Vorsicht: Zecken lauern schon!

Endlich Frühling: nicht nur Groß und Klein genießen derzeit Sonne und Natur. Auch die Zecken freuen sich, denn sie können wieder blutsaugen. Was für die Tiere angenehm ist, birgt für den Menschen Gefahren. Denn Zecken sind Überträger zweier Krankheiten: der Borreliose und der FSME (Gehirnhautentzündung). Wie Sie sich hiervor schützen können, erfahren Sie im VerbraucherFenster.

Zecke Haut Blut Stefan Schejok - Fotolia.com_.jpg

Zecke auf der Haut eines Menschen

Zecken können die Krankheiten Borreliose und Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) übertragen. Letzteres ist eine Gehirnhautentzündung, vor der eine Impfung schützt. Da bei Borreliose kein Impfschutz möglich ist, ist der Schutz vor einem Zeckenstich genauso wichtig wie das Absuchen des Körpers nach Zecken nach einem Aufenthalt im Freien.

Wo und wann sind Zecken aktiv?

Zecken finden sich am Boden oder im Gestrüpp bis rund 1,5 Meter Höhe. Kommt man beim Spaziergang oder beim Spielen nah an einen Strauch, lässt sich die Zecke abstreifen und hält sich an der Kleidung oder der Haut des Opfers fest. Da Zecken nach dem Erstkontakt auch am Körper weiterkrabbeln können, ist nach einem Aufenthalt im Freien der gesamte Körper nach Zecken abzusuchen. 

Auch wenn für die FSME die größte Gefahr in den Monaten Juni bis Oktober besteht, muss man bereits im März oder bei einem milden Winter im Dezember mit Zecken rechnen. Sobald die Temperatur an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen sieben Grad Celsius und mehr beträgt, wird die Zecke nach Monaten der Ruhe aktiv.

Weitere Risikogebiete in Deutschland und Europa

In Deutschland besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion vor allem in Baden-Württemberg und Bayern, in Südhessen und im südöstlichen Thüringen. Zusätzlich befinden sich einzelne Risikogebiete in Mittelhessen (LK Marburg-Biedenkopf), im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis), in Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld) und mit dem LK Vogtlandkreis auch in Sachsen (siehe interaktive Deutschlandkarte).

Außerhalb Deutschlands sind die Hauptverbreitungsgebiete der FSME in Ost- und Mitteleuropa, vor allem bestimmte Gebiete in Österreich, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakischen Republik, Kroatien, Slowenien, Albanien, im Baltikum, Dänemark, Südschweden, Südnorwegen und Finnland.

Nur ein geringes Risiko besteht in Frankreich und zwar im Elsass, in Italien und in Griechenland.

In Spanien, Portugal, Großbritannien und den Benelux-Ländern gibt es kein FSME-Risiko.

Wie kann man sich vor Zecken schützen?

Schutz vor Zecken durch:

  • Kleidung, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt
    Bei einer Kleidung mit langen Ärmeln, langen Hosen und mit über die Hosenbeine gezogenen Socken haben Zecken wenig Chance, Hautkontakt zu bekommen.

    Optimal ist helle Kleidung, da sich die Zecken besser erkennen lassen.

    Gummistiefel schützen ebenfalls vor Zecken.
     
  • Auftragen von Insektenschutzmitteln auf die Haut
     
  • Ganzen Körper nach Zecken absuchen
    Der ganze Körper ist nach einem Aufenthalt im Freien nach den winzigen Zecken abzusuchen, da sie auf dem Körper herumkrabbeln, bis sie eine gute Einstichstelle gefunden haben. Diese finden sie vor allem an dünnen und warmen Hautstellen, also in den Kniekehlen, im Bauch- und Brustbereich sowie im Schritt. Bei Kindern, gelegentlich auch bei Erwachsenen, sind Zecken außerdem am Kopf, am Haaransatz oder im Nacken zu finden.

    Die Übertragung der Keime (Borrelien oder FSME-Virus) beim Zeckenstich braucht bis zu 24 Stunden. Je länger die Zecke im Körper haften bleibt, desto höher ist also das Risiko einer Infektion. Deshalb ist ein sofortiges Absuchen der Kleidung bzw. des Körpers nach Zecken sinnvoll.
     
  • FSME-Impfung

Wann sollte man sich impfen lassen?

Mit der Zeckenimpfung sollte rechtzeitig begonnen werden, da die Grundimmunisierung aus drei Impfungen besteht und der Schutz erst etwa zwei Wochen nach der zweiten Impfung einsetzt. Diese erfolgt zwischen zwei und vier Wochen nach der ersten Impfung. Eine dritte Impfung wird frühestens nach neun, spätestens nach zwölf Monaten durchgeführt. Damit wird ein Schutz für ca. drei Jahre erworben. Eine Auffrischungsimpfung wird nach drei bis fünf Jahren empfohlen. Um rechtzeitig zu Beginn der Zeckensaison einen guten Impfschutz zu haben, sollte im Februar mit der ersten Impfung begonnen werden.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die FSME-Schutzimpfung:

  • für Kinder und Erwachsene, die in Risikogebieten wohnen oder arbeiten und ein Zeckenstichrisiko haben und
  • für Kinder und Erwachsene, die sich in Risikogebieten aufhalten und Kontakt zu Zecken haben könnten.

Für die Bewohner von Risikogebieten werden die Kosten für die FSME-Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die meisten deutschen Krankenkassen bezahlen die FSME-Impfung auch als Reiseimpfung.

Welche Symptome ruft FSME hervor?

Die Viren gelangen durch den Zeckenstich in die Blutbahn des Menschen. Die ersten, grippeähnlichen Symptome mit Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen treten ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich auf. Danach kann es zur Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder anderer Nervengewebe kommen. In diesen Fällen besteht die Gefahr von bleibenden neurologischen Ausfällen wie zum Beispiel Lähmungen oder Anfallsleiden. Schwere Krankheitsverläufe werden eher bei Erwachsenen als bei Kindern beobachtet. Bei ein bis zwei Prozent der Erkrankten führt die Erkrankung zum Tod. 

Jeder Krankheitsfall muss dem örtlichen Gesundheitsamt gemeldet werden, damit es den genauen Infektionsort ermitteln und entsprechende Maßnahmen treffen kann. 

Welche Symptome ruft Borreliose hervor?

Bis jetzt gibt es noch keinen Impfstoff gegen Borreliose, die ebenfalls durch die Zecken übertragen wird. Zecken, die diese Erreger übertragen, sind überall in Deutschland verbreitet. Das Vorliegen einer Borreliose kann durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden.

Da die Krankheit im Frühstadium gut mit Antibiotika behandelbar ist, sollten alle, die von einer Zecke gestochen wurden, nach Entfernen der Zecke die Stichstelle beobachten. Kommt es innerhalb der nächsten Tage zu einer Rötung oder Hautveränderung um die Stichstelle - oder aber auch ohne Rötung - zu grippe- oder rheumaartigen Beschwerden, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden, der die Antibiotikabehandlung einleiten kann.

Wie wird eine Zecke entfernt?

Wenn sich eine Zecke festgehakt hat, sollte sie möglichst bald entfernt werden, um das Infektionsrisiko zu vermindern, und zwar so:

  • Die Zecken sind aus dem Körper durch vorsichtiges Ziehen, am besten mit einer speziellen Zeckenzange oder einer feinen Splitterpinzette, zu entfernen. Dabei sollen die Zecken so nah an der Haut wie möglich gefasst und ohne zu reißen herausgezogen werden (nicht den Hinterleib quetschen!).
  • Danach sollte die Einstichstelle idealerweise mit sterilem Alkohol betupft werden.
  • Zecken, die an schwer zugänglichen oder sehr empfindlichen Hautbereichen haften (zum Beispiel Genitalbereich, Gehörgang oder Augenlider, Bindehaut) sollten besser durch einen Arzt entfernt werden.

Was tun, wenn der "Zeckenkopf" stecken bleibt?

Wenn bei der Zeckenentfernung Reste der Zecke in der Haut zurückbleiben, handelt es sich nicht um den Kopf der Zecke, sondern um einen Teil des Stechapparates. Dieser wird meist von selbst nach einiger Zeit abgestoßen.

Stand: März 2017