Aluminium in Deodorants – tatsächlich so gefährlich?

Die gesundheitlich bedenkliche Wirkung von Aluminium ist nicht nur bei der Zubereitung von Lebensmitteln in aller Munde. Aluminiumhaltige Deodorants tragen zusätzlich zur Aufnahme von Aluminium in unserem Körper bei. Sollte man besser auf Deodorants, welche Aluminium enthalten verzichten? Welche Gefahr geht tatsächlich von Aluminium in Deos und Antitranspirant aus?

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Frau benutzt Deoroller

Aluminium ist überall

Aluminium ist allgegenwärtig vorhanden. Es kommt natürlich vor und ist deshalb auch in vielen Lebensmitteln wie etwa Spinat, Pilzen, Hülsenfrüchten, Tee oder Getreide und im Trinkwasser nachweisbar. Bestimmte Aluminiumverbindungen (siehe unten) werden außerdem als Lebensmittelzusatzstoffe eingesetzt. Zahlreiche Produkte, wie Kosmetika, Lebensmittelverpackungen und sogar Kochgeschirr, Tassen und Teller enthalten Aluminium, genauso wie Arzneimittel.

Welche Kosmetika enthalten Aluminium?

Wegen ihrer schweißhemmenden Wirkung werden Aluminiumverbindungen in Deodorants verwendet, die es in verschiedenen Ausführungen als Stick, Creme, Roller oder Spray gibt. Neben Deodorants und Antitranspirant können Aluminiumfluoride auch als Farbpigmente in Lippenstiften, Zahnpasta oder als Beschichtung von Nanopartikeln in Sonnenschutzmitteln vorkommen.

Wozu ist das Aluminium überhaupt im Deodorant?

Schweißhemmend wirkt Aluminium einerseits durch die Eigenschaft, die Hautporen zusammenzuziehen, sodass weniger Schweiß austreten kann. Zum anderen bilden Aluminium und Eiweiße auf der Haut einen gelartigen Komplex, der vorübergehend die Ausfuhrgänge der Schweißkanäle verschließt.

Produkte ohne Aluminiumsalze beeinflussen die Schweißproduktion nicht. Ihre Wirkung besteht darin, den Körpergeruch mit Duftstoffen zu überlagern, so Stiftung Warentest.

Woher weiß man, in welchen Produkten Aluminium enthalten ist?

Auf den Verpackungen der Kosmetika ist Aluminium als „Aluminium Silicate“ oder „Aluminium Chlorohydrate“ gekennzeichnet. Viele Hersteller bezeichnen z.B. ein Deo-Spray mit Aluminiumchlorhydrat zusätzlich als „Antitranspirant“ – der Deutlichkeit halber. Gesetzlich vorgeschrieben ist dies nicht, aber für Verbraucher ist es ein wichtiger Hinweis. Manche Hersteller vermeiden dagegen den Begriff „Antitranspirant“, schreiben jedoch auf das Produkt, dass es die Schweißproduktion vermindert oder die Achselnässe reduziert.

Kann Aluminium Alzheimer oder Brustkrebst fördern?

Derzeit ist die wissenschaftliche Datenlage bezüglich des tatsächlichen Gesundheitsrisikos durch Aluminium in kosmetischen Produkten unzureichend.

In Studien wird der Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium und der Erkrankung an Alzheimer sowie der Brustkrebsentstehung diskutiert. Es gibt Berichte, nach denen erhöhte Aluminiumkonzentrationen in den betroffenen Hirnabschnitten bei Alzheimer-Patienten gefunden wurden. Ebenso zeigten Studien mit Patientinnen, welche an Brustkrebs erkrankt sind, eine erhöhte Aluminiumkonzentration in den Brustdrüsen, im Brustgewebe und –sekret, im Vergleich zu gesunden Frauen. Andere Studien fanden hingegen keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Aluminiumaufnahme aus Deos und der Entstehung von Brustkrebs.

Hier besteht also noch ein großer Forschungsbedarf.

Aluminium reduzieren – ja oder nein?

Es ist anzuraten, die Aluminiumaufnahme zu reduzieren, obwohl die wissenschaftlichen Ergebnisse bezüglich Alzheimer-Erkrankung und Krebs noch uneinheitlich sind.

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nimmt eine Grenze für die wöchentlich tolerierbare Aufnahme (TWI) von einem Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht an. Laut EFSA wird diese Grenze teilweise bereits mit der Ernährung erreicht bzw. überschritten.

Wie viel Aluminium wird über Deos aufgenommen?

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung kann die wöchentlich tolerierbare Aufnahme schon bei einer einmaligen Anwendung eines aluminiumhaltigen Deos pro Tag ausgeschöpft sein.

Auf was sollte man bei der Verwendung aluminiumhaltiger Deos achten?

Das aluminiumhaltige Deo sollte nicht unmittelbar nach der Rasur der Achseln benutzt werden. Auf geschädigter Achselhaut oder anderen Hautbereichen sollten keine aluminiumhaltigen Kosmetika verwendet werden.

Wie kann man zusätzlich Aluminium in der Ernährung reduzieren?

In Kombination mit Salz oder Säure ist Aluminium löslich. Salzige und saure Speisen sollten auf keinen Fall in Alufolie verpackt werden. Früchte-Kompott wie Apfelmus oder Rhabarber und püriertes Gemüse, aber auch salzige Speisen sollten nicht in Aluminium-Behältern aufbewahrt werden.

Aus Kochgeschirr oder Verpackungen und nicht beschichteten Alu-Trinkflaschen können Aluminium-Ionen in Lebensmittel übergehen.

Zur Dekoration von feinen Backwaren und Kuchen sowie als Überzug von Zuckerwaren darf Aluminium auch verschiedenen Farbstoffen zugesetzt werden. Außerdem sind einige Aluminiumlacke als Lebensmittelfarbstoffe zugelassen. Diese Lebensmittelzusatzstoffe sollten eher gemieden werden, weil die wöchentlich tolerierbare Aluminiumaufnahme schon über die Ernährung und auch über Kosmetika erreicht wird.

Aluminiumhaltige Lebensmittelzusatzstoffe sind:

E 173; E 520; E 521; E 522; E 523; E 541; E 554; E 555; E 1452

Übrigens: Auch das Hessische Landeslabor beschäftigt sich mit dem Thema Aluminium und führt hierzu entsprechende Untersuchungen durch:

Stand: Juni 2017