Nüsse – kerniger Genuss aus nah und fern

Geröstete Erdnüsse dürfen bei einem gemütlichen Fernsehabend nicht fehlen. Auch Cashewnüsse sind als Snack beliebt. Doch beide Nussarten haben weite Wege bis zu uns. Welche Nüsse wachsen in europäischen Regionen, welche nicht?

Nüsse gemischt - Annette Meyer - pixabay.com_.jpg

Nüsse

Runde Haselnüsse, längliche Erdnüsse und Walnüsse mit ihrer runzeligen Schale kennt jeder. Doch es gibt noch viele andere Nussarten. Wem neben dem Geschmack auch Regionalität wichtig ist, achtet darauf, woher die Nüsse kommen.

Nüsse aus Deutschland und Südeuropa

Haselnüsse: Je nach Sorte haben Haselnüsse eine rundliche oder längliche Form. Bei ganzen Haselnüssen ist ein kleiner Hohlraum im Inneren vorhanden. Neben geschälten ganzen Nüssen werden Haselnüsse auch in verschiedenen Zerkleinerungsformen wie gemahlen, gehackt, gehobelt angeboten. In den deutschen Handel kommen vor allem Haselnüsse aus der Türkei, manchmal auch aus Kalifornien.

Mandeln: Dank ihres feinen Aromas werden süße Mandeln beim Backen und Kochen häufig verwendet. Auch pur oder in Nussmischungen werden sie gerne genascht. Vorsicht ist bei bitteren Mandeln geboten, denn sie sind wegen ihres Gehalts an Blausäure nicht zum Verzehr geeignet. Vor allem das Essen von rohen bitteren Mandeln ist gefährlich. Bereits fünf bis sechs Stück davon können für ein Kind tödlich sein. Bittermandeln werden zur Herstellung von Aromastoffen verwendet.
Klimabedingt wachsen in Europa Mandeln überwiegend in den Ländern des Mittelmeerraumes, in Deutschland gibt es ein kleineres Anbaugebiet in Rheinland-Pfalz. Außerhalb Europas liegt das weltweit größte Anbaugebiet in Kalifornien.

Walnüsse: Walnüsse haben als Snack, im Müsli oder beim Backen ganzjährig Saison. Sie gibt es ganz mit Schale, als Hälften oder als Stücke im Handel. In Deutschland werden vor allem Walnüsse aus dem Mittelmeerraum, den USA und aus Chile im Handel angeboten. Walnussbäume wachsen auch in Deutschland, jedoch ist hier der Walnussanbau wirtschaftlich unbedeutend. Im benachbarten Österreich ist eine Zunahme der heimischen Walnussernte in den letzten Jahren zu beobachten.  

Esskastanien: Esskastanien kommen meist als Maronen in den Handel. Ihr Aroma und ihre weiche Konsistenz erlangen sie erst durch Rösten oder Kochen. Frische Maronen sind bei uns in den Herbst- und Wintermonaten erhältlich, die hauptsächlich aus Italien, Frankreich, Spanien und der Türkei kommen.

Pistazien: Typisch für Pistazien ist die etwas aufgesprungene Schale. Der hellgrüne Kern mit seinem milden Aroma ist eine beliebte Knabberei, die meist geröstet und gesalzen gegessen wird. Pistazien werden in Europa überwiegend in der Türkei, Griechenland und Spanien angebaut. Weltweit betrachtet ernten Iran und Kalifornien die meisten Pistazien.

Pinienkerne: In der mediterranen Küche sind diese Kerne eine beliebte Zutat, sodass sie oft in Pestos, Salaten oder Reisgerichten zu finden sind. Auch Kuchen und Gebäck wird durch ihr Aroma verfeinert. Dabei entfaltet sich der mandelähnliche Geschmack der kleinen Kerne erst so richtig durch das Rösten. Pinienkerne sind teuer, da die Zapfen überwiegend von wild wachsenden Pinien von Hand geerntet werden. Im europäischen Mittelmeerraum sind bekannte Lieferländer Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und die Türkei. Außerhalb Europas werden Pinienkerne in den USA und Mexiko sowie im asiatischen Raum gewonnen.

Nüsse aus tropischen und subtropischen Gebieten

Erdnüsse: Geröstete und gesalzene Erdnüssen dürfen bei keiner Party oder einem gemütlichen Fernsehabend fehlen. Ungeröstet sind sie oft dem Studentenfutter oder anderen Nussmischungen beigefügt. Werden Erdnüsse mit Schale gekauft, lässt sich die Schale leicht mit den Fingern entfernen. In einer Erdnussschale sind meist zwei Erdnüsse, seltener nur eine, gewachsen. Sie kommen vor allem aus Argentinien, USA, China und Indien.

Cashewkerne: Beliebt ist diese Nusssorte mit ihrer typischen Nierenform vor allem wegen ihres besonders feinen und leicht süßlichen Geschmackes. Zu kaufen gibt es sie unbehandelt oder geröstet und gesalzen. Cashewkerne sind die Früchte des Kaschuapfels. Um den Kern zu erhalten, muss die Nuss mit der festen ledrigen Schale zweimal erhitzt werden. Cashewkerne kommen überwiegend aus Indien, Brasilien, Indonesien und Argentinien.

Makadamianüsse: Diese leicht süßlich schmeckenden Nüsse werden unbehandelt, geröstet und teilweise auch gesalzen angeboten. Vom Aussehen her ähneln sie großen Haselnüssen. Sie kommen nur geschält in den Handel, da diese Nusssorte die härteste Schale von allen Nüssen aufweist und deshalb maschinell geknackt werden muss. Die Macadamianuss stammt aus Australien.

Kokosnüsse: Von der Kokosnuss kennen die meisten Verbraucher das Fruchtfleisch in geraspelter Form, das für Süß- und Backwaren verwendet wird. Besonders beliebt sind Kokosmakronen. Aus dem Fruchtfleisch lässt sich auch Kokosfett gewinnen, das sich gut zum Anbraten bei höheren Temperaturen eignet. Eine Kokosnuss enthält bis zu einem Liter Kokoswasser, das in den Anbauländern auch als Trinkwasserersatz dient.
Kokosnüsse kommen vor allem aus dem asiatischen Raum wie Indonesien, den Philippinen und Indien und Sri Lanka, aber auch aus Brasilien und Mexiko.

Paranüsse: Charakteristisch für diese Nüsse ist ihre dreikantige Form. Etwa 25-40 Nüsse sind in einer stacheligen Kapsel des Yuviabaumes enthalten. Zu kaufen gibt es sie ungeschält, geschält und poliert. Paranüsse im Handel kommen fast nur aus Brasilien.

Pekannüsse: Auch wenn sie optisch eher an Eicheln erinnern,  sind sie aber mit den Walnüssen verwandt. Ihr Kern ist jedoch geschmacklich milder. Da die Nussschale relativ dünn ist, kann sie ohne Nussknacker geöffnet werden. Nach Deutschland werden sie vor allem aus den USA, aber auch aus Brasilien und Australien importiert. (fra)

Stand: Oktober 2021

Nüsse sind gesund

Nüsse verbinden das Gute mit dem Nützlichen, denn sie schmecken nicht nur gut, sondern sind auch prall gefüllt mit wertvollen Inhaltsstoffen. So enthalten Nüsse reichlich Eiweiß mit einer relativ hohen biologischen Wertigkeit. Dies bedeutet, dass der Körper das Eiweiß gut verwerten kann. Nüsse punkten auch mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, die wichtig für die Blutgefäße sind und vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen können. Weiterhin sind viele Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe enthalten.

Da die Nährstoffe in den Nüssen in so konzentrierter Form vorkommen, braucht man für eine ausgewogene Ernährung gar nicht so viel davon zu essen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt pro Tag etwa 25 Gramm Nüsse. Dies entspricht 16 Haselnüssen, 17 Mandeln, 33 Erdnüssen, 8 ganzen Walnüssen, 12 Cashewnüssen, 25 Pistazien, 12 Macadamianüssen oder 12 Pekannüssen. Empfehlenswert ist vor allem der Verzehr naturbelassener Nüsse, da gesalzene oder gewürzte Nüsse viel Kochsalz enthalten. Eine zu hohe Kochsalzaufnahme begünstigt jedoch den Bluthochdruck.

Wer gegen Nüsse allergisch ist, sollte vorsichtig sein. Ein Verzehr von Nüssen kann bereits bei kleinen Mengen die Gesundheit gefährden. Da eine Nussallergie auch nur für einzelne Nussarten vorhanden sein kann, ist ärztlicherseits abzuklären, welche Nüsse möglicherweise doch vertragen werden.