Schwarze Oliven auf dem Prüfstand

Vielfach werden schwarze Oliven verpackt oder lose aus Bedientheken in Supermärkten verkauft. Allerdings handelt es sich dabei nicht immer um vollreife Früchte, sondern oft auch um gefärbte grüne Oliven. Die Färbung ist zwar erlaubt, muss aber kenntlich gemacht werden. Das Hessische Landeslabor hat als schwarze Oliven angebotene Ware untersucht und Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht festgestellt.

künstlich gefärbte ( geschwärzte) Oliven © LHL.jpg

künstlich gefärbte ( geschwärzte) Oliven

Was unterscheidet grüne von schwarzen Oliven?

Die Farbe von Oliven variiert in Abhängigkeit vom Reifegrad deutlich. Unreife Oliven sind grün, und je länger die Früchte am Baum hängen, desto dunkler wird ihre Farbe. Vollreife Oliven weisen eine dunkelviolette oder auch rotbraune bis schwarze Färbung auf. Grüne Oliven sind aufgrund ihrer Festigkeit weniger empfindlich und lassen sich besser ernten und verarbeiten als die weicheren, reifen Früchte. Auf Grund des höheren Aufwandes bei der Ernte und bei der Verarbeitung sind die reifen, dunklen Früchte teurer als die grünen Früchte. Aus vorgenannten Gründen werden daher grüne Oliven häufig künstlich gefärbt.

Wie werden grüne Oliven schwarz gefärbt?

Grüne Oliven werden mit Eisensalzen geschwärzt. Dies ist lebensmittelrechtlich zulässig, muss jedoch bei losen Proben auf einem Schild an der Ware als "geschwärzt" kenntlich gemacht und bei vorverpackten Produkten müssen die Eisensalze im Zutatenverzeichnis aufgeführt werden. Ferner dürfen die künstlich gefärbten Früchte nicht als „schwarze Oliven“ bezeichnet werden. Ansonsten liegt eine Irreführung des Verbrauchers vor. Das Hessische Landeslabor hat 29 Proben schwarze Oliven auf Echtheit überprüft. Es handelte sich um lose Proben aus Bedientheken und verpackte Ware.

Was kam bei der Untersuchung heraus?

Von den untersuchten 29 Olivenproben wurden vier Proben aufgrund von irreführender Bezeichnung beanstandet:

  • Mit Eisengluconat gefärbte Oliven in der Dose wurden auf dem Etikett mehrfach und teilweise in Fettdruck und farbig unterlegt als „Schwarze Oliven“ bezeichnet. Zudem war auf der Packung die Abbildung von schwarzen Oliven am Baum aufgedruckt.
  • Drei Proben von lose in Bedientheken verkaufte geschwärzte Oliven wurden auf den jeweiligen Schildern an der Ware ebenfalls als „schwarze Oliven“ angeboten.

Die übrigen Proben ergaben hinsichtlich der Färbung und entsprechender Kennzeichnung keinen Anlass zur Beanstandung.

Worauf sollten Verbraucher achten?

Verbraucher sollten beim Kauf von verpackten Oliven auf die Zutatenliste (Hinweis auf die Verwendung von Eisensalzen) und bei loser Ware auf das Schild an der Ware achten. Natürlich gereifte, dunkle Oliven besitzen im Gegensatz zur künstlich geschwärzten Frucht meist keine einheitliche und gleichmäßige Färbung. Sie sind in der Regel auch weicher und saftiger als ihr gefärbtes Pendant.

Quelle: Landesbetrieb Hessisches Landeslabor

Stand: September 2018