Matcha-Tee – gesund oder gesundheitsschädlich?

Bis vor wenigen Monaten noch galt Matcha-Tee als „Superfood“ mit besonders vielen gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffen. Inzwischen ist die Euphorie einer gewissen Ernüchterung gewichen, denn das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einigen Proben des Grüntees unerwünschtes Aluminium nachgewiesen.

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Tasse mit Matcha-Tee

Teurer Grüntee

Matcha-Tee besteht aus einem grünen Pulver und hebt sich dadurch schon optisch von üblichem Grüntee deutlich ab. Das Pulver entsteht aus gemahlenen, von Blattadern befreiten Grünteeblättern, dem sogenannten Tencha. Aufgrund der aufwendigen Herstellung hat das Pulver seinen Preis: Je nach Qualität kostet ein Gramm bis zu 1,70 Euro.

Bei der Zubereitung wird das Pulver mittels eines Schneebesens oder eines Milchaufschäumers vollständig im heißen Wasser gelöst. Je nach gewünschter Konsistenz werden dabei in 100 Millilitern Wasser bis zu fünf Gramm Matcha-Pulver gelöst - ein vergleichsweise teures Unterfangen. Dabei entsteht eine Zubereitung, die an Spinatsuppe erinnert. Das Pulver wird außer zur Tee-Zubereitung auch zur Aromatisierung von Milchprodukten, Speiseeis, Süßwaren und anderen Lebensmitteln verwendet.

Gewöhnungsbedürftiger Geschmack

Eine hohe Qualität des Pulvers ist ausschlaggebend dafür, dass Matcha-Tee genießbar ist, denn Pulver geringerer Qualitätsstufen schmecken bitter. Die Beschreibungen des Geschmacks reichen von „gewöhnungsbedürftig“ über „nach Wiese“ bis zu „gras-artig“ oder „nach Algen“. Auf jeden Fall sollte der Teetrinker seinen Matcha-Tee gut umrühren, damit in der Tasse kein Bodensatz von dem Pulver zurückbleibt. Der letzte Schluck dürfte sonst einen eher nachteiligen geschmacklichen Eindruck hinterlassen.

Inhaltsstoffe

Vielfach werden Matcha-Tee neben einer anregenden Wirkung auch Superfood-Eigenschaften nachgesagt. Angeblich sei er gesund fürs Herz und wirke gegen Krebs. Fest steht, dass in Grüntee neben Koffein und Oxalsäure auch sekundäre Pflanzenstoffe wie das Epigallocatechingallat (EGCG) enthalten sind. Dem EGCG werden, wie vielen anderen sekundären Pflanzenstoffen auch, gesundheitsfördernde Eigenschaften wie Schutz des Herz-Kreislauf-Systems und Schutz vor Krebserkrankungen zugeschrieben. Allerdings ist die wissenschaftliche Beweislage ob solcher Behauptungen eher dürftig und basiert fast ausschließlich auf Labor- und Tierversuchen, die so nicht auf den Menschen übertragbar sind. Das in Matcha-Tee enthaltene Koffein indes hat ähnlich der Wirkung von Kaffee eine anregende, wachmachende Wirkung.

Hohe Aluminiumgehalte in einigen Proben

Ernährungsphysiologisch eher ungünstig wirkt sich die in Matcha-Tee enthaltene Oxalsäure aus, da sie Eisen, Kalzium und Magnesium an sich bindet und somit diese Mineralstoffe der Aufnahme durch den Verdauungsprozess entzieht. Deshalb sollte man Matcha-Tee möglichst nicht zeitgleich mit den Mahlzeiten sondern in einem zeitlichen Abstand von etwa zwei Stunden konsumieren.

Ungesund ist der hohe Aluminiumgehalt, den das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einigen Proben von Matcha-Tee nachgewiesen hat. Langfristig hohe Aluminiumaufnahmen können zu Fortpflanzungs- und Knochenentwicklungsstörungen sowie zu Erkrankungen des Nervensystems führen. Deshalb wird auch die Entstehung der Alzheimer-Erkrankung in Zusammenhang mit einer hohen Aluminiumaufnahme diskutiert. Das BfR weist jedoch darauf hin, dass es aufgrund der bisher sehr geringen Probenzahl noch nicht möglich ist, Rückschlüsse auf übliche Gehalte an Aluminium in Matcha-Tee und auf die gesundheitliche Bewertung des Lebensmittels Matcha-Tee insgesamt zu ziehen.

Fazit

Eine generelle Aussage, ob Matcha-Tee gesundheitsförderliche oder gar gesundheitsschädliche Eigenschaften hat, kann derzeit aufgrund der ausstehenden wissenschaftlichen Beweislage und der wenigen untersuchten Proben nicht getroffen werden. Fakt ist: Matcha ist eine vergleichsweise teure Teespezialität, die vermutlich nicht jedermanns Geschmack trifft. (ack)

Stand: Oktober 2019