Sonnenschutz: 10 Fragen - 10 Antworten

Der Sommer braucht keinen Kalender. Er zeigt sich mit diesem ganz besonderen Gefühl der intensiven Sonnenstrahlen auf unserer Haut, das uns diese Tage in vollen Zügen genießen lässt. Damit das Sonnenbaden keine unangenehmen Überraschungen mit sich bringt, sollten Sie die richtige Sonnenschutzcreme verwenden. Das VerbraucherFenster beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Sonnenschutz.

Sonnenschirm Jennifer Grush - Fotolia.com_.jpg

Gelb-weiß gestreifter Sonnenschirm vor blauem Himmel

Zehn Fragen zum Sonnenschutz – Die Antworten hat das VerbraucherFenster Hessen bei den Experten des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel e.V. recherchiert.

 

  1. Was genau gibt der Lichtschutzfaktor (LSF oder SPF im Ausland) an? 

    Der Lichtschutzfaktor (LSF) zeigt die Wirksamkeit des Sonnenschutzproduktes an: Für eine hohe Schutzwirkung steht ein hoher LSF, für einen entsprechend geringeren Schutz ein niedriger LSF. Der Lichtschutzfaktor erlaubt den direkten Vergleich der Schutzleistung von Sonnenschutzmitteln: Ein Produkt mit einem LSF von 50 weist eine doppelt so große Schutzwirkung auf wie ein Produkt mit einem LSF von 25.

    Der angegebene Lichtschutzfaktor bezieht sich aber nur auf den UV-B-Schutz, d. h. den Schutz vor Sonnenbrand. Mittlerweile ist allerdings bekannt, dass auch UV-A-Licht die Haut schädigt. Mittels gezieltem Einsatz der Lichtschutzfilter können die meisten Sonnenschutzprodukte heute sowohl einen wirksamen Schutz gegen UV-A- als auch gegen UV-B-Strahlen gewährleisten.

    Ein Logo (die Buchstaben "UVA" in einem Kreis) auf den Sonnenschutzprodukten zeigt, welche Produkte – gemessen am Lichtschutzfaktor – auch einen ausreichenden Schutz vor UV-A-Strahlen gemäß den aktuell gültigen Empfehlungen aufweisen. Diese Produkte können Verbraucher durch das einheitliche Symbol einfach erkennen.

     
  2. Wie findet man den Schutzfaktor heraus?

    Die Auswirkungen der Sonnenstrahlen hängen vom Hauttyp, der Tageszeit, der geographischen Lage und den Witterungsbedingungen ab. Bei einem empfindlichen, zu Sonnenbrand neigenden Hauttyp, empfiehlt sich immer ein hoher Schutz (LSF 30 und höher). Für dunkle Hauttypen oder bei vorgebräunter Haut ist ein mittlerer Schutzfaktor (LSF 15-25) ausreichend. Im Zweifelsfall lieber einen höheren Schutzfaktor wählen und vorzeitig aus der Sonne gehen!

    Bei einer erhöhten UV-Belastung ist die Eigenschutzzeit entsprechend geringer. Die Reflektion der UV-Strahlen – beispielsweise durch die Wasseroberfläche am und auf dem Meer oder im Gebirge durch Schnee – kann die UV-Belastung der Haut nochmals um bis zu 90 % erhöhen. Hier sollte dann auch ein entsprechend hoher Lichtschutzfaktor gewählt werden.

    Zwischen 11 und 15 Uhr ist die ultraviolette Strahlung immer am stärksten. In dieser Zeit sollte man seiner Haut lieber eine Auszeit gönnen. Sonnenschutz ist auch im Winter nötig. In Verbindung mit Schneereflektion wirken Sonnenstrahlen noch intensiver, Wind und Minustemperaturen täuschen. Auch im Frühjahr und bei bedecktem Himmel sowie im Schatten darf die Sonnenstrahlung nicht unterschätzt werden!
     
  3. Muss der LSF umso höher sein, je länger man in der Sonne bleiben will?

    Durch Sonnenschutzmittel kann man die in die Haut eindringende UV-Strahlung wirksam reduzieren. So kann man auch über die Eigenschutzzeit der Haut hinaus in der Sonne bleiben, ohne gleich einen Sonnenbrand zu bekommen. Ein höherer Lichtschutzfaktor bietet auch einen entsprechend höheren Schutz. Aber auch Sonnenschutzmittel mit sehr hohen Lichtschutzfaktoren können die UV-Strahlen nie vollständig abwehren und sind kein Freibrief für unbegrenztes Sonnenbaden.

     
  4. Kann die mögliche Sonnenbadezeit durch Nachcremen verlängert werden?

    Nein. Regelmäßiges Nachcremen ist wichtig, um die Schutzwirkung zu erhalten, da sie durch Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen der Haut verringert werden kann. Die durch den Lichtschutzfaktor bestimmte maximale Schutzzeit kann aber durch mehrmaliges Auftragen des Sonnenschutzmittels nicht weiter verlängert werden. Denn aus biologischen Gründen kann die Eigenschutzzeit nur einmal in 24 Stunden ausgenutzt werden. Die Haut braucht Zeit, um sich zu erholen und zu regenerieren.
    Zeigen sich bereits erste Anzeichen eines Sonnenbrandes, dann hilft erneutes Auftragen des Sonnenschutzmittels auch nicht, den Schaden wieder gut zu machen.

     
  5. Wird man mit einem hohen LSF überhaupt noch braun?

    Ja. Auch Sonnenschutzprodukte mit hohen LSF-Werten können die UV-Strahlen nicht vollständig abhalten. Eine geringe Menge UV-Licht erreicht die Haut immer und kann daher positive wie negative Auswirkungen haben.

     
  6. Braucht jemand, der nie einen Sonnenbrand bekommt, trotzdem Sonnencreme?

    Ja. Die Forschung konzentrierte sich ausschließlich auf das Problem Sonnenbrand. Die Wirkung der UV-A-Strahlen wurde lange Zeit unterschätzt. Die Gefahr liegt darin, dass die negativen Auswirkungen der UV-A-Strahlung nicht sofort spürbar sind, sondern sich erst als Langzeitschäden zeigen: Je öfter die Haut großen Strahlenmengen ausgesetzt wird, umso schneller altert sie. Ein Mensch, der das ganze Jahr über dunkelbraun ist, ist durch diese Gewöhnung zwar vor dem Sonnenbrand, nicht jedoch vor Spätfolgen wie der vorzeitigen Hautalterung geschützt. Im Gegenteil: Bei ihm steigt das Krebsrisiko sogar.

     
  7. Es gibt Sonnencremes mit LSF 50 und höher – wohin soll das noch führen?

    Die europäische Kosmetikindustrie hat sich jetzt darauf verständigt, hier eine Obergrenze einzuführen und künftig „50+“ als maximal möglichen Lichtschutzfaktor anzugeben. Zudem soll der Begriff „Sunblock“ nicht mehr gebraucht werden, da auch Sonnenschutzmittel mit sehr hohen Lichtschutzfaktoren nie einen vollständigen Schutz gegenüber UV-Strahlen bieten können.

     
  8. Was gibt es Neues bei der Sonnencreme-Kennzeichnung?

    Um verschiedene Produkte leichter vergleichen zu können und um damit die Auswahl bestimmter Produkte zu vereinfachen, geben die Hersteller zusätzlich zum Lichtschutzfaktor verschiedene Produktkategorien auf den Verpackungen an. Diesen sind verschiedene Lichtschutzfaktoren zugeordnet:

    Hier die Produktkategorien mit den entsprechenden Lichtschutzfaktoren:

    Basis:  6, 10
    Mittel:  15, 20, 25
    Hoch:  30, 50
    Sehr hoch:  50+

     
  9. Stimmt es, dass ein höherer LSF als 20 gar nichts bringt?

    Nein. Ein höherer Lichtschutzfaktor bietet grundsätzlich auch immer einen besseren Schutz.

     
  10. Kann ich ein Sonnenschutzmittel aus dem Vorjahr noch verwenden?

    Sonnenschutzmittel sind in der Regel gekennzeichnet mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (Sanduhr-Symbol) oder mit einer Aufbrauchsfrist nach dem Öffnen (Symbol eines offenen Cremetiegels mit Angabe der Haltbarkeit nach dem Öffnen in Monaten, z. B. „24 M“). Bis zum angegebenen Datum bzw. innerhalb des angegebenen Zeitraums nach dem Öffnen (meist aber auch wesentlich länger) können Sie das Produkt bedenkenlos verwenden. Die angegebene Schutzleistung bleibt in jedem Fall erhalten. Kleine Reste aus einer Packung vom Vorjahr sollten Sie lieber wegwerfen sowie Produktreste, die sich in der Konsistenz und/oder dem Geruch verändert haben. 

     

Eine kompakte Zusammenfassung zum Thema Sonnenschutz finden Sie hier zum Herunterladen.
 

Tipp: Hier können Sie den für Ihren Hauttyp und Ihre Urlaubsregion benötigten Lichtschutzfaktor tagesaktuell und individuell berechnen lassen!

http://www.haut.de/service/lsf-tipp

Quelle: Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V.: Sonnenschutz

Stand: Juli 2016

Was man der Werbung glauben darf ...

Die europäische Kosmetikindustrie hat sich darauf verständigt, dass die Werbeaussagen der Hersteller von Sonnenschutzmitteln so formuliert sein sollen, dass sie nicht zu ausgiebigem Sonnenbaden anregen. Daher sollen folgende oder ähnlich lautende Empfehlungen auf den Verpackungen zu finden sein:

• Intensive Mittagssonne vermeiden.

• Produkt vor dem Sonnen auftragen.

• Mehrfach auftragen, um den Lichtschutz aufrecht zu erhalten, insbesondere nach dem Aufenthalt im Wasser.

• Sonnenschutzmittel großzügig auftragen. Geringe Auftragsmengen reduzieren die Schutzleistung.

• Auch Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktoren bieten keinen vollständigen Schutz vor UV-Strahlen.
• Babys und Kleinkinder vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.

• Für Babys und Kleinkinder schützende Kleidung sowie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF größer als 25) verwenden.