Zeit für das Gute-Laune-Hormon!

Fühlen Sie sich im Frühjahr trotz Sonnenschein müde und schlapp? Damit sind Sie nicht allein. Ungefähr jeder dritte Deutsche leidet an der Frühjahrsmüdigkeit. Wie lässt sie sich erklären? Und was können Sie dagegen tun?

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Gähnende Frau hält sich die Hand vor den Mund

Etwa 30-50 Prozent der Deutschen schätzen sich selbst im Frühjahr als müde, kraft- und lustlos ein. Vor allem Menschen mit niedrigerem Blutdruck sind davon betroffen. Dabei scheinen Frauen häufiger unter der Frühjahrsmüdigkeit zu leiden als Männer und ältere Menschen mehr als jüngere. Glücklicherweise ist Frühjahrsmüdigkeit keine Krankheit und geht von alleine wieder weg.

Die Frühjahrsmüdigkeit und ihre Ursachen

Die Frühjahrsmüdigkeit ist ein subjektiv fühlbares Befinden und keine Krankheit. Sie geht auch von alleine wieder weg. Deshalb ist das wissenschaftliche Interesse gering, dieses Phänomen näher zu untersuchen. Dennoch sind einige Gründe bekannt, mit denen man diese zwischen März und Mai auftretende Müdigkeit erklären kann.

  • Hormone
    Hormone beeinflussen unser Wohlbefinden und sorgen für Stimmungsschwankungen. Auch im Frühling.Im Winter hat unser Körper überwiegend Melatonin produziert – ein Hormon für erholsamen Schlaf und die Regelung des Tag-Nacht-Zyklus. Die Produktion des Gute-Laune-Hormons Serotonin ist nach den dunklen Wintermonaten reduziert. Wer sich im Frühjahr wieder häufiger im Freien aufhält, produziert auch wieder vermehrt Serotonin. Gleichzeitig drosselt der Körper die Produktion von Melatonin. Da dies nicht geregelt abläuft, kommt es zu Hormonschwankungen im Körper. Mal überwiegt das Serotonin, mal das Melatonin. Die Umstellung schlaucht den Körper und wir fühlen uns schlapp.
     
  • Stoffwechsel
    Im Winter ernähren wir uns kohlenhydratreicher und fettreicher als in der übrigen Jahreszeit – man denke nur an Lebkuchen, Gans und Weihnachtsplätzchen. Eine Gewichtszunahme ist oft die Folge. Außerdem kann durch einseitige Ernährung in Kombination mit geringerem Obst- und Gemüseverzehr als im Sommer ein Mangel an verschiedenen Vitaminen vorliegen. Das alles führt zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit.
     
  • Helligkeit
    Wenn die Tage wieder langsam länger werden, gehen viele später ins Bett und wachen früher auf. Dadurch verkürzt sich die Schlafdauer und der Mensch hat eine Tiefschlafphase weniger. Die Folgen: Schlafdefizit und Müdigkeit.
     
  • Temperaturwechsel
    Auch häufiger Temperaturwechsel im Frühling macht vielen zu schaffen. Durch die Wärme weiten sich die Blutgefäße, in Folge sinkt der Blutdruck, was wiederum zu Müdigkeit führt.
     

Manchmal kommt vieles zusammen...

Wer sich im Frühjahr kraftlos und müde über mehrere Wochen fühlt, sollte abklären lassen, ob nicht doch eine Krankheit dahintersteckt.

  • Wer zuvor eine Grippe hatte, ist vielleicht noch nicht ganz gesund.
  • Vielleicht hat man vorher auch zu viel Fasching gefeiert.
  • Bei Eisenmangel oder einer Fehlfunktion der Schilddrüse sind typische Symptome auch Müdigkeit und Antriebslosigkeit.

 Welche Symptome zeigt Frühjahrsmüdigkeit?

Müdigkeit, Lustlosigkeit, Kopfschmerzen, Kreislaufschwäche, aber auch Verdauungsstörungen und depressive Verstimmungen zählen zu den spürbaren Auswirkungen der Frühjahrsmüdigkeit.

 Was kann man dagegen tun?

Die beste "Therapie" ist Tageslicht - auch bei trübem Wetter ist genügend Licht vorhanden: So kann schneller mehr Serotonin gebildet werden, die Laune steigt und die Müdigkeit verfliegt. Frühjahrsmüdigkeit verschwindet meist nach ein paar Tagen, maximal aber nach vier Wochen von selbst. Dazu gibt es einige einfache Tipps, die dem Körper helfen, schneller fitter und leistungsfähiger zu werden. 

 Tipps gegen die Frühjahrsmüdigkeit

  • Auf ausreichend Schlaf achten. Extremer Sport, fettes Essen und Alkohol am Abend sollte vermieden werden, da dies die Schlafqualität beeinträchtigt.
  • Besser früh ins Bett gehen und früh aufstehen, um tagsüber viel Zeit draußen zu verbringen, um Sonne tanken zu können.
  • Ein ausgiebiges Strecken am Morgen bringt den Kreislauf in Schwung.
  • Aktiv sein! Anstatt zu lange im Büro oder vor dem Fernseher zu sitzen: Turnschuhe anziehen und ab in die freie Natur.
  • Ein Spaziergang an der frischen Luft  bei Tageslicht kurbelt den Hormonhaushalt an.
  • Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, magerem Fleisch und Vollkornprodukten versorgt den Körper reichlich mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.
  • Wechselduschen härten ab und machen das Immunsystem startklar. Auch belebende Gesichtsmassagen wirken.

Stand: Oktober 2018

Übrigens: Wann genau ist Frühjahr?

Der Frühling kann auf drei unterschiedliche Weisen bestimmt werden:

Der astronomische Frühlingsbeginn richtet sich nach den beiden Tagen im Jahr - im Frühling und im Herbst - an denen Tag und Nacht gleich lang sind. Dieser Tag variiert und fällt im Frühjahr entweder auf den 19., 20. oder 21. März. Im Jahr 2018 und 2019 ist es der 20. März.
Der meteorologische Frühlingsbeginn ist für Meteorologen bereits am 1. März, also fast drei Wochen vor dem astronomischen. Dieser frühere Frühlingsbeginn wurde durch die Weltorganisation für Meteorologie festgesetzt, um Wetterdaten besser miteinander vergleichen zu können. In der Meteorologie beginnt deshalb auch der Sommer am 1. Juni, der Herbst am 1. September und der Winter am 1. Dezember. 
Der phänologische Frühlingsanfang wird nach dem Entwicklungsstand der Pflanzen nach dem Winter beurteilt. Ist der Winter verhältnismäßig warm gewesen, schlagen die Bäume früher aus. Ist es dagegen lange kalt gewesen, fehlen manchmal am 1. Mai noch die grünen Blätter an den Bäumen – und das kann jedes Jahr anders sein.