Avocado – fettreich, aber gesund

Avocados sind heute in fast jedem Supermarkt zu kaufen. Doch was ist die Avocado? Ein Gemüse oder eine Frucht? Und woran erkenne ich, ob sie reif ist? Probieren Sie, wie lecker ein Brotaufstrich mit Avocado schmeckt.

RS10537_ganze und halbe Avocado isoliert © eyewave - Fotolia.com_.jpg

Avocado

Die Avocado ist aus botanischer Sicht kein Gemüse, sondern ein Obst, genauer gesagt eine Beere, auch wenn sie in Europa überwiegend für herzhafte Gerichte verwendet wird. Sie wird auch als Alligatorbirne oder Butterfrucht bezeichnet.

Wie sieht die Avocado aus?

Sie hat eine birnenähnliche bis ovale Form, die von einer ledrigen mittel- bis dunkelgrünen Schale umhüllt ist. Das grün- bis goldgelbe Fruchtfleisch oxidiert – ähnlich wie bei Äpfeln - rasch an der Luft, was durch die Zugabe von Zitronensaft verhindert werden kann.

Bei uns in Deutschland werden vor allem die Sorten „Fuerte“ und „Hass“ verkauft. Die Avocadosorte „Fuerte“ mit einem Gewicht von 250 bis 450 Gramm hat eine mittelgrüne Schale und ein hellgelbes, zum Rand hin grünliches Fruchtfleisch. Die Sorte „Hass“ hat einen nussigen, vollmundigen Geschmack und ist an der stark genoppten Schale zu erkennen.

Woher kommt die Avocado?

Heutzutage wird die Avocado in fast allen tropischen und subtropischen Regionen angebaut, auch wenn sie ursprünglich aus dem südlichen Mexiko stammt. Die Avocadofrucht wächst an einem bis zu 20 Meter hohen Baum. Die birnenförmigen Früchte werden gepflückt, sobald sie die handelsübliche Größe erreicht haben. Sie fallen nämlich vom Baum, bevor sie reif sind.

Die Avoacodo ist fettreich und trotzdem gesund. Warum?

Die Avocado gehört zu den fettreichsten Obst- und Gemüsesorten, denn das Fruchtfleisch enthält reichlich Fett. Je nach Sorte variiert der Fettgehalt zwischen 15 und 25 Prozent. Dieses Fett besteht jedoch überwiegend aus ungesättigten Fettsäuren. Deshalb wird die Avocado trotz der Kalorien als ein gesundes und wertvolles Lebensmittel bewertet.

Da bei einem hohen Cholesterinspiegel tierische Produkte wie Wurst und Käse nur eingeschränkt gegessen werden sollen, sind pflanzliche Brotaufstriche eine ideale Alternative. Diese lassen sich mit Avocados leicht selbst herstellen.

Die Avocado enthält im Vergleich zu anderen Früchten kaum Zucker, jedoch viele Ballaststoffe.

An Mineralstoffen liefert die Avocado vor allem Eisen, Kalzium und Phosphat, die dazu beitragen, Bluthochdruck zu senken.

Auch in der verganen Küche ist die Avocado aufgrund ihrer Nährstoffe sehr geschätzt.

Woran ist eine reife Avocado zu erkennen?

Die im Handel erhältlichen Avocados, egal ob vom Gemüsehändler oder aus dem Supermarkt, sind meist noch hart und damit noch nicht richtig reif und essbar. Sie erreichen meist erst nach einigen Tagen die richtige Reife.

Die richtige Reife ist erkennbar

  • am leichten Nachgeben der Schale auf einen Fingerdruck hin.
  • wenn die Schale ihren Glanz verliert.

Vom Kauf zu weicher Avocados ist abzuraten, da sie schon länger im Laden liegen und überreif sind. Beim Aufschneiden zu Hause ist dies auch an schwarzen Stellen des Fruchtfleisches zu erkennen, die ungenießbar sind.

Die Hass-Avocados verändern während des Reifeprozesses ihre Schalenfarbe von grün zu schwarz. Eine schwarze Schale ist also das Zeichen eines idealen Reifegrades. Eine Hass-Avocado mit einer schwarzen Schale sollte aber nicht gekauft werden, da man nicht weiß, ob die Frucht gerade richtig reif oder schon überreif ist.

Es ist besser, harte und noch unreife Früchte zu kaufen und sie dann zu Hause reifen zu lassen. Der Reifeprozess lässt sich beschleunigen, wenn die Avocado mit Äpfeln zusammen gelagert oder in Zeitungspapier eingewickelt wird.

Was ist beim Zubereiten und Lagern von Avocados zu beachten?

Die Avocado wird der Länge nach und um den Kern herum aufgeschnitten. Die beiden Hälften lassen sich leicht voneinander lösen, wenn sie in entgegengesetzte Richtungen gedreht werden. Wer nur eine halbe Avocado braucht, sollte den Kern in der anderen Avocadohälfte belassen, da der Kern Substanzen enthält, die die angeschnittene Frucht länger haltbar machen. 

Unreife Avocados sollten nicht im Kühlschrank gelagert werden, da sie dort nicht nachreifen. Sie werden bitter im Geschmack und erhalten eine gummiartige Konsistenz.

Reife Avocados, die noch nicht verzehrt werden, können jedoch problemlos bis zu drei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Avocados werden für rohe, also kalte Speisen Gerichte verwendet. Sie eignen sich nicht zum Erhitzen, da sie in der Regel dadurch ungenießbar werden können. Ausnahme: Die Sorte „Hass“ kann für kurze Zeit gegart werden, ohne bitter zu werden.

Verwendung der Avocado in der Küche

Das Fruchtfleisch lässt sich leicht mit einem Löffel aus der Avocadohälfte lösen.

  • Aus dem Mus des Fruchtfleisches wird durch Zugabe von Salz, Gewürzen und Kräuter eine Avocadocreme hergestellt, die sich zum Dippen, als Brotaufstrich oder auch als Füllung von Tortillas eignet. Um zu verhindern, dass die Creme an der Luft schnell braun wird, sollte Zitronensaft zugefügt werden, zumal dies auch die Creme geschmacklich verfeinert.
     
  • Besonders gut eignet sich das Fruchtfleisch bei der Herstellung von grünen Smoothies.
     
  • Für Salate wird das Fruchtfleisch gewürfelt. Auch Salatdressings lassen sich mit Avocados zubereiten.
     
  • Aus Avocados lassen sich auch süße Speisen wie Speiseeis oder Milchshakes zubereiten.

Rezept: Schokobrotaufstrich mit Avocado

Dieser vegetarische Brotaufstrich ist eine Alternative zu den süßen Nuss-Nougat-Cremes.

Für 2 Portionen wird das Fruchtfleisch von 2 reifen Avocados mit 4 Esslöffeln Kakao, 4 Esslöffeln Dicksaft, 2 Prisen Salz und 2 Esslöffeln Öl zu einer homogenen Masse verrührt. Den Brotaufstrich zum Kühlen in den Kühlschrank stellen.

Rezepte für die Zubereitung von herzhaften wie süßen Gerichten lassen sich leicht im Internet finden.

Auf Verträglichkeit von Avocados achten

Manche empfindliche Menschen reagieren auf den Genuss von Käse oder Rotwein mit Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Schwindelgefühl und Magen-Darm-Beschwerden. Verantwortlich dafür ist ein im Käse und Rotwein vorhandenes Eiweißabbauprodukt, das Histamin. Andere in Lebensmitteln enthaltene Substanzen können die Beschwerden bei einer Histaminunverträglichkeit verstärken. Auch in Avocados kommt eine solche Substanz, nämlich das Serotonin, vor. Deshalb sollten Menschen mit einer Histaminunverträglichkeit Käse und Rotwein, aber auch Avocados, Tomaten oder Schokolade nur mit Vorsicht essen.
Wichtig ist zu wissen, dass mit zunehmender Reife der Gehalt an den für die Beschwerden verantwortlichen Substanzen zunimmt.

Im Zusammenhang mit Avocados gibt es auch das „Latex-Frucht-Syndrom“. Wer auf Latex allergisch reagiert, hat häufig auch eine Kreuzallergie mit Avocado, Banane und Kiwi.

Warum ist Avocadoöl in Hautpflegeprodukten?

Das aus überreifen Avocados herausgepresste Öl wird wegen seines hohen Preises weniger als Speiseöl verwendet, sondern vielmehr zur Herstellung von kosmetischen Produkten genutzt.

Avocadoöl wird aufgrund der enthaltenen Fette und Vitamine vor allem für die Pflege von trockener Haut eingesetzt. In der Anwendung ist es angenehm, da es sich auf der Haut gut verteilten lässt und schnell einzieht. Deshalb wird Avocadoöl zu besonderen Cremes, Seifen und Lotionen zugesetzt. Aber auch in Shampoos gegen trockenes Haar ist es enthalten.

 Stand: Mai 2019