Kaffee kochen ist Kult

Kaffeezubereitung ist viel mehr als nur das Aufbrühen von Kaffeepulver mit heißem Wasser. Kaffeekochen ist Kunst! Denn je nachdem für welche Methode sich beim Kaffeekochen entschieden wird, entstehen unterschiedliche Aromen. Barista-Kurse, Kaffee-Blogs und Erklärvideos machen aus der Zubereitung des Kultgetränks ein Lebensgefühl.

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Karaffe für Kaffee-Handfilterung

Die Zubereitung macht´s!

Eigentlich braucht man gar nicht so viel: Kaffeepulver, Wasser – man sollte meinen, dass gar nicht so viel schiefgehen kann. Doch es gibt noch viele weitere Faktoren, die Geschmack und das Aroma beeinflussen können.

Fein oder grob – der Mahlgrad spielt eine Rolle
Die jeweilige Sorte, Röstung und der Mahlgrad spielen eine große Rolle beim Geschmack. Ist der Kaffee frisch gemahlen, kann er sein Aroma am besten entfalten. Je nachdem wie der Kaffee zubereitet wird, sind verschiedene Mahlgrade sinnvoll. Wer keine eigene Kaffeemühle zum Selbstmahlen zu Hause hat, kann in einigen Supermärkten oder Fachgeschäften die Kaffeebohnen frisch mahlen lassen und dabei den Mahlgrad selbst bestimmen.

  • sehr feiner Mahlgrad: geeignet für türkischen Mokka oder Espressokocher
  • mittelfeiner Mahlgrad: geeignet für Filterkaffee
  • mittelgrober Mahlgrad: geeignet für einen Kannenaufguss
  • grober Mahlgrad: geeignet für Kaffeepressen

Viel hilft nicht immer viel
Neben dem Mahlgrad ist auch die richtige Dosierung des Pulvers entscheidend. Bei einem normal starken Kaffeegenuss reicht in der Regel etwa ein gehäufter Esslöffel beziehungsweise ein gestrichen gefüllter Kaffeemaßlöffel pro Tasse. Das sind etwa sechs Gramm Kaffeepulver auf 150 Milliliter Wasser. Bei Espresso kommt die gleiche Menge Kaffee auf nur 25 bis 50 Milliliter Wasser.

Auch das Wasser ist wichtig
Eine mittlere Wasserhärte von 8,4 bis 14 Grad deutscher Härte eignet sich fürs Kaffeekochen am besten. Die Wasserhärte am Wohnort kann beim zuständigen Wasserversorgungsunternehmen erfragt werden. Ist das Wasser sehr hart oder sogar chlorhaltig, kann man es vor der Zubereitung des Heißgetränks in Wasserfiltersystemen filtern oder stilles Mineralwasser nutzen.

Frisch schmeckt am besten
Kaffeepulver und Wasser sollten am besten frisch sein und der Kaffee direkt nach dem Aufbrühen getrunken werden, dann schmeckt er am besten. Wird Kaffee zum Beispiel auf der Warmhalteplatte der Filterkaffeemaschine warmgehalten, verliert er bereits nach einer halben Stunde deutlich an Aroma. Auch das Wiederaufwärmen ist keine gute Idee. Tipp: Wenn Kaffee warmgehalten werden soll, eignet sich am besten die Aufbewahrung in der Thermoskanne. Hier geht am wenigsten Geschmack verloren.

Welche Zubereitung soll es sein?

Die Zubereitung des Kaffees ist eine kleine Wissenschaft für sich. Hier scheiden sich die Geister und jeder Kaffeetrinker hat dabei sein Lieblingsritual. Manchmal bleibt nichts anderes übrig, als sich hier und da mal durchzutesten.

Klassische Kaffeemaschine
Die klassische Filterkaffeemaschine gehört zu den gängigen Kaffeezubereitern. Im Wassertank der Maschine wird die benötigte Menge Wasser eingefüllt und anschließend mit einem kleinen Heizelement erhitzt. Dann wird das Wasser durch ein Schlauchsystem über den Kaffeefilter mit dem Kaffeepulver geleitet und tröpfchenweise in den Filter gegeben. Der Kaffee fließt dann langsam in die unter dem Filter stehende Kanne.

Inzwischen werden die Klassiker in der Küche oder im Büro zunehmend von Portionskaffeemaschinen abgelöst. Nicht selten ein Grund: Durch die Automaten kann der Kaffeebedarf durch Portionskapseln und Pads besser portioniert werden und steht nicht stundenlang auf der Heizplatte der Kaffeemaschine. Während es sich bei den flachen Pads ebenfalls um eine Art Filterkaffee handelt, befindet sich in den Kapseln ein typischer Espresso mit feinem hellbraunen Schaum, der Crema. Nachteile: Der Kauf von Pads und Kapseln kann ganz schön ins Geld gehen. Die Kapseln bestehen außerdem aus Kunststoff und Aluminium und sind somit keine umweltfreundliche Lösung.

Tipp: Die Kaffeemaschinen sollten unbedingt regelmäßig gereinigt und entkalkt werden.

Handfilterung
Ein bisschen aufwendiger wird die Kaffeezubereitung dann, wenn der Filtervorgang manuell stattfindet. Hierfür wird der Kaffeefilter aus Papier mit der jeweiligen Menge Kaffee in eine Filterhalterung gesteckt, die wiederum auf einer Kanne befestigt wird.  Das Kaffeepulver wird hier zunächst mit nur wenig heißem Wasser vorgequellt. Anschließend wird das restliche Wasser langsam und portionsweise über das Kaffeepulver gegossen. Der Kaffee tropft dann aus dem Filter in die Kanne.

Kannenaufguss
Beim Kannenaufguss wird das Kaffeepulver in die Kanne gegeben und mit gekochtem Wasser übergossen. Nach drei Minuten wird das Kaffee-Wasser-Gemisch umgerührt und weitere fünf bis zehn Minuten gewartet, sodass sich das Kaffeepulver auf dem Boden absetzen kann. Zum Ausschenken des Kaffees ist dann kein Sieb mehr nötig.

Kaffeepressen oder „French Press“
Nach dem gleichen Prinzip wie beim Kannenaufguss funktionieren auch die recht beliebten Kaffeepressen, oder auch „French Press“ genannt. Unterschied hier: Nachdem sich das Kaffeepulver am Boden abgesetzt hat, wird der Kaffeesatz nochmal mittels eines Siebstempels heruntergedrückt und bleibt so in der Kanne. Kaffeepressen gibt es in unterschiedlichen Größen, sodass auch nur Kaffee für eine Tasse auf diese Weise zubereitet werden kann.

Aeropress
Eine Mischung aus Filterkaffee und Kannenaufguss stellt die Aeropress dar. Diese besteht aus Brühzylinder mit Kaffeefilter und Presskolben. Im Brühzylinder wird der Kaffee mit heißem Wasser vermischt und dann mit dem Presskolben durch den Kaffeefilter in die Tasse oder Kanne gepresst.

Espressokanne
Die kleinen Kaffeekocher für die Herdplatte bestehen aus zwei miteinander verschraubbaren Teilen. Hier wird in den unteren Teil der Kanne Wasser gefüllt und das Kaffeepulver auf ein feines Sieb gegeben, welches in den unteren Kannenteil eingehängt wird. Zusammengeschraubt kommt dann die Kanne auf die Herdplatte. Das Wasser aus dem unteren Kannenteil erhitzt sich und steigt dann durch ein Rohr in den oberen Kannenteil auf und passiert dabei das Sieb mit dem Kaffeepulver. Strenggenommen handelt es sich hierbei nicht um den klassischen Espresso, sondern nach wie vor um Kaffee. Auch die Espressokannen gibt es in verschiedenen Größen.

Siebträger
Bei einem Siebträger handelt es sich um ein Sieb mit einer Handhalterung, das in die Kaffeemaschine eingehakt wird. Das Kaffeepulver wird mit einem Stempel in das Sieb fest reingedrückt. Siebträger sind immer Espressomaschinen. Grund dafür ist der hohe Druck, mit dem das erhitzte Wasser durch den Siebträger mit dem Kaffeepulver gepresst wird. Dabei entsteht nicht nur leckerer Espresso, sondern auch eine feine Crema.

Vollautomaten
Praktisch, aber nicht gerade günstig: Kaffeevollautomaten. Hier können frische Bohnen direkt in die Maschine gegeben werden und heraus kommt ein frischer Cappuccino. Alles das, was dazwischen passiert, erledigt die Maschine: Vom Bohnenmahlen über den richtigen Druck und die Temperatur bis zum Milchschaum. Bei den Vollautomaten gibt es auch Siebträgermaschinen. Die Reinigung und Wartung nach Herstellerangaben ist aus Hygienegründen nicht zu vernachlässigen!

Kaffee richtig lagern

Damit das Aroma lange erhalten bleibt, muss Kaffee richtig gelagert werden. Das klappt am besten, wenn das Kaffeepulver oder die Bohnen trocken, luftdicht und kühl aufbewahrt werden. Angebrochene Packungen sollten daher wieder gut verschlossen und zur Sicherheit auch nochmal in einer Dose verpackt werden. Am besten lagert diese Dose dann im Kühlschrank. Da Kaffee bereits nach einigen Tagen sein Aroma verliert, ist es sinnvoll den Kaffee zeitnah aufzubrauchen.

Für Wenigtrinker: Kaffee kann auch im Gefrierfach eingefroren werden, zum Beispiel in vielen kleinen Portionen. Auftauen ist nicht nötig, schließlich wird er ja mit heißem Wasser zubereitet. (Sie)

Stand: Juli 2020