Kennen Sie eigentlich Okra?

Es wird Zeit die Schote aus der afrikanischen und asiatischen Küche kennenzulernen! Denn während ihr weltweit eine enorme Bedeutung zugeschrieben wird, gilt sie hier zu Lande eher noch als ein Exot. Dabei gehören Okras zu den ältesten Gemüsepflanzen der Welt und sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen.

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Okraschoten

In Afrika und Asien bekannt wie ein bunter Hund

Botanisch gesehen gehören die Schoten zu der Familie der Malvengewächse und sind Verwandte des Kakaobaumes, der Baumwolle oder des afrikanischen Affenbrotbaumes. Ihre Herkunft liegt im Hochland von Ostafrika. Wissenschaftler konnten den Anbau von Okras bis 2.000 v. Chr. zurückverfolgen. Um diese Zeit wurden sie bereits im alten Ägypten auf den fruchtbaren Schlammäckern des Nils angepflanzt. Dieser Erkenntnisstand verleiht den Schoten den Titel der ältesten Gemüsepflanze der Welt.

Von Ostafrika aus verbreitete sich das Gemüse fast einmal um den gesamten Globus. Heutzutage wird es in Afrika, Indien, Thailand, Amerika, in der Karibik und in vielen Mittelmeerländern kultiviert. Gerade in der Thailändischen Küche finden die Schoten besonders häufig Verwendung.

Mal Okra, mal „Lady Finger“

Optisch gleichen die Okraschoten einer Mischung aus Bohnenschote und Paprika. Sie sind grün, rot oder weiß und können je nach Art zwischen 4 und 15 cm groß sein. Die Schote ist leicht kantig und läuft schnabelartig zu, die Schale ist mit einem feinen Flaum bedeckt. Ihren langen, schmalen Formen verdanken sie den weit verbreiteten Namen „Lady Finger“.

Im Inneren der Okras befindet sich weiches Fleisch, in dem weiße, ebenfalls zum Verzehr geeignete Kerne enthalten sind.

Okras punkten mit hohem Ballaststoff- und Vitamin C-Gehalt

Das exotische Gemüse enthält kaum Kalorien, dafür allerdings reichlich Ballaststoffe und einen hohen Anteil an Vitamin C. Mit 36 Gramm pro 100 Gramm Okraschoten, kann der Tagesbedarf an Vitamin C bereits zu einem Drittel gedeckt werden. Des Weiteren sind Okras reich an Kalzium, Eisen, Vitamin A und B-Vitaminen.

Exotisches Allzweckgemüse

Die Schoten liegen geschmacklich zwischen mild und säuerlich-pikant und erinnern an grüne Bohnen. Sie sind vielseitig einsetzbar und schmecken zu Fleisch- und Fischgerichten genauso gut wie im Curry, in Eintöpfen oder zu Gemüsepfannen.

Besonders gut passen Okras übrigens mit Tomaten, Zwiebeln, Paprika, Möhren, Kohl oder Sellerie in Gemüsegerichte. Eine kräftige Würzung mit Pfeffer, Chilli, Koriander, Curry und Knoblauch gibt den Schoten dann den letzten Pfiff.

Tipps beim Kauf von Okraschoten

  • Okraschoten sind vorrangig in afrikanischen und asiatischen Supermärkten zu finden.
  • Beim Einkauf sollte besonders auf Frische und Qualität geachtet werden:
    • Schoten sollten grün und knackig sein.
    • Schoten sollten nicht länger als 10 cm sein.
    • Schrumpelige und harte Schoten besser nicht verzehren.
  • Okras gibt es auch in getrockneter Form, allerdings müssen diese vorm Verzehr 24 Stunden in Wasser eingelegt werden, bevor sie weiter verarbeitet werden können.

Vorbereitung in der Küche

Okras roh
Die einfachste und schnellste Zubereitungsart ist die rohe Verwendung der Schoten: Zunächst werden die Schoten unter fließendem Wasser gewaschen und dabei der Flaum von der Schale gerieben. Als nächstes werden, ähnlich wie bei grünen Bohnen, der Stielansatz und die Spitze abgeschnitten. Im Ganzen oder in Scheiben geschnitten können die Okras dann beispielsweise in Salaten zum Einsatz kommen.

Okras gegart
Um die Okras zu garen, ist etwas mehr Aufwand nötig, denn bei Hitze tritt ein milchartiger Schleim aus den Schoten aus. Dieser verhält sich wie Speisestärke und kann genauso zum Andicken von Suppen und Soßen Verwendung finden. Für manche Gerichte ein praktischer Nebeneffekt.

Wer sich jedoch daran stört oder keinen Nutzen von dieser Begleiterscheinung hat, muss die Schoten zunächst für einige Minuten in Essigwasser blanchieren und danach kalt abschrecken, bevor er wie gewohnt das Gemüse garen kann.

Lagerung der Schoten

Okraschoten lieben es warm, deshalb ist das Gemüsefach im Kühlschrank kein guter Aufbewahrungsort. Am besten ist es, die Okras direkt am Tag des Einkaufs zu verarbeiten und aufzubrauchen. Wer dennoch Okras lagern möchte, wird am ehesten im Tiefkühlfach Erfolg haben. Dort halten sich die Schoten etwa 6 bis 12 Monate lang.

Stand: Mai 2019