Auf den Geschmack gekommen – Lebensmittel online kaufen

Mehr als ein Drittel der Bundesbürger haben schon im Internet Lebensmittel gekauft. Dabei schätzen die Kundinnen und Kunden insbesondere die zeitliche Unabhängigkeit und dass der Einkauf nicht mehr selbst nach Hause geschleppt werden muss. Wer selbst den Onlinekauf von Lebensmitteln ausprobieren möchte, sollte auf ein paar Aspekte achten, damit keine unliebsamen Überraschungen drohen.

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Handy. Tablet und Rechner zeigen eine Onlineseite mit Lebensmittelangeboten

Die Coronavirus-Pandemie hat auch das Einkaufsverhalten der Bevölkerung nachhaltig verändert. Inzwischen wurde der Lebensmitteleinkauf per Internet für immer mehr Verbraucher attraktiv. Nicht lange anstehen, keine Maske tragen, keine schwere Schlepperei– die Vorteile liegen auf der Hand. Doch es gibt auch Vorbehalte: Manch einer findet es problematisch, dass man die Ware vor dem Kauf nicht prüfen kann, beispielsweise frisches Obst und Gemüse. Für die Lieferung muss man zu einem bestimmten Zeitpunkt anwesend sein, die Abgabe beim Nachbarn funktioniert dann nicht. Dazu kommen meist noch Lieferkosten und der problematische Verpackungsmüll.

Welche Lebensmittel werden angeboten?

Das aktuelle Sortiment der Shops im Netz unterscheidet sich kaum noch von dem des stationären Handels. Auch Frischware wie Obst und Gemüse oder Molkereiprodukte können in den virtuellen Warenkorb gelegt werden und sogar Tiefkühlprodukte. Die Einhaltung der Kühlkette stellt allerdings eine große Herausforderung an die Logistik. Bei Testkäufen der Verbraucherzentrale stellte sich heraus, dass die erforderlichen Temperaturen nicht immer eingehalten wurden.

Wer verkauft online Lebensmittel?

Sowohl die bekannten großen Supermarkt-Ketten und Discounter sind im Netz vertreten als auch viele kleinere Anbieter, die sich oft auf bestimmte Warengruppen oder Herkunftsländer spezialisiert haben. Die Organisation foodwatch hat 2018 fünf Lebensmittel-Onlinehändler verglichen und Testkäufe durchgeführt. In einer Untersuchung der Stiftung Warentest wurden zehn Lieferdienste getestet.

Was sollte vor einer Bestellung beachtet werden?

Gerade wenn es um Frischware geht, sollte ein Augenmerk darauf gelegt werden, dass der eigene Wohnort auch im Liefergebiet des Anbieters liegt. Die Lieferkosten spielen natürlich eine nicht unerhebliche Rolle. Ein hoher Mindestbestellwert birgt die Gefahr, dass mehr bestellt wird, als eigentlich notwendig ist, um die Grenze zu überwinden. Wer ausprobieren möchte, worauf beim Online-Lebensmittkauf zu achten ist, kann den Demo-Shop des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittesicherheit ausprobieren.

Gelten die gleichen Regeln für Online- und stationäre Anbieter?

Sowohl der stationäre wie auch der Onlinehandel von Lebensmitteln unterliegen den selben Gesetzen und Regularien. Die Lebensmittelsicherheit steht dabei immer im Fokus. Auf den Onlinehandel kommt die Aufgabe zu, auf dem Versandweg die Ware nicht verderben zu lassen. Dazu sind insbesondere bei Frischware Vorkehrungen zu treffen, dass die Kühlkette durchgehend sichergestellt ist.

Welche Informationen zu den Produkten müssen vorhanden sein

Grundsätzlich gilt: Alle Informationspflichten des stationären Lebensmitteleinzelhandels gelten auch online. Hinweise zu Zutaten oder allergen wirkenden Stoffen sind deutlich und erkennbar anzugeben. Auch müssen die Informationen vor der Bestellung einer Ware durch die Kundschaft überprüft werden können.

Was tun bei Reklamationen?

Das Widerrufsrecht ist bei Onlinekäufen in Deutschland verbraucherfreundlich ausgelegt. Damit soll sichergestellt werden, dass sich für Kundinnen und Kunden kein Nachteil daraus ergibt, dass sie die Ware nicht wie im Laden vor Ort beim Kauf in Augenschein nehmen konnten. Bei allen Reklamationen sollte der erste Schritt immer der direkte Kontakt zum Händler sein. Wie auch beim stationären Handel ist der Onlinehändler natürlich daran interessiert, dass aus einem Erstkäufer ein dauerhaft zufriedener Kunde wird.

Doch gibt es einleuchtende Ausnahmen. Beispielsweise kann das individuell angemischte Müsli von der Rückgabe ausgeschlossen werden, solange es nicht verdorben ausgeliefert wird. Auch schnellverderbliche Ware wie etwa Molkereiprodukte, die bei einer Rücksendung nicht wieder verkauft werden könnten, weil das Verfallsdatum überschritten wäre, können von einem Widerruf ausgenommen werden. Ebenso sind Produkte, die versiegelt ausgeliefert und vom Empfänger geöffnet wurden von einer Rücksendung ausgeschlossen. Hier besteht aktuell aber noch die Unsicherheit, was alles unter eine Versiegelung fällt. Daher der Tipp: Die Produktverpackung nicht öffnen, sondern in dem Zustand zurücksenden, in dem sie geliefert wurde. (Eck)

(Stand 03.2021)