Schwefel in Trockenobst: Warum?

Getrocknete Früchte wie Rosinen, Aprikosen oder Bananen sind oft in Müsli-Mischungen enthalten. Gern wird Trockenobst auch als Snack zwischendurch gegessen. Doch warum werden manche Trockenfrüchte geschwefelt? Ist Schwefel in Lebensmitteln gesundheitlich bedenklich?

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Trockenobst

Warum wird dem Trockenobst Schwefel zugesetzt?

Bei der Verwendung von Schwefel zur Herstellung von Lebensmitteln handelt es sich um zugelassene Zusatzstoffe. Häufig wird Schwefeldioxid gasförmig oder in Wasser gelöst eingesetzt. Andere verwendete Schwefelverbindungen sind Sulfite. [HV1] Der Zusatz von Schwefel hat zwei wichtige Funktionen:

  • Braunwerden verhindern
    Der zugesetzte Schwefel hemmt die Wirkungsweise von Enzymen, so dass die Früchte länger ihre Farbe behalten. Bei Aprikosen ist der Unterschied zwischen geschwefelten und nicht geschwefelten Früchten deutlich zu erkennen: Geschwefelte Früchte sind leuchtend orange, während die nicht geschwefelten bräunlich und matt aussehen. Hier wirkt Schwefel als so genanntes Antioxidationsmittel.
     
  • Haltbarkeit verlängern
    Schwefel wirkt auch als Konservierungsstoff, da er das Wachstum  von Bakterien, Pilzen und Hefen hemmt und damit einer Fäulnis vorbeugt. So bleiben die getrockneten Früchte länger haltbar.
     

Gesetzliche Grenzwerte für Trockenobst

Für viele Menschen sind zugesetzte Schwefelverbindungen unbedenklich, da der Körper diese Stoffe schnell abbauen kann. Auch Schwangere brauchen deshalb auf Trockenfrüchte nicht zu verzichten.

Gesetzliche Vorgaben verhindern, dass der Schwefelzusatz in Lebensmitteln zu hoch wird. So wird der Schwefelgehalt je nach Fruchtart auf maximal 0,5 bis 2 Gramm Schwefeldioxid pro Kilogramm in Trockenobst begrenzt.

Bei Asthma und Enzymdefekt ist Vorsicht geboten

Gesunde Menschen haben in der Regel keine Probleme, wenn sie schwefelhaltiges Trockenobst essen. Anders ist es bei Menschen, die eine Unverträglichkeit gegenüber Schwefel haben. Besonders problematisch ist Schwefel jedoch bei Menschen mit einer Asthmaerkrankung. Hier kann die Kombination von Asthma und Sulfit-Allergie zu lebensbedrohlichen Reaktionen führen, da die Atemwege zuschwellen und so Erstickungsgefahr besteht.

Auch bei Menschen, denen das Enzym zum Schwefelabbau im Körper fehlt, können nach dem Essen von schwefelhaltigen Trockenfrüchten gesundheitliche Beschwerden auftreten.

Weitere Lebensmittel mit Schwefelzusatz

Schwefel wird nicht nur bei der Herstellung von Trockenobst verwendet. Auch bei der Herstellung vieler anderer Lebensmittel werden Schwefeldioxid oder Sulfit-Salz zugesetzt.

Lebensmittel, bei denen Schwefel zugesetzt werden darf:

  • Meerrettichzubereitungen
  • Krebstiere
  • Kartoffelteige, zum Beispiel für Klöße
  • Fruchtfüllungen bei Backwaren
  • Wein, Fruchtwein
  • Kandierte Früchte
  • Stärke
  • Tafeltrauben
  • Frische Litchis
     

Kennzeichnung von Schwefelzusatz

Schwefel, egal ob als Schwefeldioxid oder als Sulfit-Salz, ist ab einer Konzentration von 10 Milligramm pro Kilogramm oder 10 Milligramm pro Liter zu kennzeichnen.

Auf der Lebensmittelpackung ist die Verwendung von Schwefeldioxid mit E 220 zu deklarieren. Werden Sulfit-Salze zugesetzt wie zum Beispiel Natriumsulfit, ist dies mit E 221 zu kennzeichnen. Weitere Sulfit-Salze haben die E-Nummern E 222, E 223, E 224, E 226, E 227 und E 228.

Wird bei der Weinherstellung Schwefel zugesetzt, ist dies durch „enthält Sulfite“ zu kennzeichnen.

In Gaststätten, Speiselokalen und anderen Gastronomiebereichen ist der Gast durch entsprechende Hinweise in der Speise- und Getränkekarte auf die Verwendung von schwefelhaltigen Produkten hinzuweisen.

Es geht auch ohne Schwefel

Mittlerweile werden im Handel viele Trockenfrüchte auch ungeschwefelt angeboten, da bei der Herstellung auf Schwefel verzichtet wird. Ein Blick auf die Zutatenliste verrät, ob Schwefel verwendet wurde oder nicht. Bei Bio-Trockenfrüchten ist keine Schwefelung der Früchte erlaubt.

Stand: September 2017