Vegetarische und vegane Lebensmittel in Hessen untersucht

Vegetarische und vegane Lebensmittel liegen im Trend, Verbraucher greifen immer häufiger zu Fleischersatzprodukten. Dies war Grund genug für das Hessische Landeslabor, diese Produkte unter die Lupe zu nehmen.

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Vegane Würstchen auf Sojabasis

Was wurde untersucht?

Man nehme: Wasser, Sojaprotein, Eiklar, etwas Öl und Aromen und noch ein paar andere Zutaten -  und heraus kommt eine „Bratwurst“, „Geschnetzeltes“ oder ein anderes Fleischersatzerzeugnis für Verbraucher, die sich fleischfrei ernähren möchten. Diese Produkte gibt es fast in jedem Supermarkt zu kaufen. Doch wie ist es um die hygienische Beschaffenheit der Erzeugnisse bestellt? Wie sieht es mit Allergenen aus? Und sind als vegan ausgelobte Produkte tatsächlich frei von tierischen Bestandteilen? Diesen Fragen ist das Hessische Landeslabor nachgegangen und hat insgesamt 97 Proben Fleischersatzprodukte untersucht.

Die Produktpalette war breit gefächert und reichte von vegetarischen oder veganen „Schnitzeln“ über „Würstchen“ und „Aufschnitt“ bis hin zu Erzeugnissen, die als Alternative zu Frikadellen, Gyros oder Fleischsalat verwendet werden. Häufig handelt es sich um Produkte auf Sojabasis. Aber auch Eiklar oder Proteine von Weizen, Milch, Erbsen oder Schimmelpilzen werden verwendet, um die gewünschte Beschaffenheit zu erzielen. Zudem wurden auch einige Erzeugnisse untersucht, die als vegane Alternative zu Käse angeboten werden.

Untersuchungsergebnisse

Eine gute Nachricht lautet, dass keines der untersuchten Lebensmittel hygienische Mängel aufwies. Auch weitere Laboruntersuchungen zeigten kaum Auffälligkeiten. Lediglich in einem Produkt wurden Bestandteile der Lupine gefunden, die zu den Hülsenfrüchtlern gehört und deren Zusatz aufgrund des allergenen Potenzials deklariert werden muss. Auch erfreulich war, dass keine tierischen Bestandteile in den untersuchten veganen Produkten nachgewiesen wurden.

Ganz ohne Beanstandungen kamen die Fleischersatzprodukte jedoch nicht davon. Häufigste Beanstandungsgründe bei diesen Produkten waren Mängel bei der Kennzeichnung und der Aufmachung: Bei rund einem Viertel der Proben wurden diesbezügliche Mängel festgestellt.

Für vegane oder vegetarische Erzeugnisse gibt es zwar (noch) keine speziellen Kennzeichnungsvorschriften, sie müssen jedoch dem allgemeinen Lebensmittelrecht genügen. Insbesondere die Bezeichnung der Produkte war häufig mangelhaft oder unvollständig, so dass Verbraucher die tatsächliche Art des Lebensmittels nicht erkennen konnten.

In einem Fall erinnerte die Aufmachung eines Fleischersatzproduktes optisch so stark an das fleischhaltige Original-Produkt, dass nicht zu erkennen war, dass es sich um ein veganes Erzeugnis handelte. Die Kennzeichnungsmängel betrafen die Nährwertdeklaration und fehlende Hinweise auf allergene Inhaltsstoffe.

Quelle: Landesbetrieb Hessisches Landeslabor

Stand: August 2018