Zahnpasta – Wer die Wahl hat, hat die Qual?

„Zweimal täglich Zähneputzen“ – das weiß jedes Kind! Im Supermarktregal gibt es Zahnputzmittel in Hülle und Fülle. Wodurch unterscheiden se sich? Worauf sollte man beim Kauf achten? Sind Kinderzahncremes sinnvoll und was bewirken Fluorid und Zink in der Zahncreme?

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Frau mit Zahnpasta auf Zahnbürste

So funktioniert die Zahnpasta

Um Zähne frei von Belägen und Verfärbungen zu bekommen und gleichzeitig Zahnfleischentzündungen und Karies vorzubeugen, enthält Zahnpasta eine ganze Reihe von Inhaltsstoffen.

So machen etwa 50 Prozent der Zahncreme Putzkörper, wie zum zum Beispiel Kieselsäure (Silica) oder Schlämmkreide aus. Diese schmirgeln das Gebiss von bakteriellen Verunreinigungen und Verfärbungen sauber. Wie stark der Abrieb ist, hängt von der Art, der Partikelgröße, der Anzahl und Härte der Putzkörper ab. Im Supermarktregal findet sich eine Vielzahl von Zahncremes mit unterschiedlich hohem Abrieb. Für den Verbraucher ist meist nicht ersichtlich, wie hoch der Abriebgrad der einzelnen Pasten ist. Generell haben aber Sensitiv-Zahnpasten einen geringeren Abrieb (siehe unten).

Um die Zahncreme gleichmäßig im Mundraum zu verteilen und Essensreste und Zahnbeläge vom Zahn abzulösen, nutzen Hersteller sogenannte Schaumbildner. Abgelöste Partikel werden durch in der Zahncreme befindliche Netzmittel gebunden und können so leichter am Ende des Putzvorgangs ausgespült werden.

Für den frischen Geschmack der Zahncreme ist, neben Menthol, Zimt- oder Pfefferminzöl, Sorbitol zuständig, welches gleichzeitig die Zahncreme in der Tube feucht hält.

Wichtigster Wirkstoff der Zahncreme ist Fluorid

Bakterielle Zahnbeläge fördern die Entstehung von Karies und der kann die Zähne regelrecht zerstören. Bereits seit dem 19. Jahrhundert ist bekannt, dass Fluoridsalze Karies vorbeugen können, indem sie die Zahnoberfläche mineralisieren und die Zähne härter und widerstandsfähiger machen. Außerdem hemmt Fluorid das Bakterienwachstum. Zahnmediziner sehen den Einsatz von Fluorid in Zahnpasta als Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen Karies und für den Zahnerhalt weltweit.

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde rät daher zu fluoridhaltigen Zahncremes.

Allerdings kursieren viele angstschürende Behauptungen zu fluoridhaltigen Zahncremes im Internet, wie etwa dass sie gesundheitsschädlich und giftig seien. Experten geben jedoch Entwarnung, denn kaum eine Substanz ist so gut untersucht, wie das Fluorid der Zahnpasta. Auch die These, nach der Fluorid Krebs erzeugen würde, ist nach aktuellem wissenschaftlichem Stand nicht haltbar.

Sich tatsächlich mit dem Fluorid aus der Zahncreme zu vergiften, ist so gut wie unmöglich. Erwachsene, die sich zwei- bis dreimal am Tag die Zähne putzen und zusätzlich fluoridiertes Speisesalz verwenden, haben nichts zu befürchten. Denn um einen bedenklichen Grenzwert an Fluorid aufzunehmen, müsste eine 60 Kilogramm schwere Person täglich einige Tuben Zahncreme verspeisen.

Zink in der Zahncreme – sinnvoll?

Wird der Zahnpasta Zink zugesetzt, kann dies vor Plaque, Zahnfleischentzündungen, Mundgeruch oder Zahnstein schützen.

Auf Ratschlag des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sollte Kinderzahnpasta kein Zink enthalten. Auch sollten Minderjährige keine zinkhaltige Erwachsenen-Zahncreme verwenden. Der Grund hierfür ist, dass der Bedarf an Zink bei Kindern und Jugendlichen geringer ist als beim Erwachsenen und der Mineralstoff meist schon in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen wird. Eine längerfristige Überdosierung mit Zink kann das Immunsystem schwächen und zu Blutarmut oder Bewegungsstörungen führen.

Welche Zahnpasta für wen?

Verbraucher können zwischen drei Zahnpastatypen wählen: Universalzahnpasta, Sensitiv-Zahnpasta oder Zahnpasta mit Weiß-Auslobung.

Universalzahnpasta bietet einen Rundum-Schutz für Zähne, Zahnfleisch und vor allem gegen Karies. In der Regel reicht diese Art der Zahnpasta aus, um die bleibenden Zähne zu pflegen.

Für Menschen mit empfindlichen Zähnen empfiehlt sich hingegen die Wahl einer Sensitiv-Zahnpasta. Denn reagieren Zähne auf Heißes, Kaltes, Süßes oder Saures, sind meist freiliegende Zahnhälse Schuld. Dies kann aufgrund eines zu starken Schrubbens beim Zähneputzen entstehen. Sensitiv-Zahnpasten haben hingegen einen niedrigen Abrieb und schützen so das Zahnfleisch.

Des Weiteren enthalten Sensitiv-Zahnpasten Wirkstoffe, die die Schmerzempfindlichkeit reduzieren sollen.

Zahnpasta mit Weiß-Auslobung versprechen zwar strahlend weiße Zähne, allerdings sollten Verbraucher hier nicht allzu viel erwarten. Denn Zähne, die von Natur aus gelblicher sind, wird diese Zahncreme nicht aufhellen. Früher setzen Hersteller von Zahnweißer-Cremes auf einen besonders hohen Abrieb. Heute sind hauptsächlich chemische Substanzen hierfür verantwortlich. Diese wirken auf verfärbte Zahnbeläge, wie sie zum Beispiel durch Kaffee, Tee, Beeren, Rotwein oder Nikotin entstehen.

Was bringen Kinderzahncremes?

Kinder-Zahncremes sind bei Kleinkindern ab dem ersten Zahn sinnvoll. Sie schmecken mild fruchtig-süß und sollen zum Zähneputzen motivieren. Kinderzahncreme weist nur geringe Mengen an Fluorid auf und schützt die Kleinen vor einer Zahnfluorose. Diese entsteht, wenn kleine Kinder während der Zahnentwicklung überhöhte Mengen an Fluorid zu sich nehmen und zeigt sich durch weiße Schmelzflecken auf den Zähnen. Eine milde Fluorose ist zwar unschön, aber meist harmlos.

Sobald ab dem 6. Lebensjahr der erste bleibende Zahn durchbricht, ist es ratsam auf eine Junior-Zahncreme umzusteigen. Diese eignet sich besser zur Pflege des sogenannten Wechselgebisses aus Mich- und bleibenden Zähnen und hat ebenfalls einen milden Geschmack. Der Grund ist, dass in der Juniorzahncreme etwa genauso viel Fluorid wie Erwachsenen-Zahncreme enthalten ist.

Übrigens…

Sollte mal keine Zahncreme zur Hand sein: Bereits das Schrubben mit Bürste und Wasser entfernt eine Menge an Belägen und Verschmutzungen!

Stand: Dezember 2019