Rosenkohl – des einen Freud, des anderen Leid

Manch einer liebt ihn, manch einer hasst ihn. Grund für letzteres ist nicht selten der bittere Geschmack oder der strenge Geruch. Dabei haben die kleinen Kohlröschen so viel mehr zu bieten. Durch ihren hohen Gehalt an Vitamin C sind sie zum Beispiel wahre Booster für das Immunsystem.

brussels-sprouts-g88a31969d_1280.jpg

Rosenkohl in Porzellanschale

Zwischen Oktober und Februar haben die kleinen Kohlröschen Hauptsaison. Ähnlich wie Grünkohl entfalten sie nach dem ersten Nachtfrost erst ihren vollen Geschmack. Mit einem feinen nussig-würzigen Aroma geben sie vielen winterlichen Gerichten das gewisse Etwas. Raffiniert zubereitet, können die kleinen, grünen Röschen sicher auch noch den ein oder anderen Rosenkohl-Muffel überzeugen. Dank neuerer Züchtungen schmeckt der Mini-Kohl auch fast kaum noch bitter.

Auch bekannt als Brüsseler Kohl

Rosenkohl wird auch als „Brüsseler Kohl“ oder „Brüsseler Sprossen“ bezeichnet. Grund dafür ist, dass er zunächst in der Region rund um Brüssel gezüchtet worden ist. Von dort aus verbreitete sich der Rosenkohl in ganz Europa und den USA. Heutzutage wird Rosenkohl hauptsächlich in Frankreich, den Niederlanden oder Großbritannien angebaut.

Inhaltsstoffe überzeugen

Rosenkohl ist eine echte Vitaminbombe: Bereits 100 Gramm Rosenkohl decken den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen, täglichen Vitamin C-Bedarf von 95 bis 110 Milligramm (mg). Das ist fast doppelt so viel, wie in einer Orange oder Zitrone steckt. Vitamin C ist ein Vitamin, das die körpereigene Abwehr so richtig auf Trab bringt. Da es zu den wasserlöslichen Vitaminen gehört, ist eine Speicherung im Körper nicht möglich und muss täglich und über den Tag verteilt aufgenommen werden.

Zudem weist Rosenkohl viel Folsäure auf – ein Vitamin, das besonders in der Schwangerschaft wichtig ist, da ein Mangel die Entwicklung des Babys in den ersten Wochen nachteilig beeinflussen kann.

Neben Ballaststoffen liefern die Röschen auch wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen, Calcium und Kalium.

Tipps für den Einkauf und die Lagerung

Rosenkohl gibt es von Oktober bis Frühjahr als Saisongemüse frisch zu kaufen. Frische Röschen erkennt man an den fest verschlossenen Köpfen, die grün leuchten und keine gelben Verfärbungen auf den äußeren Blättern aufweisen. Beim Aufschneiden bleibt eine glatte, fast weiße Schnittfläche.

Rosenkohl hält sich etwa vier Tage im Gemüsefach des Kühlschranks. Allerdings sollten die Röschen von Äpfeln oder Tomaten ferngehalten werden. Diese enthalten nämlich das Reifungsgas Ethylen, das den Kohl schneller welken lässt.

Rosenkohl lässt sich problemlos einfrieren. Hierfür sollte er circa fünf Minuten in Salzwasser blanchiert werden. Nach dem Abkühlen kann der Kohl in Gefrierbeutel oder –dosen gefüllt werden.

Rosenkohl vielseitig zubereiten

Für die Zubereitung den Kohl waschen und die äußeren Blätter entfernen. Dann die Strünke zurückschneiden und, wer die Röschen nicht vierteln möchte, kreuzweise einschneiden. Auf diese Weise garen die Röschen gleichmäßig. Länger als zehn Minuten sollten sie aber nicht im Salzwasser garen, schließlich sollen sie noch bissfest sein.

Am besten schmecken die kleinen Kohlröschen, wenn sie nur kurz blanchiert und anschließend in etwas Butter geschwenkt werden. Als Gewürze passen Salz, Pfeffer und Muskat gut. Generell lässt sich Rosenkohl ziemlich vielseitig zubereiten - als Rosenkohlpüree, zu Pasta mit getrockneten Tomaten und Pinienkernen, in scharfen Currys, als Auflauf oder Beilage zu Wild oder Geflügel. Auch in Salaten schmecken die kleinen Röschen vorzüglich. Hier sollte man allerdings darauf achten, dass der Rosenkohl kurz vorgegart wird. Andernfalls liegt er schwer im Magen. Apropos: Wer bei Kohl Verdauungsbeschwerden bekommt, kann Gewürze wie Anis, Kümmel oder Fenchel bei der Zubereitung einsetzen. Diese machen Kohlgerichte bekömmlicher.

Das Vierteln der Röschen sowie eine Prise Zucker oder etwas Gemüsebrühe im Kochwasser können dabei helfen, das intensive Kohlaroma abzumildern.

(Sie)

Stand: Januar 2022

Rezept Rosenkohlpüree

250 Gramm frischer Rosenkohl

3 Kartoffeln

150 g Frischkäse

eine Zwiebel

2 EL Butter

1/2 TL Kümmel

Pfeffer, Salz, Muskat

Rosenkohl waschen und die äußeren Blätter entfernen. Die Köpfchen in Viertel schneiden. Kartoffeln und Zwiebel in kleine Würfel schneiden. 1 EL Butter im Topf erhitzen und Zwiebel und Rosenkohl kurz anschwitzen. Kartoffeln hinzugeben und den Topf mit Wasser auffüllen, bis Rosenkohl und Kartoffeln mit Wasser bedeckt sind. Das Ganze etwa 15 Minuten kochen.

Übriges Wasser abgießen, Frischkäse hinzugeben und mit einem Pürierstab das Gemüse grob zerkleinern. Danach den Rest Butter und die Gewürze beifügen und mit dem Kartoffelstampfer weiter fein bearbeiten, bis das Püree eine cremige Konsistenz hat.

Schmeckt hervorragend als Beilage zu vegetarischen wie auch fleischhaltigen Gerichten und fällt gut getarnt nicht sofort jedem Rosenkohl-Muffel ins Auge.