fischgerichten eine würzig-nussige Note gibt, basiert auf den kleinen Körnern.

Auch lecker: Sesamkörner im Müsli, Salat, Joghurt oder als Topping für Suppen!

Ungesättigte Fettsäuren, viel Calcium und Selen machen Sesam zu einem wertvollen Nahrungsmittel

Sesam-Körner sind zwar ziemlich klein, aber mit Blick auf die Inhaltstoffe auf gar keinen Fall zu unterschätzen. So weisen die kleinen Samen nämlich einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren auf, die dazu beitragen können den Blutdruck und den Cholesterinspiegel niedrig zu halten und somit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.
Die enthaltenen Ballaststoffe können sich positiv auf die Verdauung auswirken, und der recht hohe Eiweiß- , Calcium- und Eisengehalt macht die Körner auch für Vegetarier und Veganer interessant.
Wichtig: Werden die Samen gut kombiniert mit Vitamin C-haltigem Obst und Gemüse lässt sich das Eisen aus den Körnern noch besser verwerten.
Zudem ist Sesam ein äußerst selenhaltiges Lebensmittel und unterstützt unter anderem das Immunsystem und die Produktion von Schilddrüsenhormonen.

Schwarzer oder goldgelber Sesam – gibt es Unterschiede?

Sesam kommt in schwarzer und goldgelber Färbung vor, wobei es sich bei der schwarzen Variante um die Urform des Sesams handelt. Diese hat einen höheren Nährstoffgehalt als die goldgelben Samen und schmeckt zudem kräftiger, ist aber hierzulande eher unbekannter.

Sesamsamen mit allergischem Potenzial

Sesam gehört zu den 14 wichtigsten Lebensmitteln, die eine Nahrungsmittelallergie mit Hautreaktionen bis hin zu Atemnot hervorrufen können. Die einzige Therapie einer solchen Reaktion des Körpers ist das Meiden von Produkten, die Sesam enthalten. Daher muss Sesam auf Lebensmittelverpackungen immer angegeben werden – sogar wenn nur kleinste Mengen als Zutat verwendet wurden. Wer von einer solchen Allergie betroffen ist, sollte also das Etikett nach Angaben wie „Sesam(samen)“, „Sesamkrokant“, „Sesammehl“, „Sesamöl“, „Sesampaste“ oder „Tahin“ genau inspizieren.

Tipps für Einkauf, Lagerung und Zubereitung

Sesamsamen kann man zum Beispiel im gut sortierten Supermarkt oder Bioladen erwerben. Zu Hause sollten sie immer an einem kühlen und lichtgeschützten Ort gelagert werden – Speisekammern sind ideal. Doch trotz richtiger Lagerung und luftdichter Verpackung hält Sesam nicht ewig – darum sollten die Samen zeitnah aufgebraucht werden.

Auch für Tahin und Sesamöl wird man in einem Bioladen schnell fündig. Weißes Tahin eignet sich am besten für Dips oder Aufstriche, dunkles hingegen eher zum Würzen und Marinieren von Tofu oder Fisch. Grund dafür ist der intensivere Geschmack des dunklen Tahins. Ähnlich verhält es sich mit den Ölen. Während das dunklere, vergleichbar mit Sojasoße, eher als Würzmittel dient, ist das hellere Sesamöl dank des nussigen Geschmacks perfekt zum Beispiel für Salate.

Die Farbe von Tahin oder Sesamöl hat nichts mit schwarzem und goldgelben Sesam zutun. Der Unterschied besteht darin, dass für die Herstellung der hellen Produkte der Sesam vorher geschält wurde.

Geöffnete Öle halten etwa drei bis sechs Monate. Auch sie sollten kühl und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Hier eignet sich zum Beispiel der Kühlschrank gut. Tahin gehört nach dem Öffnen ebenfalls ins kühle Dunkle und ist dann mehrere Wochen haltbar.

Aufgepasst: Sind im Tahin-Glas zwei Schichten entstanden – Sesamsaat und Öl -, ist dies kein Anzeichen dafür, dass das Tahin nicht mehr gut ist. Ganz im Gegenteil! Diese Phasentrennung zeigt lediglich auf, dass die Paste frei von Emulgatoren ist. Einfach das Tahin mit einem Löffel durchrühren!

So einfach kann es sein…

Wer es erstmal mit den Samen probieren möchte, dem sei geraten, dass der Sesam am besten schmeckt, nachdem er kurz in der Pfanne geröstet wurde. Hierfür die Samen so lange in einer beschichteten Pfanne schwenken, bis sie ihr besonderes Aroma entfalten. (Sie)

Stand: September 2019

Türkischer Honig, weißer Nougat oder Halva zum Ausprobieren

175 Gramm geschälter Sesam
125 Gramm Honig
4 EL Zitronensaft
1 TL Zimt
1 Tasse gehackte Mandeln
etwas Öl

Sesam in einer Pfanne bei geringer Hitze rösten und danach abkühlen lassen.

Sesamkörner zusammen mit Zitronensaft pürieren.

Honig in einem Topf erhitzen, Mark der Vanilleschote und Zimt hinzugeben. Sesampüree unter den zerlassenen Honig geben und vermischen.

Sesamhonig-Masse auf einen vorher eingefetteten Teller geben und glattstreichen. Gehackte Mandeln auf die Masse geben und das Ganze im Kühlschrank auskühlen und fest werden lassen.

Vor dem Servieren in kleine Stücke schneiden.