Black Food – Ist schwarzes Essen gesund?

Ein neuer Lebensmitteltrend schwappt gerade aus Japan und den USA zu uns nach Deutschland herüber: Schwarz gefärbte Smoothies, Burger, Milchkaffee, Eis oder Hot Dogs. Keine Frage: Black Food ist groovy – aber ist es auch gesund? Und: Woher kommt die schwarze Farbe?

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Black Burger

Pechschwarze Burger, Pommes oder Smoothies erobern derzeit die Street-Food-Festivals, Supermärkte und Food-Blogs im Internet. Ob dies noch unbedingt appetitlich aussieht, darüber lässt sich streiten. Fakt ist aber, dass es, bis auf die gewöhnungsbedürftige Farbe, geschmacklich keinen Unterschied zu den ungefärbten Varianten gibt. Doch wie sieht es aus mit den gesundheitlichen Auswirkungen der verwendeten Farbstoffe?

Aktivkohle als vermeintliches „Black Detox“

Um die Lebensmittel schwarz einzufärben wird unter anderem Aktivkohle benutzt. Diese wird durch die Veraschung von pflanzlichen Bestandteilen wie Kokosnussschalen, Torf oder Holz hergestellt. Aktivkohle ist zwar in der Europäischen Union (EU) als Lebensmittelfarbstoff beispielsweise in Lakritz, Marmeladen oder Fruchtsaftkonzentraten unter der Kennzeichnung E 153 zugelassen, doch kannte man sie bisher eher als Arzneimittel gegen Durchfall-Erkrankungen. Aufgrund ihrer hohen Aufnahmefähigkeit findet sie außerdem Anwendung, um mit der Nahrung aufgenommene Gifte zu binden und auszuscheiden. Letztere Eigenschaft nutzen einige Hersteller der schwarzen Speisen sogar als Werbemittel und versprechen unter der Bezeichnung „Black Detox“ eine entschlackende Wirkung, die auch bei Kater oder Jetlag Abhilfe schaffen soll.

Nicht alles ist Gold was glänzt

Doch neben den angeblichen „Giften“ und „Schlacken“ bindet die Aktivkohle auch Vitamine, Mineralstoffe oder Medikamente wie etwa die Anti-Baby-Pille und befördert diese ebenfalls direkt mit aus dem Körper. So gehen dem Körper wertvolle Nährstoffe verloren und die Wirkung von Medikamenten kann beeinträchtigt werden. Darüber hinaus kann ein zu hoher Verzehr von Aktivkohle zu Verstopfungen und Darmverschluss führen.

Allerdings: Entscheidend ist hier natürlich, wie viel Kohle überhaupt im Lebensmittel enthalten ist und wie viel von dem Black Food letztendlich verzehrt wird. Manche Hersteller weisen sogar daraufhin, dass nicht zu viel des kohlrabenschwarzen Essens verzehrt werden sollte. Wer aber beim Stadtfest einen Black Burger am Foodtruck probiert oder hin und wieder ein schwarz eingefärbtes Eis isst, muss sich nicht sorgen.

Außerdem: Die vermeintliche Detoxkur mit Aktivkohle hat der Körper eigentlich gar nicht nötig, denn bei einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung werden die natürlichen Entgiftungsprozesse über Niere und Leber auf ideale Weise gefördert.

Allergiker aufgepasst!

Neben der Aktivkohle verwenden manche Hersteller zum Einfärben auch Sepia – Tintenfischtinte. Bei Allergikern gegen Fisch ist hier Vorsicht geboten – denn die schwarzen Lebensmittel können zu Reaktionen führen. Sepia hat übrigens keine E-Nummer! Allerdings muss es, aufgrund seiner allergieauslösenden Eigenschaft in der Zutatenliste aufgeführt werden.

Übrigens: Wer schwarzes Essen nur aus optischen Gründen – als Food-Design – anrichten möchte, hat auch ganz natürliche Lebensmittel zur Verfügung: Brombeeren, schwarze Johannisbeeren, Schwarzkirschen, schwarzer Reis, schwarze Bohnen, Bitterschokolade, Kaviar…

Stand: Mai 2018