Heiß auf Eistee

Wenn die Temperaturen steigen braucht man einen richtig guten Durstlöscher. Eistee ist so ein Getränk. Er erfrischt und hat Geschmack. Wie macht man eigentlich einen richtigen Eistee? Und woher kommt das Ganze? Wir haben eiskalt recherchiert und bringen erfrischende Fakten.

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Tee und Eiswürfel in einem Glas neben einer Karaffe mit Wasser

Wer hat´s erfunden? -  ein Engländer natürlich. Eistee ist alles andere als der alte kalte Tee von gestern. Ob nach traditionellem Rezept oder industriell hergestellte Varianten - hier erfahren Sie mehr zum Inhalt der Getränke, beispielsweise zum Zuckergehalt und zum Koffein, zu den gesundheitlichen Auswirkungen auf die Zahngesundheit oder Nierensteine und natürlich das Rezept für den perfekten Eistee zum Selbermachen.

Wie macht man eigentlich Eistee?

Eistee ist alles andere als der kalte Tee von gestern. Eistee ist ein Kaltgetränk, für das Tee zunächst heiß zubereitet und dann rasch mit Eiswürfeln abgekühlt wird. Tee, der langsam abkühlt, neigt dazu, bitter zu werden, was durch die schnelle Abkühlung vermieden wird.

In britischen und amerikanischen Kochbüchern finden sich bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert Rezepte für gekühlte Teegetränke. Der Eistee wurde 1904 vom Engländer Richard Blechynden populär gemacht. Dieser war auf der Weltausstellung in St. Louis für den Tee zuständig und sollte die Amerikaner vom schwarzen Tee überzeugen, die bis dahin nur grünen Tee kannten. Blechynden hatte aber ein Problem: Es war klar, dass heißer Tee im Rekord-Sommer 1904 keinen Anklang finden würde. So kam er auf die Idee, den Tee mittels gekühlter Blei-Rohre sehr schnell abzukühlen.

Nach traditionellem Rezept handelt es sich bei Eistee um einen Tee aus Schwarztee mit Zitronensaft und Zucker oder Süßstoff. Weitere Geschmacksrichtungen werden mit grünem Tee, Früchte- oder Kräutertee oder aus Kombinationen dieser Teesorten oder Kombinationen dieser Teesorten mit Fruchtsaft zubereitet.

Eistee wird mit einer Scheibe Zitrone oder Pfefferminze und jeder Menge Eiswürfeln serviert, damit er kühl bleibt.

Der amerikanische „Iced Tea“, beliebt vor allem in den Südstaaten, wird traditionell entweder mit sehr viel Zucker oder ungesüßt serviert.

Eistee gibt es in Deutschland auch in vielen industriell hergestellten Varianten, die meistens stark gezuckert sind.

Eistee und viele Aromastoffe

  • Verschiedene Geschmacksrichtungen werden als fertige Mischungen angeboten. So gibt es - oftmals in 1,5 Liter Flaschen oder Kartons - neben Zitronen- und Pfirsich-Eistee die Geschmacksrichtungen Mango, Kaktusfeige und Mandarine. Auch Eistees aus Grüntee, Rooibos oder Früchtetee sind im Handel.
  • Diese Teemischungen haben aber nur noch wenig mit der klassischen Eistee-Rezeptur aus abgekühltem Tee, Zitronensaft, etwas Zucker und Eiswürfeln zu tun. Bei den meisten kommerziellen Eistee-Produkten handelt es sich um Zuckerwasser, dem mit Aromen ein bestimmter Geschmack verliehen wird.
  • Das stellte das Verbrauchermagazin Öko-Test fest, nachdem es 26 fertig gemischte Eistee-Getränke im Labor untersucht hat.

Bis zu 28 Stück Würfelzucker pro Liter

  • Ergebnis: Vor allem Teemischungen mit Pfirsich- und Zitronengeschmack sind extrem zuckerhaltig. Als Vergleichsgrundlage diente eine Apfelschorle aus 60 Prozent Mineralwasser und etwa 40 Prozent Saft. Sie enthält knapp 47 Gramm Zucker pro Liter.
  • Nur 5 der 26 getesteten Produkte lagen mit ihrem Zuckergehalt darunter. Süßer Spitzenreiter war ein Pfirsicheistee mit mehr als 83 Gramm Zucker pro Liter - das entspricht fast 28 Stück Würfelzucker pro Liter. Damit können diese Eistee-Produkte Auslöser für Fettleibigkeit und Diabetes sein.

Geringer Fruchtsaft-Anteil

  • Dafür sparten die Hersteller an Früchten. In Produkten, die auf der Verpackung mit Zitronen oder Pfirsichen werben, fanden sich bestenfalls 1 bis 3 Prozent Saft. Vier Produkte enthielten sogar gar keine Fruchtanteile. Der Fruchtgeschmack stammt also allein aus Aromastoffen.

Koffeingehalt von Eistee

  • Eistee wird häufig mit den Extrakten aus schwarzem Tee angereichert und enthält somit reichlich Koffein. Zwar ist der Koffeingehalt im Eistee nicht ganz so hoch wie in anderen koffeinhaltigen Getränken, trotzdem sollten Kinder besser gesündere Durstlöscher wie Mineralwasser oder selbstgemachten Eistee trinken.

Eistee und Karies

  • Dem industriell hergestellten Eistee wird Zucker und Zitronensäure (E330) in großen Mengen zugesetzt. Lebensmitteln oder Getränke, die eine größere Menge an Zitronensäure enthalten, können den pH-Wert des Speichels stark herabsetzen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stellte fest, dass bei übermäßigem Konsum Mineralstoffe aus den Zähnen herausgespült werden, was insbesondere in Kombination mit größeren Mengen Zucker zu Zahnschäden führen kann. Für Kleinkinder ist dies gefährlicher, da deren Milchzähne noch empfindlicher sind.

Eistee begünstigt Nierensteine

  • Normalerweise führt eher eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme zur Bildung von Nierensteinen. Gerade im Sommer, wenn man durch hohe Außentemperaturen stärker schwitzt, ist ausreichendes Trinken wichtig. Auch wer gerne sportlich aktiv ist und seinen Durst zwischendurch stillen möchte, trinkt gerne mal erfrischenden Eistee. Dabei ist ein Glas noch kein Problem. Wer allerdings über den Tag verteilt größere Mengen Eistee zu sich nimmt, läuft Gefahr oxalhaltige Nierensteine zu bilden.
  • Eistee aus schwarzen und grünen Teesorten enthält viel Oxalsäure (Oxalat). Teeliebhaber unterliegen also generell einem höheren Risiko. Doch meist wird nur von der kalten Variante wirklich viel getrunken, zumindest im Hochsommer.
  • "Männer über 40 Jahre haben im Vergleich zu Frauen ein vierfach erhöhtes Risiko für Nierensteine. Auch für Frauen ab der Menopause steigt die Gefahr wegen des niedrigen Östrogenspiegels an", so der Bundesverband Deutscher Internisten e.V.

Zuckerfreien Eistee einfach selber machen

Rezept für den Eistee „Heiß auf Eis“ (für 4-6 Personen):

1 l frisches Wasser
ca. 12 TL schwarzen Tee, bzw. 5-6 Teebeutel
3 Zitronen (unbehandelt)
etwa  25 Eiswürfel

Und so geht es: Den Tee mit 1 Liter kochendem Wasser aufbrühen und drei Minuten lang ziehen lassen. Die Zitronen warm abwaschen und halbieren. Drei halbe Zitronen auspressen und den Zitronensaft mit dem Tee vermischen. Die anderen Zitronenhälften in dünne Scheiben schneiden. Süßen darf jeder nach Geschmack. Und jetzt der Clou: Der Eistee wird "geschockt". Das heißt, die Eiswürfel werden mit dem heißem Tee übergossen, um das volle Tee-Aroma zu bewahren. Der Tee kühlt sich sofort ab und schmeckt herrlich erfrischend. (Quelle: Deutscher Teeverband e.V.)

Der Vorteil des selbstgemachten Eistees ohne Zucker ist, dass er kaum Kalorien hat und daher ein optimaler Flüssigkeitslieferant im Sommer ist.

Schwarzer Tee enthält Koffein. Für die Zubereitung gerade für Kinder eignet sich deshalb zum Beispiel Früchtetee oder Rotbuschtee (Rooibos). Früchtetee schmeckt süß, ist aber zuckerfrei und enthält auch kein Koffein. Außerdem lässt sich der Eistee mit Früchten der Saison wie Erdbeeren, Pfirsichen oder auch Kirschen nach Belieben auffüllen.

Wer den klassisch-herben Geschmack von Eistee nicht missen möchte, kann auch Kräutertee oder grünen Tee anstatt schwarzem Tee nehmen. Mit Minzblättern und Zitronen- oder Orangenscheiben erhält der Eistee eine besonders erfrischende Note.

Stand: April 2019